Aktuell

Donnerstag, 02. Juli 2020

Traumstart von Raphael Huber

Leichtathletik/ erste Meetings

Eine spezielle Leichtathletiksaison ist gestartet. Der Weitspringer Raphael Huber sowie die Siebenkämpferin Géraldine Ruckstuhl meldeten sich nach der langen Wettkampfpause erfolgreich zurück.

Nach mehreren Monaten der Ungewissheit, ob und in welcher Form es 2020 Wettkämpfe geben würde, nimmt die Leichtathletiksaison auf nationaler Ebene langsam aber sicher Fahrt auf. Die bisherigen Wettkämpfe fanden zwar ohne Zuschauer statt und die Athleten und Betreuer mussten ihre Kontaktdaten angeben – den sportlichen Leistungen taten diese speziellen Umstände jedoch keinen Abbruch.

Dass Raphael Huber die Zwangspause genutzt hat, um sich weiterzuverbessern, bewies er gleich bei seinem ersten Wettkampf auf eindrückliche Art und Weise.  Am «Sonnenwend Meeting» in Bern steigerte der Willisauer seine drei Jahre alte Weitsprungbestleistung von 6.99 auf 7.08 Meter, womit ihm der langersehnte Sieben-Meter-Sprung gelang. Kleiner Wehrmutstropfen: Sein bester Versuch endete nach 7.22 Meter – aufgrund des mit 3.4 Meter pro Sekunde deutlich zu starken Rückenwindes zählt dieser Versuch jedoch nicht als offizielle Bestleistung. «Ich wusste, dass ich in den vergangenen Wochen gut trainiert habe, mit so einer Weite konnte ich beim ersten Wettkampf aber nicht rechnen. Die Enttäuschung, dass die 7.22 Meter nicht in die Bestenliste einfliessen, hält sich in Grenzen. Ich habe nun die Bestätigung, dass noch weitere Sprünge möglich sind.» Auch Simon Schüpbach (LR Gettnau) stieg in Bern in die Saison ein. Mit einer Zeit von 3:59.91 Minuten gelang dem Schötzer ein solides erstes 1500-Meter-Rennen.

Doppelstart von Géraldine Ruckstuhl

Géraldine Ruckstuhl stand am Samstag in Bern und am Sonntag am OKB-Werfermeeting in Sarnen im Einsatz. Nachdem sie bereits vor zwei Wochen an einem Meeting in Langenthal aus dem Training heraus im Speerwerfen angetreten war, bildete das vergangene Wochenende den eigentlichen Saisonstart. Das Meeting im Stadion Wankdorf bot die erste Möglichkeit, den um 1.5 Meter verlängerten Weitsprunganlauf unter Wettkampfbedingungen zu testen. Im letzten von insgesamt sechs Versuchen sprang die 22-Jährige 5.86 Meter weit, womit sie sich zufrieden zeigte. Zum Vergleich: Ihre persönliche Bestleistung steht bei 6.06 Metern. Über 100 Meter Hürden lief es ihr hingegen noch nicht wunschgemäss. «Es gelang mir nicht, mich auf mich und meinen Lauf zu konzentrieren und aufgrund des starken Rückenwindes kam ich noch näher an die einzelnen Hürden ran, als sonst schon bei normalem Bedingungen.» Die Zeit von 14.25 Sekunden liegt zwar deutlich über der persönlichen Bestleistung von 13.76 Sekunden, verglichen mit anderen Jahren gelang der Altbüronerin dennoch ein solider Saisoneinstieg. «Ich bin sicher, dass ich aus den Fehlern lernen kann und schon beim nächsten Rennen schneller sein werde.» Eine ganze andere Herausforderung erwartete die Kauffrau tags darauf in Sarnen. Die Speer-Anlage war rund drei Meter zu kurz für ihren gewohnten Anlauf, weshalb sie improvisieren musste. Auch der Wind war in Sarnen nicht auf Géraldine Ruckstuhls Seite. Mit 51.30 Meter gelang ihr jedoch trotz erschwerten Bedingungen eine ansprechende Leistung. Im Kugelstossen landete der beste Versuch nach 13.72 Metern – ebenfalls eine gute Leistung. «Auch hier gibt es im technischen Bereich noch Verbesserungspotenzial. Da ich seit den Weltmeisterschaften in Doha keinen richtigen Wettkampf mehr bestritten habe, fehlt mir der Wettkampfrhythmus. Ich brauche nun viele Startmöglichkeiten, um dieses spezielle Gefühl, dass mich zu Bestleistungen anspornt, zurückzugewinnen und meine im Training erzielten Fortschritte auch im Wettkampf umzusetzen.»

Tolle Startmöglichkeit für Raphael Huber und Géraldine Ruckstuhl

Bereits heute Freitag stehen Géraldine Ruckstuhl und Raphael Huber erneut im Einsatz. Beide haben am Einladungsmeeting auf der Luzerner Allmend einen Startplatz erhalten. Neben rund 20 Nationalkaderathleten sind auch einige ausländische Athleten am Start. Raphael Huber tritt dabei im Weitsprung der Männer unter andrem auf den Junioren-Europameister im Zehnkampf Simon Ehammer (TV Teufen), welcher seine persönliche Bestleistung vergangenes Wochenende auf 8.15 Meter steigern konnte. Géraldine Ruckstuhl wird in Luzern sowohl über die Kurzhürden als auch im Speerwerfen antreten. Über 100 Meter Hürden wird sie unter anderem gegen Noemi Zbären (SK Langnau) und Ditaji Kambundji (STB) laufen, welche in dieser Saison bereits mit starken Zeiten auf sich aufmerksam gemacht haben. Da das Meeting unter dem Wettkampf-Schutzkonzept von Swiss Athetics durchgeführt wird, sind nur wenige Zuschauer zugelassen. Das Schweizer Fernsehen SRF strahlt am Freitagabend ab 22 Uhr eine 30-minütige Teilaufzeichnung aus