Am vergangenen Sonntag kam es zu einer besonderen Situation. Willisau und Menznau trafen in der 1. Liga am gleichen Spieltag in den Luzerner Alpenquai-Hallen gleich zweimal aufeinander. Da in dieser Saison nur drei Spielrunden bei den Frauen in der obersten Liga absolviert werden, sah der Spielplan ein doppeltes Derby vor. Beim ersten Aufeinandertreffen waren die Kräfteverhältnisse eindeutig. Die Menznauer Korbballerinnen legten eine beeindruckende Korbeffizienz an den Tag. Schier jeder Wurf fand den Weg in den Korb. Die Willisauerinnen auf der anderen Seite konnten mit dem hohen Tempo der Gegnerinnen nicht mithalten. So lautete das eindeutige Ergebnis zur Pause 1:8. Menznau powerte nach der Pause weiter und steckte nicht zurück. Die Willisauerinnen kamen zwar etwas besser ins Spiel und kombinierten sich durch das Zentrum. Doch am Ende mussten sie die brutale Niederlage von 6:15 hinnehmen.

Doch es blieb ja noch eine Chance zur Wiedergutmachung. Und dieses Mal war die Partie sehr ausgeglichen. Menznau konnte nicht mehr an der Korbeffizienz vom ersten Aufeinandertreffen anknüpfen. Und so konnte der STVW zur Pause eine 5:3-Führung mitnehmen. Doch unsaubere Pässe und Eigenfehler sorgten dafür, dass die Menznauerinnen wieder in Front gehen konnten. Im letzten STVW-Angriff gelang erneut über das Zentrum eine schöne Aktion, die schliesslich mit dem Ausgleich belohnt wurde. Mit dem Schlusspfiff war die Punkteteilung Tatsache.

Nebst den beiden Derbys massen sich die Willisauerinnen einmal mehr mit den starken Schweizer Meisterinnen aus Urtenen, die noch makellos an der Tabellenspitze stehen. Nachdem der STVW die Bernerinnen in der ersten Spielrunde bis zum Schluss hatte fordern können, konnten diese auch im zweiten Aufeinandertreffen nicht durchspazieren. Gerade in den ersten Minuten des Spiel legte Willisau einen Start nach Mass hin und lag mit 3:1 in Front. Dann drehten die Bernerinnen auf und konnten das Skore bis zur Pause auf 5:3 wenden. Erneut zeigte sich, dass die Phase nach dem Pausentee nicht die liebste der Hinterländerinnen ist. Die Gegnerinnen konnten sich etwas absetzen. Der STVW drehte danach nochmals auf, doch konnte er das Ruder nicht mehr herumreissen. 7:11 lautete das Endresultat.

Auch gegen Wolfenschiessen schauten aus Sicht der Willisauerinnen keine Punkte heraus. Zwar war die Partie über weite Strecken ausgeglichen. Doch in der Schlussphase, in der die Luzernerinnen noch eine Zwei-Minuten-Strafe erhielten, konnten sich die Nidwaldnerinnen noch zum Sieg kämpfen. Beim Stand vom 8:9 kam der STVW zwar nochmals in den Angriff, doch mit einem Eigenfehler nahm sich das Team selber die Chance, noch den Ausgleichstreffer zu erzielen. So schaute am Ende des Spieltages wie schon in der ersten Runde nur ein Punkt aus vier Partien heraus. «Es ist bitter. Ausser in der ersten Partie gegen Menznau haben wir eine gute Leistung gezeigt, die einmal mehr nicht belohnt wurde», sagte Spielertrainerin Fabienne Dubach. Mit zwei Punkten liegt man derzeit auf dem Abstiegsplatz, ein Punkt hinter Küssnacht. Zum Direktduell wird es dann im Januar an der Schlussrunde in Willisau kommen. «Dass wir unter Druck abliefern können, haben wir schon etliche Male bewiesen. Daher bin ich guten Mutes, dass wir das Ruder noch herumreissen können.»

Willisauer mit erstem Sieg

Die Herren absolvierten in der höchsten Liga am Samstag bereits die dritte Spielrunde. Im ersten Spiel kam es gleich zum Derby gegen den Trainingspartner aus Hergiswil. Da sich die beiden Teams aus den Trainings bestens kennen, war es für beide schwer, den jeweils anderen zu überraschen. Das Spiel war sehr ausgeglichen, was zu einem 3:4-Pausenstand führte. Bis zwei Minuten vor Ende konnten die Willisauer, angeführt von Spielertrainer Markus Hängärtner, auf den Punktgewinn hoffen. Jedoch drehten die Hergiswiler zum Schluss offensiv noch einmal richtig auf und konnten mit drei Körben davonziehen. Das Spiel endete somit mit 9:6 zugunsten des Nachbarn.

Die Willisauer wollten das Positive aus dem Spiel direkt in das nächste gegen Wikon mitnehmen, um den ersten Sieg der Saison endlich zu realisieren. Wieder war das Spiel sehr ausgeglichen, sodass sich die beiden Mannschaften mit der Führung ständig abwechselten. Dank einer geschickten taktischen Spielumstellung konnten die Willisauer zum Schluss die Führung übernehmen und über die Zeit bringen. Der erste Saisonsieg war somit Tatsache.

Zum Schluss des Tages kam es noch zur Partie gegen Küssnacht, gegen die man in der Vorrunde nur knapp mit einem Korb verlor und daher noch eine Rechnung offen hatte. In der ersten Halbzeit scheitere der STVW vor allem in der Offensive im Abschluss und in der Defensive kassierte er sehr viele Penaltys. Die Willisauer waren mit einigen Entscheiden des Schiedsrichters nicht einverstanden, die Küssnachter hingegen nutzten ihre Chancen geschickt aus und entschieden das Spiel mit 10:2 klar für sich. Mit drei Punkten auf dem Konto liegen die Willisauerinnen auf dem zweitletzten Rang. Spielertrainer Kilian Mühlemann bilanzierte am Ende: «Wir können mit den zwei Punkten sicher zufrieden sein. Mit einer geschlossenen Teamleistung in der Schlussrunde zuhause in Willisau, sind für uns sicher Punkte im Bereich des Möglichen.»

Damen 2: Leider keine Punkte

1. Match: Küssnacht – Willisau (9:4, Halbzeit 6:1)

Küssnacht startete sehr stark in die Partie und setzte Willisau früh unter Druck. Bereits zur Halbzeit führte Küssnacht klar mit 6:1. Willisau hatte Mühe, ins eigene Spiel zu finden, und liess einige Chancen ungenutzt. In der zweiten Hälfte zeigte Willisau mehr Einsatz und konnte das Resultat noch etwas korrigieren. Am deutlichen Sieg von Küssnacht mit 9:4 änderte dies jedoch nichts mehr.

2. Match: Grosswangen – Willisau (11:8, Halbzeit 7:4)

Grosswangen erwischte den besseren Start und erspielte sich bis zur Halbzeit eine 7:4-Führung. Willisau hielt gut dagegen, musste aber immer wieder einfache Gegentreffer hinnehmen. Nach der Pause kam Willisau näher heran und kämpfte sich mehrfach bis auf wenige Körbe heran. Grosswangen behielt jedoch die Ruhe und nutzte seine Chancen konsequent. Schlussendlich setzte sich Grosswangen mit 11:8 durch.

3. Match: Willisau – Schüpfheim (5:10, Halbzeit 2:5)

Schüpfheim dominierte die erste Halbzeit und führte zur Pause verdient mit 5:2. Willisau tat sich offensiv schwer und fand kaum Lösungen gegen die kompakte Defensive. Auch nach der Pause blieb Schüpfheim spielbestimmend und baute den Vorsprung kontinuierlich aus. Willisau kämpfte bis zum Schluss, konnte das Spiel aber nicht mehr wenden. Am Ende gewann Schüpfheim deutlich mit 10:5.

(fmü/kmü/sa)