Nach 16 Jahren verabschiedet sich das Korbball-Team der Damen des STV Willisau von der nationalen Bühne. Dass es nicht zum Ligaerhalt reichen würde, war bereits vor der Schlussrunde vom Samstag in Neukirch-Egnach klar gewesen. Trotzdem wollte das Team nochmals mit Freude und ohne Druck antreten. Punkte schauten zwar keine mehr heraus, und so blieb am Ende der zehnte Rang. «Doch wir haben nochmals alles reingeworfen und bis am Schluss gekämpft. Darauf bin ich sehr stolz», sagt Spielertrainerin Mirjam Isenschmid.

Am nächsten dran an einem Erfolg waren die Willisauerinnen in der ersten Partie gegen Wettingen-Bachs. Nachdem sie mit einigen Startschwierigkeiten zu kämpfen hatten, legte der Motor los und der STVW konnte wieder zu den Gegnerinnen aufschliessen. So war die Partie lange ausgeglichen, ehe Wettingen-Bachs kurz vor Schluss mit einem Penalty die Führung zum 11:10 erzielen konnte. Es blieb dann zu wenig Zeit, um noch zu reagieren. Und so musste das Team trotz grossem Kampf die Niederlage hinnehmen.

Gegen Unterkulm legte das Team diesmal besser los als in der Partie zuvor. Zwischenzeitlich lagen die Hinterländerinnen mit 4:2 in Front. Doch danach spielten die Aargauerinnen im Angriff ihre Grösse aus. Vor allem in der zweiten Halbzeit vermochten die Willisauerinnen nicht mehr zu reagieren, und sie bekundeten zusätzlich noch Abschlusspech. So endete die Partie klar mit 8:16.

Im allerletzten Spiel gegen Zihlschlacht 2 startete der STVW erneut furios, legte immer wieder vor. Doch die Gegnerinnen waren treffsicher und konnten mit Weitwürfen wie auch aus der Drehung unter dem Korb skoren. Mit schwindenden Kräften kämpfend, fehlte am Schluss das Quäntchen Glück. Und die Partie endete mit 14:12 für die Thurgauerinnen. Danach wurde das Team von seinen Emotionen übermannt. «Wir haben intensive Jahre hinter uns, in denen wir auch viele schöne Momente zusammen erleben durften. Einen solchen Abgang wünscht man sich nie. Aber wir konnten diese Saison schlicht nicht auf dem Platz zeigen, was in uns steckt», bilanziert Isenschmid. Die Liga sei unglaublich stark und ausgeglichen. «Viele Matches haben wir mit einem oder zwei Körben Unterschied verloren. Hier ist uns sicher auch zu oft das Mentale im Weg gestanden.» Ein Dank gebührt Peter Pfyffer, der das Team an vier Runden an der Seitenlinie als Coach lautstark unterstützt und gegen Saisonende viele Trainings geleitet hat. «Das hat uns unglaublich geholfen und uns noch einmal Schwung und Motivation verliehen. Eine solche Unterstützung ist nicht selbstverständlich, worüber wir sehr dankbar sind.»

2009 waren die Frauen bei den Aufstiegsspielen auf heimischem Boden erstmals in der Geschichte in die Nationalliga B aufgestiegen. Zwar mussten sie drei Jahre später den Abstieg hinnehmen, konnten sich 2015 aber wieder in die zweithöchste Korbballliga zurückkämpfen. Und wie: 2017 gelang gar der Aufstieg in die Nationalliga A. Zwar schafften sie dort den Ligaerhalt nicht, doch der sofortige Wiederaufstieg war eine Saison später Tatsache. Nach einem grossen Umbruch im Team, in der die Equipe ausserdem ohne Trainer dastand und zurück in die NLB musste, schafften es die Willisauerinnen trotzdem, noch viele weitere Jahre, auf nationaler Ebene zu bestehen. «Wir können stolz auf das Erreichte sein. Nun freuen wir uns auf das, was noch kommt», sagt Isenschmid. Zunächst wird es eine Trainingspause geben. Anfang Oktober geht es dann zusammen mit den Herren ins Trainingsweekend und im November wird die Wintermeisterschaft starten. Wie es danach mit dem Team weitergeht, bleibt offen.

Sieger in der NLB wurde schliesslich Urtenen 2, Silber ging an die Aufsteigerinnen aus Roggwil-Neukirch und Bronze an Wettingen-Bachs. In der NLA holte sich Urtenen 1 den Meistertitel, Täuffelen blieb Rang 2 und Bronze ging an Buchthalen. (fmü)