Bis zum Schlusspfiff des letzten Spiels mussten die Willisauer Korbballerinen um den Verbleib in der Nationalliga B zittern. Doch dank eines 13:12-Siegs gegen Unterkulm konnten die Willisauerinnen zusammen mit den vielen mitgereisten Fans den vielumjubelten Ligaerhalt feiern.
Dabei hatten es die Willisauerinnen am Samstag gar nicht in den eigenen Händen gehabt. Vor dem letzten Spieltag in Aarwangen wies das Team vier Punkte Rückstand auf Pfyn auf. Doch die Thurgauerinnen zogen keinen guten Tag ein und kassierten drei Niederlagen. So stand die Tür für Willisau offen. Doch auch dem STVW gelang der Start nicht wie erhofft. Gegen Menznau spürte man die Nervosität zu Beginn, es schlichen sich unnötige Fehler und Ballverluste ein. Die Menznauerinnen zeigten sich im Gegenzug abgeklärt und beeindruckten mit einer starken Trefferquote. So zogen sie schon früh auf 4:1 davon. Willisau fing sich in der Folge, kämpfte sich zurück. Doch auf jeden Willisauer Treffer folgte jeweils postwendend die Antwort der Ortsnachbarinnen. Nach der Pause konnte der STVW nicht an der gezeigten Leistung anknüpfen. Zeitenweise lag Willisau mit vier Treffern im Rückstand. In der Schlussphase zündeten die Spielerinnen nochmals den Turbo und kamen noch auf 11:12 heran. Doch das Aufbäumen kam zu spät. Mit dieser Niederlage war klar, dass nun in den letzten beiden Spielen zwei Siege hermussten, um Pfyn noch zu überholen.
Gegen das letztplatzierte Müntschemier hatten die Hinterländerinnen das Geschehen jederzeit unter Kontrolle. Sie kamen mit Tempo, kombinierten sich schön durch die Abwehr der Gegnerinnen. Schon früh setzten sie sich mit 4:1 ab, zogen später auf 8:3 davon. Die Bernerinnen trafen dann vor allem aus der Ferne, doch der STVW liess keine Zweifel mehr aufkommen, dass er das Spiel gewinnen wird. So gelang der Pflichtsieg in der Höhe von 10:6.
Weil Willisau aufgrund des besseren Korbverhältnisses in der Direktbegegnung bei Punktgleichheit vor Pfyn in der Tabelle liegen würde – in der Vorrunde gewann der STVW mit 11:9, in der Rückrunde unterlag er mit 8:9 – würde ein Sieg gegen Unterkulm zum Ligaerhalt reichen. Die Aargauerinnen kennen die Grafenstädterinnen bestens – und es sind stets sehr knappe und umkämpfte Spiele. Und auch an diesem Samstag wurde ein Krimi par excellence geboten. Unterkulm startete etwas besser in die Partie, lag immer mit einem Treffer in Front. Beide Teams überzeugten mit einer starken Trefferquote, im ersten Umgang insbesondere mit Weitwürfen. Nach dem Wiederanpfiff ging der Kampf weiter, die Spielerinnen schenkten sich nichts. Kurz vor Schluss gelang es den Willisauerinnen zum ersten Mal, sich mit zwei Treffern Vorsprung abzusetzen. Eine gelbe Karte gegen den STVW etwa 30 Sekunden vor Schluss bedeutete 1 Minute Nachspielzeit. Und Unterkulm gelang tatsächlich noch der Anschlusstreffer. Doch Willisau behielt die Nerven und konnte den Ball taktisch clever in den eigenen Reihen halten – und freute sich beim Schlusspfiff über den wichtigsten Sieg der Saison.
Der Jubel über den Ligaerhalt bei den Willisauerinnen war gross. Wie im letzten Jahr gelang mit dem Rücken zur Wand eine starke Leistung. Es ist ein starkes Zeichen, nach einer schwierigen Saison. «Das war an dieser Schlussrunde eine geniale Teamleistung, jede Spielerin hat ihren Beitrag geleistet und ihre Rolle eingenommen», sagte Spielertrainerin Mirjam Isenschmid. Nichtsdestotrotz müssen die Hinterländerinnen über die Bücher. Gleich sieben Partien endeten mit einem Korb Unterschied zu Gunsten der Gegnerinnen. Auch die Schwächephasen mit Eigenfehlern, die häufig die Partie entschieden, zeigten sich immer mal wieder. «Daran müssen wir arbeiten. Wir müssen noch sicherer in eigenem Ballbesitz werden.» Beeindruckt war sie von der starken Trefferquote an der Schlussrunde. «Unsere eigentliche Schwäche entpuppte sich diesmal als Stärke. Die Arbeit mit vielen Würfen in den Trainings hat sich ausgezeichnet. Wir werden dranbleiben.»
Für die Willisauerinnen gibt es nun eine längere Pause, bis mit dem Trainingsweekend Anfang Oktober die Hallensaison lanciert wird. «Die Pause nutzen wir, um wieder Energie zu tanken. Danach freuen wir uns auf die Wintersaison.» (fmü)






