Saisonvorschau des Willisauer Boten
von Patrik Birrer (Willisauer Bote)
Mit dem Cupspiel gegen die SG Uster/Stäfa beginnt morgen Samstag für die Handballer des STV Willisau die neue Saison. Trainer Frank Stein blickt dieser trotz den Abgängen der beiden besten Torschützen der vergangenen Spielzeit durchaus zuversichtlich entgegen.
«Wir haben viel gearbeitet, gut gearbeitet.» Frank Stein, Trainer der Willisauer 1.-Liga-Handballer, ist mit der Saisonvorbereitung seines Teams «im Grossen und Ganzen zufrieden». Zwar hätten sie immer wieder mit Ferienabwesenheiten zu kämpfen gehabt. «Aber das gehört dazu und dürfte anderen auch so ergangen sein.» Die jeweils anwesenden Spieler aber hätten sich stets voll reingehängt und Gas gegeben. «So muss das sein. Schliesslich legen wir in dieser Zeit die Basis für eine hoffentlich erfolgreiche Saison.»
Die Sache mit dem Kopf
Erfolgreich. Genau das war die vergangene Spielzeit nicht. Im ersten Jahr unter Cheftrainer Frank Stein mussten die Hinterländer fast bis zuletzt um den Ligaerhalt kämpfen. Das entsprach nicht wirklich den (eigenen) Erwartungen. «Wir haben zu viele Spiele aus der Hand gegeben, weil wir in der entscheidenden Phase die Ruhe verloren und zu viele Fehler begangen haben», analysiert Stein. Das habe nur sehr bedingt mit dem handballerischen Können, dafür umso mehr mit dem Kopf zu tun. Natürlich hätten sie in der Vorbereitung versucht, daran zu arbeiten. «Aber das ist nicht so einfach. Diese entscheidenden Momente auf dem Platz kannst du nicht wirklich trainieren. Das musst du erleben, die entsprechenden Erfahrungen machen und daraus für die Zukunft lernen.» Stein hofft, dass sein nochmals verjüngtes Team innerhalb dieses Lernprozesses mittlerweile einen oder noch besser zwei Schritte weitergekommen ist. «Alle sind sich dieser Thematik bewusst. Die ersten Ernstkämpfe werden zeigen, wie uns die Umsetzung gelingt.»
Die namhaften Abgänge
In personeller Hinsicht stechen auf den ersten Blick die Abgänge von Jungspund Mark Büchli (19, wechselte zu Handball Emmen in die NLB) und Jan Peter (30, trat zurück) ins Auge. Die beiden zeichneten vergangene Saison für fast 40 Prozent aller Willisauer Tore verantwortlich. Kompensiert wurde dieser erhebliche Substanzverlust nicht. Vielmehr bleiben die Hinterländer ihrer Philosophie treu und setzen weiterhin auf Akteure aus dem eigenen Nachwuchs. So haben die U19-Junioren Nils Amrein, Elia Bölsterli, Remo Lötscher und Livio Zangger erste Erfahrungen mit der 1. Mannschaft gesammelt. So sollen Spieler aus dem bestehenden Kader die entstandenen Lücken in der Offensive füllen. «Wir werden in Anbetracht der personellen Voraussetzungen gerade im Angriff anders agieren müssen als vergangene Saison», lässt Frank Stein durchblicken. Was das genau bedeuten könnte, gibt der Trainerfuchs nicht preis. «Wir wollen unseren Gegnern ja nicht schon zum Voraus alles verraten», meint der 57-Jährige schmunzelnd.
Die wertvolle Unterstützung
Eine wichtige Veränderung gab es bei den Willisauer Handballern im Trainerteam. Nachdem sich vergangene Saison verschiedene Personen die Aufgaben des Assistenztrainers aufgeteilt hatten, konnte dieses wichtige Amt mit Daniel Schneider nun fix besetzt werden. Die Bezeichnung Assistenztrainer möge er allerdings nicht, sagt Frank Stein. «Wir kommunizieren und agieren auf Augenhöhe.» Für die bisherige Arbeit des langjährigen Spielers des Willisauer Fanionteams ist er voll des Lobes. «Dani weiss genau, wovon er spricht. Er ist ein absoluter Fachmann. Ich bin offen für seine Inputs. Dieser zusätzliche Blickwinkel hilft uns allen.»
So starten die Willisauer durchaus zuversichtlich in die neue Saison. Und zählen dabei erneut auf die Unterstützung ihres treuen Publikums. «Der Rückhalt, den wir bei den Vereinsverantwortlichen und unseren Fans geniessen, ist grossartig», sagt Frank Stein. Ihre Aufgabe und ihr grosses Ziel sei es, sich diesen Rückhalt mit Leidenschaft, Einsatzbereitschaft und Kampfgeist immer wieder von Neuem zu verdienen. Ganz besonders appelliert Stein an die Einstellung jedes einzelnen Spielers. «Wir können noch so gut trainieren und noch so viele Sachen einstudieren. Letztlich wird unser Abschneiden in der neuen Saison wesentlich davon abhängen, ob wir in jedem Spiel bereit sind, an unsere Grenzen zu gehen. Denn genau das müssen wir. Gelingt uns das, werden unsere Fans das unabhängig von den Resultaten auch honorieren.»
Cup-Spiel zum Auftakt
Herren 1, Cup Vorrunde, SG Uster/Stäfa (M1) – STV Willisau (M1) // am Samstag, 6. September 2025, um 19.30 Uhr, Buchholz Uster
Den ersten Ernstkampf der neuen Saison bestreiten die Willisauer Handballer morgen Samstag im Rahmen der Vorrunde des Schweizer Cups. Dabei messen sich die Hinterländer mit der SG Uster/Stäfa. Die Zürcher beendeten die letztjährige 1.-Liga-Saison in der von vielen als stark eingestuften Gruppe 1 auf dem 8. Rang. Willisaus Trainer Frank Stein rechnet mit einem sehr guten Gegner. «Das wird eine Woche vor dem Meisterschaftsstart eine wertvolle Standortbestimmung. Das Team von Uster/ Stäfa wird uns fordern und wir erhoffen uns einige wertvolle Aufschlüsse für den weiteren Saisonverlauf.»
In die Meisterschaft starten die Willisauer Handballer eine Woche später, am Samstag, 13. September, mit dem Heimspiel gegen Aufsteiger Handball Seetal.
*** Bericht des Willisauer Boten, Ausgabe vom 5. September 2025, Autor: Patrik Birrer ***






