Vergangenen Sonntag war es so weit: Die Region bereitete Andreas Haas und dem Schweizer Bob-Team einen unvergesslichen Empfang. Mit Fanfarenklängen, einem Oldtimer-Lastwagen, humorvollen Anekdoten und viel Italianità wurde die olympische Bronzemedaille gebührend gefeiert.

Die Freude und der Stolz waren auf dem Bahnhofsplatz in Menznau förmlich greifbar, als sich der festliche Umzug in Bewegung setzte. Angeführt von der Musikgesellschaft Menznau und begleitet von rund einem Dutzend Fahnendelegationen – darunter natürlich auch jene des STV Willisau, der seinem Rekordhalter stolz die Ehre erwies – zog die Festgesellschaft via Kreisel in Richtung Rickenhalle. Der absolute Blickfang: Ein Oldtimer-Lastwagen, auf dem Pilot Michael Vogt, Mario Aeberhard und unser Andi Haas das Bad in der Menge genossen. Mit strahlenden Gesichtern winkten sie dem zahlreich erschienenen Publikum am Strassenrand zu und präsentierten stolz ihr glänzendes Edelmetall aus Milano Cortina. Dahinter reihten sich Familie, Freunde, Bekannte und zahlreiche Vereinsmitglieder in den Tross ein.

Humor, Lob und ein kompletter Viererbob
In der gut gefüllten Sporthalle ging das Festprogramm nahtlos weiter. Die Gemeindepräsidenten von Menznau und Willisau sowie Regierungsrätin Michaela Tschuor richteten in ihren Reden herzliche Gratulations- und Lobesworte an die erfolgreichen Sportler.

Besonders kurzweilig wurde es, als Moderator Stefan Schärli das Mikrofon übernahm. In der Zwischenzeit war auch Amadou Ndiaye dazugestossen, womit das Bronze-Quartett komplett auf der Bühne stand. Auf humorvolle und unterhaltsame Art entlockte Schärli den Jungs spannende Antworten. Dabei liess er nicht nur die besondere Begegnung mit Alt-Bundesrätin und Swiss-Olympic-Präsidentin Ruth Metzler-Arnold Revue passieren, sondern richtete auch einen wichtigen Dank an Andis Arbeitgeber, die DIWISA, deren tolle Unterstützung eine solche Spitzensportkarriere erst mitermöglicht.

Vom ungehorsamen Sprinter zum Weltklasse-Anschieber
Für den emotionalsten Moment sorgte der Bronze-Gewinner aus unseren eigenen Reihen gleich selbst. In seinen Dankesworten hob Andi Haas speziell zwei seiner grössten Förderer hervor: Josef «Sepp» Vogel und Fabienne Meyer.

Sepp Vogel war es, der den sportlichen Rohdiamanten einst im Kurz-Sprintbereich zu schleifen begann. Mit einem Schmunzeln gab Andi zu Protokoll, dass er als junger Athlet nicht immer aufs Wort gehorcht habe. Doch genau diese Erfahrungen, so Haas, hätten ihn zu dem gemacht, was er heute ist: ein Weltklasse-Bobanschieber. Dass der spätere Umstieg von der Tartanbahn in den Eiskanal derart mühelos und erfolgreich klappte, ist derweil das grosse Verdienst von Fabienne Meyer. Die ehemalige Bobpilotin – ebenfalls mit STV-Willisau-Wurzeln – wusste aus eigener Erfahrung ganz genau, was es braucht, um zu den besten Anschiebern des Landes zu gehören. Gemeinsam arbeiteten sie ambitioniert an grossen Zielen. Das Resultat dieser harten Arbeit hängt nun in Form einer olympischen Medaille um Andis Hals.

Ein Hauch von Milano Cortina zum Abschluss
Während das Bob-Team im Anschluss geduldig und mit einem Lächeln unzählige Autogramme schrieb, klang der Festakt kulinarisch aus. Als charmante Anspielung auf das Olympia-Austragungsland Italien wurden die Gäste mit einem wunderbaren Risotto verwöhnt. Begleitet von einem grosszügigen Apéro, das von den Gemeinden Menznau und Willisau offeriert wurde, fand der Sonntagabend einen geselligen und würdigen Abschluss.

Ein Fest, das dem STV Willisau, der Region und vor allem Andi Haas noch lange in bester Erinnerung bleiben wird!

Fotos: Lars Schwarzentruber
Bericht: Roland Christen