Nach dem holprigen Rückrundenstart mit null Punkten vor einer Woche reisten die Willisauerinnen am vergangenen Sonntag voller Tatendrang und Punktehunger ins bernische Brügg. Den mitgebrachten Fans konnte das Willisauer Team dabei vieles bieten: intensive Duelle, kämpferischen Einsatz, Spielzüge, die sich sehen lassen konnten und Situationen zum Mitfiebern – ein Anlass zum Feiern blieb jedoch aus. Am Ende fehlte erneut das nötige Quäntchen Konstanz, um in den drei Partien gegen Zihlschlacht 2, Wolfenschiessen und Erschwil-Grindel 2 Punkte mitzunehmen. Dies bringt das Willisauer Team in eine prekäre Lage hinsichtlich des Verbleibs in der Nationalliga B.

Die Grafenstädterinnen starteten eigentlich stark in den Spieltag und konnten gegen Zihlschlacht früh eine Führung von 3:0 erspielen. Doch die Gegnerinnen reagierten abgeklärt, nutzten die Fehler des STVW konsequent aus und stellte zur Pause auf 6:6. In der zweiten Halbzeit überzeugte Zihlschlacht mit einer hoher Trefferquote aus der Distanz, und auch die Hinterländerinnen, die viel Platz unter dem Korb vorfanden, trafen ein ums andere Mal. Doch die Gegnerinnen waren noch ein Quäntchen routinierter. Zwar erhöhten die Hinterländerinnen in der Schlussphase nochmals das Tempo und Zihlschlacht wurde noch mit einer roten Karte bestraft, doch der Rückstand konnte nicht mehr aufgeholt werden. Das korbreiche Spiel endete mit 15:13 zugunsten der Thurgauerinnen. «Es war extrem bitter. Wir zeigten eine solch starke Leistung in der Offensive. Mit 13 Treffern zu verlieren, ist sehr undankbar», sagte Captain Fabienne Mühlemann.

Nach der knappen Niederlage gegen Zihlschlacht wartete mit Wolfenschiessen gleich der nächste anspruchsvolle Gegner auf Willisau. Die Nidwaldnerinnen erwischten den besseren Start und gingen zu Beginn des Spiels mit 2:0 in Führung. Besonders über die Centerposition zeigte das Team starke Präsenz und nutzte die körperliche Überlegenheit geschickt aus. Nach 20 Minuten stand es bereits 6:1 für die Nidwaldnerinnen. Nicht zuletzt, weil Willisau Schwierigkeiten hatte, die eigenen Korbchancen konsequent zu nutzen. In der zweiten Spielhälfte kämpften sich die Luzernerinnen zwar nochmals auf 6:4 heran, doch Wolfenschiessen behielt die Kontrolle und konnten souverän bei einem Endstand von 10:6 weitere Punkte auf ihr Konto verbuchen.

Eine finale Chance auf Punktegewinn eröffnete sich im letzten Spiel des Tages gegen Erschwil-Grindel 2. Willisau lieferte sich mit den Solothurnerinnen ein intensives Spiel. Beide Teams mussten sich immer wieder mit Strafen und Verwarnungen auseinandersetzen, was das Spiel zusätzlich zu den sommerlichen Bedingungen weiter aufheizte. Das Team vom STV Willisau mobilisierte noch einmal alle Kräfte, jedoch gelang es ihm nicht, die Eigenfehler abzustellen, was den Gegnerinnen in die Karten spielte. Trotz einer späten Aufholjagd blieb es Erschwil-Grindel vorbehalten, mit 10:8 als Siegerinnen vom Platz zu gehen.

Ohne den dringend nötigen Punktezuwachs spitzt sich die Situation in der Tabelle zu. Die Willisauerinnen verbleiben auf dem Abstiegsrang 9 hinter Pfyn, welches in dieser Runde zwei wichtige Punkte sammeln konnte. Captain Fabienne Mühlemann bleibt hoffnungsvoll: «Der Druck erhöht sich, aber es ist noch nichts verloren. Wir werden wieder wie letztes Jahr an der Schlussrunde alles rausholen müssen. Mindestens vier Punkte müssen her, um den Abstieg zu verhindern.» Die Willisauerinnen werden die drei Wochen bis zur alles entscheidenden Schlussrunde vom 6. September für eine bestmögliche Vorbereitung nutzen. (ah)