Handball Am kommenden Montag gilt es für die Handballerinnen des STV Willisau ein erstes Mal ernst in dieser Saison. Der Auftakt im Schweizer Cup soll letzte Aufschlüsse im Hinblick auf den Start zur Meisterschaft liefern. Dort ist das Ziel das gleiche wie jedes Jahr: die Qualifikation für die 1.-Liga-Finalrunde.

von Patrik Birrer, Willisauer Bote

Nach der vergangenen Saison ist es beim Frauen-Fanionteam des STV Willisau zu einigen personellen Veränderungen gekommen. So sind die langjährigen Leistungsträgerinnen Céline Stadelmann-Cranz und Denise Egli zurückgetreten. Auch die regelmässige Torschützin Noelia Baumeler, Lena Strebel sowie Torhüterin Bettina Peter und Svenja Wyss (beide laufen künftig fürs 2. Frauenteam auf) stehen nicht mehr im Kader. Sie hätten versucht, diese Abgänge zu kompensieren, sagt Cheftrainer Jan Peter mit einem fast schon gequälten Lächeln. «Doch dieses Unterfangen war durchaus anspruchsvoll.»Fixe externe Zuzüge konnten die Verantwortlichen nicht bewerkstelligen. Dafür wurden für mehrere junge Spielerinnen der Spono Eagles Nottwil sogenannte Talentförderlizenzen gelöst. So hofft Jan Peter, dass die aus dem eigenen Nachwuchs stammenden Andrina Bucher, Leana Hansen, Anja Schwer und Yara Schnyder sowie Mira Blöchliger, Gaia Donati und Sophia Steiger möglichst oft für die Willisauerinnen auflaufen können. «Sie bringen grosse individuelle Fähigkeiten mit und wären für uns deshalb wertvolle Verstärkungen.»

Viel Individualtraining

In der Vorbereitung allerdings standen die genannten Spielerinnen nur sehr sporadisch zur Verfügung, weil sie sich hauptsächlich bei den Spono Eagles auf die neue Saison vorbereiteten. Da sich auch noch mehrere Akteurinnen mit kleineren und grös-seren Blessuren herumschlugen, sei die Trainingsgestaltung lange recht anspruchsvoll gewesen. «Es war eine eher schwierige Vorbereitung. Mit regelmässig nur acht bis zehn Spielerinnen im Training war es lange fast nicht möglich, intensiv an mannschaftstaktischen Dingen zu arbeiten», hält Peter fest. Gezwungenermassen hätten sie deshalb viel im individuellen und technischen Bereich investiert. «Das war für die Motivation der Spielerinnen nicht ganz einfach. Aber alle haben hervorragend mitgezogen und in den Testspielen waren erste Fortschritte bereits zu erkennen.»

Das Ziel ist immer das gleiche

Im letzten Teil der Vorbereitung habe sich die Personalsituation etwas entspannt und so hätten sie intensiver auch an der Abstimmung im Kollektiv arbeiten können. Diesbezüglich will Jan Peter mit seinem Team auf dem in der vergangenen Saison erarbeiteten Fundament aufbauen. Heisst konkret: «Defensiv wollen wir wenn immer möglich Druck ausüben, unsere Gegnerinnen in unangenehme Situationen bringen und möglichst keine einfachen Tore zulassen.» Im Angriffsspiel drehe sich vieles um das richtige Entscheidungsverhalten. «Wir haben viele Spielerinnen, die im 1-gegen-1 sehr stark sind und so immer wieder Überzahlsituationen provozieren können. Diese gilt es dann möglichst abgeklärt auszunutzen», verrät Peter die Grundzüge des angestrebten Spiels.

Funktioniert die Umsetzung wie geplant, soll für die Willisauerinnen kurz vor Weihnachten erneut die Qualifikation für die 1.-Liga-Finalrunde und damit verbunden der vorzeitige Klassenerhalt feststehen. Dafür ist in der Sechsergruppe Rang 1 oder 2 nötig. «Das wird natürlich kein Selbstläufer. Unser Kader ist sehr jung und entsprechend unerfahren. Aber wir verfügen unbestritten über genügend Qualität, um in dieser Gruppe eine gute Rolle zu spielen. Wir müssen uns vor niemandem verstecken», gibt sich Jan Peter zuversichtlich.

Das Kollektiv als Trumpf

Er rechne mit einer sehr ausgeglichenen Hauptrunde. Für ihn schwierig einzuschätzen seien die neugegründete Spielgemeinschaft Malters/Kriens sowie die Aufsteigerinnen von der 3. Mannschaft des LK Zug. Einiges werde wohl davon abhängen, mit welchem Personal die Zugerinnen die Meisterschaft bestreiten werden. In Bezug auf das eigene Team sagt der Cheftrainer: «Wir haben keine herausragenden Einzelspielerinnen, dafür ein starkes Kollektiv. Das macht uns unberechenbar und soll einer unserer Trümpfe sein.»

 

Der Auftakt im Cup

SCHWEIZER CUP, HAUPTRUNDE MONTAG, 20.30 UHR HOCHWEID, KILCHBERG

SG Albis Foxes Handball (2.) –STV Willisau (1.)

Den ersten Ernstkampf der Saison 2025/26 bestreiten die Willisauer Handballerinnen am kommenden Montag im Rahmen der Hauptrunde des Schweizer Cups. Auswärts bei der SG Albis Foxes sind die oberklassigen Hinterländerinnen klar favorisiert. Die Zürcherinnen beendeten die vergangene 2.-Liga-Meisterschaft auf dem 6. Rang. Cheftrainer Jan Peter redet nicht um den heissen Brei herum: «Es muss unser Anspruch sein, diese Partie zu gewinnen.» Doch gerade angesichts der vermeintlich klaren Ausgangslage habe er sein Team auf eine fordernde Partie eingestellt. «Der Spieltermin an einem Montagabend ist ungewohnt, ausserdem treffen wir auf routinierte Gegnerinnen. Wir müssen von Anfang an unsere Stärken auf den Platz bringen. Dann bin ich überzeugt, dass wir uns durchsetzen.» Fünf Tage vor dem Meisterschaftsstart gegen den LK Zug III sei dieses Cupspiel ein idealer letzter Test.