Matchvorschau

Damen 1, 1. Liga, STV Willisau – SG TV Zofingen Handball Frauen // am Sonntag, 30. November 2025, um 14 Uhr, Willisau Hallenbad

Gegen Schlusslicht Zofingen gehen die Willisauerinnen als klare Favoritinnen ins Spiel. Umso wichtiger ist es, dieser Rolle gerecht zu werden und im Kampf um die Finalrunde wichtige Punkte zu holen.

von Lars Limacher

Das Derby gegen die SG Malters/Kriens vor Wochenfrist hielt, was es versprach: ein umkämpftes Spiel bis zum Schluss, in dem die Mannschaft von Trainer Jan Peter ihr Kämpferherz auspacken musste und am Ende ein Unentschieden erarbeitete. Auch Julia Günnel sieht dies so: «In Anbetracht des Spielverlaufs ist es definitiv ein gewonnener Punkt – und auch ein verdienter. Wir haben über die gesamten 60 Minuten eine starke Moral bewiesen und selbst bei grösseren Rückständen einen kühlen Kopf bewahrt.» Für die Finalrunden-Ambitionen der Willisauerinnen ist dieser Punktgewinn goldwert. Platz zwei ist gefestigt und würde mit einem Sieg im morgigen Heimspiel gegen Schlusslicht Zofingen sicher behauptet.

«Richtig Spass»

Angesichts der aktuellen Situation auf der Torhüter-Position verdienen die Leistungen der Grafenstädterinnen besonderen Respekt. Julia Günnel ist eigentlich Feldspielerin – steht aber seit Kurzem im Tor, weil die drei angestammten Torhüterinnen verletzt oder abwesend sind. Eine sehr ungewöhnliche Konstellation im Handball. Nicht jedoch für Julia Günnel. Die 28-jährige Marketing- und Business-Managerin aus Sursee war zu Beginn iherer Handballlaufbahn Torhüterin und wechselte erst später aufs Feld. «Ich habe meine gesamte Jugend und meine ersten Aktivjahre als Torhüterin bei den SPONO Eagles verbracht und dort eine sehr gute Ausbildung genossen. Meine letzte Saison als Goalie habe ich 2014/15 bestritten», erzählt sie. Mit diesem Hintergrund war schnell klar, wer die Position nach den Ausfällen zwischen den Pfosten übernehmen würde.

Und wie fühlt es sich an, nach so langer Zeit wieder Würfe abzuwehren? «Wider Erwarten macht es mir richtig viel Spass. Zu Beginn war das Gefühl noch etwas mulmig, aber das hat sich nach dem ersten Einwerfen schnell gelegt», sagt Julia Günnel stolz. Es sei wie Velofahren: einmal gelernt, verlerne man es nicht so schnell wieder.

Unterschätzen verboten

Die Vorrunde geht in ihre finale Phase und die Willisauerinnen präsentieren sich in guter Form. Da kommt das Heimspiel gegen Schlusslicht Zofingen gerade recht. Die Aargauerinnen liegen mit null Punkten abgeschlagen auf dem letzten Platz. Alles andere als ein Erfolgserlebnis wäre eine Überraschung. Dennoch wird Trainer Jan Peter seine Mannschaft davor warnen, das Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen. «Wenn wir unser Spiel nicht konsequent durchziehen und nur halbpatzig in die Aktionen gehen, können wir es uns selbst schwer machen», mahnt die Neu-alt-Torhüterin Julia Günnel. Daher gilt wie immer: saubere Vorbereitung, volle Konzentration und absoluter Siegeswille. Entscheidend werde sein, die Chancen zu nutzen und in der Abwehr nichts anbrennen zu lassen.