Matchvorschau

Nach einer Woche Fasnachtspause geht es für die Handballerinnen des STV Willisau in der Finalrunde weiter. Im zweitletzten Heimspiel der Saison haben sie noch eine Rechnung zu begleichen.

von Ramon Marti

Die letzten Konfettischnipsel sind aus den Haaren gezupft und die eifrig geschminkten Gesichter haben wieder den gewohnten hautfarbenen Teint angenommen. Während die kuschligen Bärenfelle oder die einengenden Ballerina-Kostüme wieder im Wandschrank verstaut sind, werfen sich Anja Roth und ihre Teamkolleginnen wieder ins gewohnte gelbrote Dress des STV Willisau. «Einige werden bestimmt etwas müder zurückkommen als andere», meint Roth mit einem Augenzwinkern. «Wir gingen als Team auch an zwei, drei Feste. Das stärkt den Zusammenhalt und liefert immer wieder lustige Geschichten.» Die Fasnachtswoche habe gutgetan, um «Energie für den Schlussspurt der Saison zu tanken».

Schlechte Erinnerung an letztes Duell

Nach den trainingsfreien Abenden am «Schmudo» und am Güdismontag haben Roth und Co. ihren Fokus aufs morgige Heimspiel gelegt – das zweitletzte der Finalrunde. In der BBZ-Halle empfangen die Willisauerinnen um 18 Uhr die Red Dragons aus Uster.

Das letzte Direktduell im Januar ging an die Zürcherinnen. Damals stand es bis zehn Minuten vor Schluss noch unentschieden, ehe die Willisauerinnen das Spiel hergaben und letztlich auswärts mit 23:26 verloren. «Das Learning ist klar: Das Spiel dauert 60 Minuten. Wir müssen über die volle Distanz unsere Leistung auf die Platte bringen», fordert Anja Roth. «Zuletzt waren wir zu unkonstant: Einmal gut verteidigt, aber zu fehlerhaft im Angriff, im nächsten Spiel umgekehrt.» Nun gelte es, die Puzzlestücke zusammenzufügen. Keine leichte Aufgabe gegen die aktuellen Tabellenzweiten.

 

 

Wir haben ebenfalls gute Spiele gezeigt. Wenn wir es schaffen, unser Können ab Minute Eins bis zum Schlusspfiff abzurufen, sind wir ebenfalls schwer zu schlagen..

 

Anja Roth, Flügelspielerin

Den Zahlen zum Trotz

Uster hat von ihren bisherigen fünf Spielen in der Finalrunde vier für sich entschieden und dabei einzig gegen die ungeschlagenen Leaderinnen des GC Amicitia Zürich den Kürzeren gezogen. Willisaus Bilanz liest sich mit nur zwei Zählern aus fünf Partien exakt spiegelverkehrt. Die Form und die Statistikbücher sprechen also eher für einen Punkteklau von Uster. Anja Roth entgegnet: «Wir haben ebenfalls gute Spiele gezeigt. Wenn wir es schaffen, unser Können ab Minute Eins bis zum Schlusspfiff abzurufen, sind wir ebenfalls schwer zu schlagen.» Ausserdem spielt Willisau vor eigenem Anhang. «Eine lautstarke Unterstützung durch unsere Fans kann uns zusätzlichen Schub verleihen. Wir wollen bis zum Ende kämpfen und unsere Angriffs- und Verteidigungsqualitäten zusammenfügen.»

Bei Roth und ihren Teamkolleginnen sind also Puzzle-Fähigkeiten gefragt. Wer weiss, vielleicht war das Konfetti-Sortieren die entscheidende Aufwärmübung dafür.