Matchbericht

Nach der letzten deutlichen Niederlage bot sich den Willisauer Handballerinnen am Samstag auswärts bei der SG HV Olten 1 die Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Der erhoffte Erfolg blieb jedoch aus: In einer umkämpften Partie gingen die Willisauerinnen mit 23:28 erneut leer aus.

von Marina Marti

Nervöser Beginn

Dass in Olten nichts geschenkt wird, war den Spielerinnen bewusst. Zwar sind die Solothurnerinnen bekannte Gesichter, doch bleibt deren Auftritt stets schwer einzuschätzen. Für Trainer Jan Peter war deshalb klar, worauf es ankommt:

«Der Fokus liegt voll bei uns. Wenn wir unsere Stärken zeigen und jede ihre Aufgabe erfüllt, gehen wir mit zwei Punkten nach Hause. Anders geht es nicht.»

Mit dezimiertem Kader starteten die Willisauerinnen motiviert in die Partie. Der Auftakt verlief jedoch holprig. Nervosität und Unsicherheiten prägten das Spiel der Gäste, was sich in mehreren technischen Fehlern und Fehlwürfen widerspiegelte. Olten nutzte dies aus und setzte sich früh mit zwei Toren ab.

Abgesehen von der Anfangsphase blieb die Partie über weite Strecken ausgeglichen. Beide Teams bekundeten Mühe, im Angriff zu klaren Abschlüssen zu kommen, was zu weiteren technischen Fehlern und einem insgesamt zerfahrenen Spiel führte. Viele Unterbrechungen und mehrere Zwei-Minuten-Strafen unterstrichen die hohe Intensität der Begegnung. Nach 20 Minuten zeigte die Anzeigetafel ein knappes 12:11. Während Willisau in der Folge weiterhin gute Chancen liegen liess, agierten die Gastgeberinnen effizienter und bauten ihren Vorsprung bis zur Pause auf vier Tore aus. Beim Stand von 16:12 ging es in die Kabine.

Ein Hoch nach der Pause

In der Halbzeit zeigte sich Trainer Peter zwar enttäuscht, erkannte aber auch positive Ansätze:

«Es gibt einige gute Aktionen. Sobald wir aber aus unserem System brechen – vorne wie hinten – machen wir uns das Leben selbst schwer. Spielt das, was wir abmachen.»

Diese Worte schienen vor allem defensiv Wirkung zu zeigen. Die Willisauerinnen traten nach dem Seitenwechsel aggressiver auf, zwangen Olten zu Fehlern und brachten mehr Stabilität ins eigene Spiel. Die Partie blieb jedoch zerfahren, nicht zuletzt aufgrund weiterer Zeitstrafen auf beiden Seiten. Die Gäste bewiesen Moral und hielten selbst in doppelter Unterzahl stand. Auch offensiv fanden sie nun besser ins Spiel und belohnten sich: In der 44. Minute gelang erstmals der Ausgleich.

Ob er in naher Zukunft erneut in ähnlicher oder neuer Funktion innerhalb des Vereins Aufgaben übernehmen oder sogar bei einem anderen Verein anheuern wird, wisse er noch nicht und habe bei der Entscheidung «keinerlei Rolle gespielt». Auch ein vorübergehendes Kürzertreten vom Handballsport sei denkbar, der ihn seit über 15 Jahren (zunächst als Leistungssportler, nun als Trainer) fast täglich begleitet.

Effizienz entscheidet die Partie

Den Willisauerinnen gelang es jedoch nicht, diesen Schwung bis zum Ende mitzunehmen. Mit zunehmender Spieldauer schwanden die Kräfte – und mit ihnen erneut die Konsequenz in Angriff und Verteidigung. Technische Fehler häuften sich, was Olten souverän auszunutzen wusste. Schritt für Schritt setzten sich die Gastgeberinnen wieder ab und erspielten sich erneut einen Vier-Tore-Vorsprung. Zwar liess in der Schlussphase auch bei Olten die Energie nach, am Spielausgang änderte dies jedoch nichts mehr. Beim Schlusspfiff zeigte die Anzeigetafel ein 28:23.

Blick nach vorne

Die Enttäuschung über die Niederlage war spürbar, dennoch überwog keine negative Stimmung. Der Einsatz stimmte, nun gilt es, weiter an Effizienz und Konstanz zu arbeiten. Bereits am kommenden Samstag bietet sich mit GC Amicitia Zürich die nächste Gelegenheit, das eigene Potenzial in Zählbares umzuwandeln.

SG HV Olten 1 – STV Willisau 28:23 (16:12) Olten BBZ (Giroud-Halle) – 69 Zuschauer – SR: Lejeune Pascal, Villain Sylvain – Strafen: 6×2 Minuten gegen Olten, 7×2 Minuten gegen Willisau.

SG HV Olten 1: Gnehm (40%), Traber (1), Seliger (2), Zanitti (9), Wettstein, Witschi (1), Kaiser, Rakaric (4), Kern (1), Zürcher, Page (3), Läber (2), Hartmann (2), Shabanaj (3) – Coach: Müller-Ravlic Ivana, Bichsel André, Ennen Alexandra, Siegenthaler Tamara.

STV Willisau: Setz (41%), Roos (20%), Meier (5), Von Rotz (2), Portmann L. (2), Küttel (3), Furrer, Portmann K. (3), Marti (1), Günnel (4), Roth, Schwer L. (3) – Coach: Peter Jan, Schnyder Yara, Mponda Aliyah.

WILLISAU/LU, 13. DEZEMBER 2025 - STV WILLISAU HANDBALL F1: SG MALTERS/KRIENS: Die Damen der 1. Mannschaft STV Willisau bezwangen SG Malters / Kriens mit 23-21 (14-12). Hallenbad Willisau. ths/Photo by: THOMI STUDHALTER