Matchvorschau

Vor dem Gastspiel der Willisauer Handballerinnen am Sonntag in Zug spricht Rückraumspielerin Chiara Meier über jüngste Enttäuschungen, eine offene Rechnung und ihren Rücktritt.

  • LK Zug – STV Willisau

  • 1. März 2026, 14.00 Uhr

  • Zug Sporthalle

von Ramon Marti

Der Punktgewinn gegen den Gruppenzweiten der Finalrunde der 1. Liga war zum Greifen nah. Die Handballerinnen des STV Willisau hatten am letzten Wochenende 60 Minuten mit den Aufstiegsanwärterinnen aus Uster mitgehalten. Doch in der allerletzten Spielsekunde liess Léna Schwerzmann mit ihrem Siegtreffer zum 28:29 ihre Red Dragons wortwörtlich abheben – und die Willisauer BBZ-Halle verstummen. Vor eigenem Anhang versanken Rückraumspielerin Chiara Meier und ihre Teamkolleginnen zwar nicht gerade im Tal der Tränen, doch die Enttäuschung sei gross gewesen. «Wenn du über das ganze Spiel gegen den Tabellenzweiten dranbleibst und dann unmittelbar vor dem Schlusspfiff doch mit leeren Händen dastehst, ist das schon hart.»

Die Niederlage in letzter Sekunde mussten die Willisauer Handballerinnen verdauen. (Foto vom 25. Januar 2026, Thomi Studhalter)

«Wir gewinnen und verlieren zusammen»

Dennoch gibt es für die junge Truppe auch Positives mitzunehmen. «Wir haben uns immer wieder zurückgekämpft, haben nie nachgelassen. Die Mentalität hat gestimmt», sagt Meier. Und als Team lässt es sich auch besser trösten. «Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen. Und wir stehen gemeinsam wieder auf.»

Deswegen will die 23-Jährige will nicht länger Verpasstem nachtrauern. «Solche Erfahrungen gehören dazu. Wir lernen daraus und wollen nun gegen Zug endlich wieder punkten.» Doch auch das Gastspiel übermorgen in der Zuger Sporthalle wird kein Zuckerschlecken werden. Zwar liegt der LK Zug tabellarisch gesehen in Schlagdistanz. Im Hinspiel (21:39) ist man zuhause allerdings deutlich unter die Räder – oder eher Gleise – gekommen. «Damals hat nicht viel zusammengepasst», erinnert sich Meier ungern zurück. «Zu viele Fehler in der Deckung, im Angriff und in der Absprache. Da haben wir noch eine Rechnung offen.»

 

Ich werde das sicher vermissen. Gleichzeitig freue ich mich auf das, was kommt, und werde mit meinen Teamkolleginnen bis zum Saisonabschluss am 14. März nochmals alles geben, um noch ein paar Punkte zu holen.

Chiara Meier, Damen 1, über ihren bevorstehenden Rücktritt.

Sportstudium in Magglingen hat Priorität

Für die Hinterländerinnen ist es der drittletzte Ernstkampf der Saison – und gleichzeitig das (vorläufig) drittletzte Spiel von Chiara Meier im gelbroten Dress des STV Willisau. Sie gibt per Ende der Finalrunde ihren Rücktritt. Ihr Sportstudium in Magglingen sowie ihr vorübergehender Wegzug nach Biel lassen ein regelmässiges Training unter der Woche in Willisau nicht mehr zu. «Die Reise ist weit und die Belastung zu gross. Ich möchte den Fokus auf mein Studium legen – obwohl schon auch etwas Wehmut dabei ist.» Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt sie deshalb auf die noch anstehenden Partien. «Ich werde das sicher vermissen. Gleichzeitig freue ich mich auf das, was kommt, und werde mit meinen Teamkolleginnen bis zum Saisonabschluss am 14. März nochmals alles geben, um noch ein paar Punkte zu holen.»

Hat das Offensivspiel in den letzten Jahren bei den Willisauer Handballerinnen mitgeprägt: Chiara Meier. (Foto vom 5. Dezember 2024, Lars Schwarzentruber)