Während an der U16/U18-Schweizermeisterschaft in Thun ein beinahe 30-jähriger Vereinsrekord fiel, fehlte an der U20/U23-Schweizermeisterschaft in Basel nur eine Hundertstelsekunde zur nächsten Willisauer Bestmarke: Die sieben Athletinnen und Athleten des STV Willisau sorgten am 5. und 6. September für starke Resultate, persönliche Bestleistungen und Hochspannung bis zum letzten Versuch.

Ein Zentimeter fehlt zur Medaille

Für den ersten Willisauer Höhepunkt in Thun sorgte Kim Niggli im Weitsprung der U16. Als Achte der Meldeliste angereist, steigerte sie sich von Versuch zu Versuch und setzte im sechsten und letzten Durchgang mit 5,32 Metern ihre Bestweite in den Sand. Damit lag sie zwischenzeitlich auf dem dritten Rang. Erst mit dem allerletzten Sprung zog eine Konkurrentin noch vorbei – um einen einzigen Zentimeter. Niggli beendete den packenden Wettkampf auf dem hervorragenden vierten Rang. Über 80 Meter zeigte sie in 10,40 Sekunden ebenfalls einen starken Auftritt, verpasste den Halbfinal jedoch.

Ein besonderer Vereinsrekord

Am Sonntag setzte Niggli über 80 Meter Hürden das nächste Ausrufezeichen. Bereits im Vorlauf verbesserte sie ihre persönliche Bestzeit auf 12,22 Sekunden und qualifizierte sich für den Halbfinal. Dort legte sie nochmals nach: In 12,11 Sekunden unterbot sie den bisherigen Vereinsrekord um vier Hundertstelsekunden. Die beinahe 30 Jahre alte Bestmarke hatte ausgerechnet ihrer heutigen Trainerin und Betreuerin Meni Kunz gehört. Als Vierte ihres Halbfinals verpasste Niggli den Final, erfüllte sich mit dem Vereinsrekord jedoch ein grosses Saisonziel.

Pfrunder steigert sich zweimal

Auch in Basel rückte ein Willisauer Vereinsrekord in greifbare Nähe. Lena Pfrunder zeigte über 400 Meter Hürden der U20 zwei ausgezeichnete Rennen. Im Vorlauf qualifizierte sie sich in neuer persönlicher Bestzeit von 66,23 Sekunden für den Final. Dort lief sie mutig, steigerte sich erneut auf 65,62 Sekunden und belegte den starken sechsten Rang. Zum U20-Vereinsrekord fehlte ihr damit nur gerade eine Hundertstelsekunde.

Scherrer verpasst das Podest knapp

Chantal Scherrer mischte im Stabhochsprung der U23-Frauen ganz vorne mit. Mit übersprungenen 3,45 Metern blieb sie nur sechs Zentimeter unter ihrer Saisonbestleistung und erreichte den ausgezeichneten vierten Rang. Damit verpasste sie eine Medaille nur knapp. Auch Alice Arnold vom TV Grosswangen, die ihr Speerwurftraining beim STV Willisau absolviert, war in Basel im Einsatz. Mit 36,08 Metern belegte sie im Speerwurf der U20-Frauen den elften Schlussrang und blieb damit weniger als einen Meter unter ihrer persönlichen Bestleistung von 36,93 Metern.

Starke Auftritte in Sprint und Hochsprung

Anna Marino überzeugte in Thun über 100 Meter der U18. Trotz Beschwerden an Wade und Achillessehne sprintete sie in 12,73 Sekunden zu einer deutlichen persönlichen Bestleistung. Lediglich drei Hundertstelsekunden fehlten zum Halbfinal. Über 200 Meter erreichte sie am Sonntag in 27,02 Sekunden das Ziel. Greta Heinemann vertrat die Willisauer Farben über 400 Meter. Sie ging das Rennen mutig an und zeigte auf den ersten 300 Metern einen sehr guten Lauf. Auf der Zielgeraden musste sie dem hohen Anfangstempo etwas Tribut zollen, kämpfte jedoch bis zum Schluss und erreichte das Ziel in 64,20 Sekunden. Im Hochsprung der U20 feierte Remo Müller seine SM-Premiere. Erst auf diese Saison hin hatte er von den Mittelstrecken zum Hochsprung gewechselt. Mit 1,75 Metern klassierte er sich auf dem geteilten sechsten Rang und sammelte wertvolle Erfahrungen. Marco Roos stellte sich im Hochsprung der U23-Männer der starken nationalen Konkurrenz. Mit übersprungenen 1,82 Metern erreichte er den neunten Rang und damit eine Top-10-Platzierung. Auch wenn die Saison bisher nicht immer nach Wunsch verlief, kämpfte der Willisauer in Basel bis zum Schluss und zeigte nochmals einen soliden Auftritt.

Sieben Athletinnen und Athleten auf nationaler Bühne

Mit zwei vierten Rängen, mehreren Top-10-Klassierungen, drei persönlichen Bestleistungen und einem neuen Vereinsrekord darf der STV Willisau auf ein gelungenes SM-Wochenende zurückblicken. Die Auftritte in Basel und Thun zeigten eindrücklich, wie viel Kampfgeist und Potenzial im Willisauer Nachwuchs steckt.

Bild: athletix.ch