Matchvorschau

Morgen Samstag starten die Willisauer Handballer in ihre vierte 1.-Liga-Saison in Serie. Sie tun dies einmal mehr ohne externe Zuzüge, dafür mit einem neuen Trainertrio. Dieses versprüht Zuversicht, mahnt aber gleichzeitig Realismus an.

  • STV Willisau – HC KTV Altdorf

  • 5. September 2026

  • Altdorf, Feldli

*** Bericht des Willisauer Boten, Ausgabe vom 4. September 2026, Autor: Patrik Birrer ***

Die offizielle Kommunikation zur Besetzung des Cheftrainerpostens der Willisauer 1.-Liga-Handballer erfolgte spät. Und für Aussenstehende enthielt sie Überraschendes. Denn: Gemeinsam mit Daniel Schneider und Philipp Mehr bildet Luca Peter neu ein gleichberechtigtes Trainertrio. Jener Luca Peter, der bereits im Januar zum neuen Cheftrainer der SPL1-Handballerinnen der Spono Eagles aus Nottwil ernannt worden war. «Ich kann nachvollziehen, dass es für einige überraschend kam», sagt der 30-Jährige. Er hingegen sieht darin eine Chance, sich als junger Trainer weiterzuentwickeln. «In meinem Alter ist es entscheidend, möglichst viel Coachingerfahrungen zu sammeln», so Peter. Zudem reduzierte er sein Pensum auf 50 Prozent – um noch mehr Zeit dem Handball widmen zu können.

Der Realität in die Augen schauen

Trotzdem habe er sich den Entscheid alles andere als einfach gemacht. «Als der Verein auf mich zukam, war für mich sofort klar: Ich kann nur mit gutem Gewissen zusagen, wenn ich zuverlässige, engagierte und kompetente Leute an meiner Seite habe.» Bei Daniel Schneider und Philipp Mehr sei das der Fall. Alle drei sind seit Jahren eng mit dem STV Willisau verbunden und ergänzen sich ideal. «Wir teilen uns die Trainings auf und werden das auch mit den Spielen so handhaben», erklärt Peter. Unter diesen Voraussetzungen bringe er seine Erfahrungen gerne ein. Diese hat er zuletzt schwerpunktmässig im Frauen-Handball gemacht (Nachwuchsverantwortlicher sowie Co-Trainer der 1. Mannschaft bei den Spono Eagles sowie Cheftrainer der 1.-Liga-Handballerinnen beim STV Willisau). Nun auf Stufe 1. Liga auch bei den Männern tätig zu sein, erachte er als grossartige Chance.

Übertriebene Erwartungen von den Verantwortlichen seines Stammvereins oder aus dem begeisterungsfähigen Umfeld spürt Luca Peter bisher nicht. Unter Druck setzen er und seine Trainerkollegen sich erst recht nicht. «Wir können ziemlich gut einschätzen, was wir hier erwarten und erreichen können.» Was Peter meint: Handballerisch hätten sie im Vergleich mit den allermeisten anderen Teams in der 1. Liga Defizite. Nicht weil in Willisau schlechte Arbeit geleistet werde. «Sondern schlicht, weil viele andere Mannschaften zu grossen Teilen aus Spielern bestehen, die in ihrer Jugend auf höchstem Nachwuchslevel gespielt und entsprechend viel trainiert haben.» Da liege es auf der Hand, dass sie in Willisau in taktischer und technischer Hinsicht Aufholbedarf hätten. «Dessen sollten wir uns schon bewusst sein.»

Die Abwehr stabilisieren

Deshalb und auch aufgrund der Erfahrungen aus den letzten beiden Saisons könne es für die neue Spielzeit nur ein Ziel geben: den Ligaerhalt. «Alles andere sind Träumereien», stellt Luca Peter klar. Und wie wollen die Willisauer gegen handballerisch überlegene Gegner bestehen? «Wir kennen uns seit Jahren, sind eingespielt und haben einen aussergewöhnlichen Zusammenhalt. Genau das wollen wir in die Waagschale werfen.» Und genau das wollten auch die Zuschauerinnen und Zuschauer in Willisau sehen.

Wir haben uns im Trainerteam rasch darauf verständigt, dass sich die Jungs ihre Einsatzzeit in erster Linie über ihre Leistung in der Abwehr verdienen müssen.

Luca Peter, Teil des M1-Trainertrios

In der Vorbereitung hätten sie den Hebel schwerpunktmässig in der Abwehr angesetzt. Das hat einen Grund: 822 Gegentreffer mussten die Willisauer ihren Gegnern in den 24 Spielen der vergangenen Saison zugestehen. Nur bei den direkten Absteigern Mythen-Shooters (843) und Seetal (868) lag dieser Wert noch höher. «Wir haben versucht, systematisch vorzugehen, haben zuerst beim individuellen Verhalten in der Abwehr angesetzt, dann in Kleingruppen verteidigt und dies schliesslich auf den ganzen Abwehrverbund ausgeweitet», erklärt Peter. Dieser klare Schwerpunkt erfordere auch bei den Spielern ein gewisses Umdenken. «Wir haben uns im Trainerteam rasch darauf verständigt, dass sich die Jungs ihre Einsatzzeit in erster Linie über ihre Leistung in der Abwehr verdienen müssen.» Mit den Eindrücken aus der Vorbereitung und den Testspielen zeigt sich das neue Willisauer Trainertrio zufrieden. «Es gab wie immer in dieser Phase Licht und Schatten. Aber die Ansätze stimmen uns zuversichtlich.»

Auftakt im Urnerland

Nach der langen und intensiven Vorbereitung freuen sich die Willisauer Handballer auf den Start zur Meisterschaft und den Kampf um die ersten Punkte. Zum Auftakt gastieren die Hinterländer in Altdorf. Eine Destination, an der es für sie in jüngster Vergangenheit nicht allzu viel zu holen gab. Morgen Samstag soll sich das ändern. «Uns erwartet ein starker Gegner, bei dem es im Sommer einige personelle Veränderung gegeben hat. Das kann eine Chance sein für uns. Wir wollen mutig und als Einheit auftreten und mit etwas Zählbarem zurückreisen.»

*** Bericht des Willisauer Boten, Ausgabe vom 4. September 2026, Autor: Patrik Birrer ***