Die Willisauer Emotionen waren an der zweitletzten Runde der Korbball Schweizermeisterschaft sehr zwiegespalten: Einerseits konnten sie den ersten Sieg der Saison feiern. Andererseits stand trotzdem fest, dass sie sich aus der Nationalliga B verabschieden müssen. «Wir sind sehr enttäuscht, dass wir den Ligaerhalt nicht geschafft haben. Insbesondere, weil wir uns diese Saison so viel vorgenommen haben. Wir konnten dies jedoch nicht so umsetzen, wie wir uns das vorgestellt haben», sagt Spielertrainerin Mirjam Isenschmid.

Vor der Runde hatte noch eine kleine Hoffnung bestanden, dass der Coup geschafft werden konnte. Dafür wären am Sonntag in Aarwangen jedoch drei Siege nötig gewesen. Doch schon die erste Partie auf dem staubtrockenen Feld ennet der Kantonsgrenze verlief harzig. Die Gegnerinnen aus Wolfenschiessen starteten etwas besser in die Partie, glänzten jedoch wie die Willisauerinnen nicht mit einer guten Trefferquote. So konnten die Hinterländerinnen wieder zum 3:3 aufschliessen. Nach der Pause fanden beide Team besser in den Rhythmus. Der STVW verteidigte zwar gut und kämpferisch, doch die grossgewachsenen Nidwaldnerinnen konnten mit cleveren Blocks unter dem Korb immer wieder vorlegen. Und obwohl die Willisauerinnen den Kopf nie in den Sand steckten, reichte es am Ende knapp nicht zum geforderten Sieg. Die Partie endete 11:9 zugunsten der Gegnerinnen.

Und auch gegen Neukirch-Roggwil – den Aufsteigerinnen, die in der NLB überraschen und derzeit auf dem zweiten Rang liegen – konnte der STVW keine Punkte einfahren. Zwar verlief die erste Halbzeit sehr ausgeglichen. Zu Beginn war es ein stetiger Schlagabtausch und die Willisauerinnen kamen zu guten Chancen. Doch nach der Pause zeigten die Thurgauerinnen, warum sie so weit oben in der Tabelle liegen. Sie legten eine überragende Trefferquote an den Tag, zeigten eindrückliche Einzelleistungen und liessen ihren Gegnerinnen nicht den Hauch einer Chance. Mit 18:9 fuhren sie einen diskussionslosen Sieg ein.

Es blieb nicht viel Zeit für die Willisauerinnen, um diese beiden Dämpfer zu verdauen. Denn das wichtigste Spiel des Tages gegen das neuntplatzierte Täuffelen 2 stand an. Da die Bernerinnen zuvor Moosseedorf 2 bezwungen hatten, war es umso wichtiger, dass der STVW das Duell für sich entscheiden konnte, um wieder auf einen Punkt an das Team heranzukommen. Und die Reaktion war eindrücklich. Zu Beginn glich die Partie eher noch einem Abtasten, danach erspielten sich die Grafenstädterinnen gute Chancen und nahmen präzise Würfe. So zogen sie schon früh auf 6:2 davon. Diesen Vier-Körbe-Vorsprung konnten sie über die ganze Partie mehr oder weniger halten. Und gerade auch, weil die Bernerinnen immer wieder im Abschluss sündigten, fuhren die Willisauerinnen am Ende mit 12:9 den langersehnten ersten Sieg der Saison ein.

Nun befindet sich der STVW vor der Schlussrunde noch einen Punkt hinter den Bernerinnen. Das bedeutet, dass mindestens ein Punkt Anfang September her muss. Schaffen es die Willisauerinnen noch auf den neunten Platz, sind sie berechtigt, noch diesen September an den Aufstiegsspielen teilzunehmen. So hätten sie nach wie vor die Möglichkeit, in der NLB zu verbleiben. «Das grosse Ziel ist nun, diesen neunten Platz noch zu holen. So könnten wir die NLB-Saison immerhin noch mit einem positiven Erlebnis abschliessen», sagt Isenschmid. (fmü)