Die 53. Austragung des Leichtathletik-Meetings in Willisau am vergangenen Samstag war ein richtiges Sportfest für Jung und Alt. Das tolle Wetter lud dazu ein, die Cracks von Morgen aus nächster Nähe zu bestaunen.
Sommerliche Temperaturen, tolle Stimmung auf und neben der Bahn sowie zahlreiche Topleistungen prägten das diesjährige Eröffnungsmeeting in Willisau. Damit das OK unter der Leitung von Marlen Baumgartner allen Interessierten eine Startmöglichkeit bieten konnte, war der Zeitplan kurzfristig noch angepasst worden. Dies führte dazu, dass es am vergangenen Samstag auf dem Schlossfeld über elf Stunden hinweg schnelle Läufe, tolle Sprünge und weite Würfe zu bestaunen gab. Die vielen Topleistungen boten einen ersten Vorgeschmack auf eine spannende Leichtathletiksaison, die für die Aktiven die EM in Birmingham sowie für den Nachwuchs die U18-EM sowie die U20-WM als Höhepunkte bereithält.
Über Willisau nach Götzis
Den Auftakt machten am Morgen traditionell die Mitglieder des nationalen Mehrkampfkaders, die seit über 40 Jahren in Willisau zu Gast sind. Einmal mehr wurde Finley Gaio seiner Favoritenrolle gerecht. Der Athlet vom SC Liestal siegte im Fünfkampf der Männer mit fast 300 Punkten Vorsprung auf Daniel Malach (LAC TV Unterstrass). Über 110 Meter Hürden – seiner Paradedisziplin – war er in 14,11 Sekunden über zwei Zehntel schneller als im Vorjahr. Im Diskuswerfen durfte er sich derweil mit 44.26 Metern über eine persönliche Bestleistung freuen, während er im Kugelstossen (13.69 Meter), im Hochsprung (1.80 Meter) und über 300 Meter (34,55 Sekunden) noch etwas hinter seinen Möglichkeiten blieb.
Im Vierkampf der weiblichen Nationalkadermitglieder kam es zu einem spannenden Duell zwischen den beiden EM-Aspirantinnen Marina Zanoni (LC Therwil) und Sandra Röthlin (Athletikzentrum Unterwalden). Während Zanoni sowohl im Hochsprung als auch über 150 Meter am meisten Punkte sammelte, war Röthlin über die Kurzhürden so- wie im Kugelstossen stärker. Am Ende siegte die 27-Jährige mit 13,67 Sekunden über die Kurzhürden, 1.66 Meter im Hochsprung, 13.42 Metern im Kugelstossen und 17,92 Sekunden über 150 Meter. Das ergab ein Gesamtergebnis von 3561 Punkten. Mit 24 Punkten Vorsprung auf Marina Zanoni durfte sich die passionierte Kleintierzüchterin so- mit als beste Mehrkämpferin auszeichnen lassen. Insbesondere die klare neue persönliche Bestzeit über 150 Meter unterstreicht, dass sich ihr Fokus auf die Verbesserung der Schnelligkeit gelohnt hat und der Aufbau auf das internationale Mehrkampfmeeting von Ende Mai in Götzis stimmt. In Vorarlberg wird auch Finley Gaio seinen ersten Zehnkampf der Saison bestreiten.
Limiten und Rekorde
Der Sprintcup, bestehend aus je einem Lauf über 60, 100 und 150 Meter, ist längst fester Bestandteil des Willisauer Leichtathletikmeetings. 48 weibliche und 49 männliche Teilnehmende nutzen in diesem Jahr die attraktive Start „veni-vidi-vici“ bestens zu. Sowohl über 60 Meter (7,37 Sekunden), 100 Meter (11,38 Sekunden) als auch über 150 Meter (17,24 Sekunden) war sie eine Klasse für sich. Während sie über 100 Meter die Limite für die U20-WM in Eugene/ USA um vier Zehntelsekunden unter- bot, knackte sie über 150 Meter gar den U20-Schweizer-Rekord von Emma Van Camp um sieben Hundertstel. Somit ist der 18-Jährigen das Comeback nach der Verletzungspause geglückt. Man darf gespannt sein, welche Zeiten sie im Ver- lauf der Saison noch auf die Bahn zaubern wird. In Xenia Buris Sog steigerten sich Lilly Isenegger (LAS Old Boys Basel) und Ayana Brunner (LC Luzern) über 100 Meter auf 12,01 und 12,03 Sekunden, womit beide die Limite für die U18-EM unterboten.
Auf dem Schlossfeld ebenfalls schon fast zu einer Tradition geworden sind weite Speerwürfe. Mit Leonie Hügli, die wie Xenia Buri für den LC Kirchberg startet, setzte ein weiteres Nachwuchstalent ein fettes Ausrufezeichen. Die 21-jährige Bernerin verbesserte ihre persönliche Bestweite mit dem 600 Gramm schweren Wurfgerät um fast dreieinhalb Meter auf 57.09 Meter, wo- mit sie nun hinter Géraldine Ruckstuhl neu auf Position 2 der ewigen Schwei- zer Bestenliste liegt. Zum Rekord der Altbürerin fehlen Leonie Hügli aktuell noch 1.22 Meter. Davon, dass der Speer- nachwuchs auf gutem Weg ist, zeugen zwei weitere Limiten für die U18-Europameisterschaften: Jevin Rasanayagam (LC Brühl Leichtathletik) mit einer Weite von 65.62 Metern sowie Valerija Meier (TV Zofingen LA) mit 49.93 Metern wussten die guten Bedingungen zu nutzen und empfahlen sich für den Start im Nationaldress.
Grosse Startfelder beim Nachwuchs
Auch zahlreiche Nachwuchsathletinnen- und -athleten vom TV Grosswangen, dem TV Dagmersellen Aktive, dem STV Nebikon, dem STV Altbüron, dem STV Roggliswil, dem TV Santenberg, der LR Gettnau, dem STV Reiden so- wie vom organisierenden STV Willisau nutzten das Meeting als erste Standortbestimmung oder gar als erste Möglichkeit überhaupt, um Wettkampferfahrung zu sammeln. «Die Teilnahme von so vielen Nachwuchsathletinnen und -athleten aus der Region hat mich besonders gefreut», so OK-Präsidentin Marlen Baumgartner. «Die Leichtathletik erlebt zurzeit einen Aufschwung – auch in vielen Turnvereinen.» Ein besonderer Dank richtete sie einmal mehr an die zahlreichenden helfen- den Hände, ohne die das Meeting nicht durchgeführt werden könnte. «Ich habe viele Komplimente erhalten. Für mich sowie fürs gesamte OK ist es schön, zu sehen, dass sich unsere Arbeit auszahlt. Es war ein richtig toller Tag mit sensationeller Stimmung. Viele Zuschauende sind bis zum Schluss dageblieben und haben auch die Speerwerferinnen, die als Letzte zu ihrem Wettkampf antraten, lautstark unterstützt.»
Text: Stefanie Barmet
Fotos: Ulf Schiller, athletix.ch












