Matchbericht

Damen 1, 1. Liga, GC Amicitia Zürich – STV Willisau, 37:30 (20:11) // Samstag, 21.03.2026

Zum letzten Spiel der Saison reisten die Willisauer Handballerinnen auswärts nach Zürich zu den Tabellenführerinnen und zugleich Aufsteigerinnen der Finalrunde, GC Amicitia Zürich. Trotz Kampfgeist und einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit mussten sich die Gäste am Ende mit 30:37 klar geschlagen geben.

Von Marina Marti

Dass auch in Zürich nichts geschenkt wird, war allen bewusst. Zum letzten Mal in dieser Saison galt es, nochmals alles zu investieren, am Gameplan festzuhalten und mit voller Überzeugung aufzutreten. «Wir wollen zeigen, woran wir in den letzten zwei Jahren hart gearbeitet haben. Wir verfügen über genügend Varianten – sowohl vorne als auch hinten. Es liegt an uns, was wir daraus machen», so Trainer Jan Peter.

Genug Gründe, um motiviert zu sein, gab es auf jeden Fall. Und doch verlief der Start in die Partie nicht nach Wunsch. In der Defensive agierten die Willisauerinnen zu wenig aktiv und aggressiv und auch im Angriff fehlte die nötige Überzeugung im Abschluss. Früh gerieten die Gäste mit zwei Toren in Rückstand. Der Rückstand hielt sich zwar zunächst in Grenzen, wirklich überzeugend trat Willisau jedoch nicht auf.

Auch ein Timeout brachte vorerst nicht die erhoffte Wende. Technische Fehler schlichen sich weiterhin ins Spiel ein und wurden von den Zürcherinnen konsequent bestraft. Umgekehrt gelang es den Willisauerinnen zu selten, aus erzwungenen Fehlern Kapital zu schlagen. Selbst die Variante mit sieben Feldspielerinnen funktionierte nicht wie gewünscht. Folge: Mehrere Treffer ins leere Tor. So konnte GC Amicitia Zürich den Vorsprung bis zur Pause auf neun Tore ausbauen (20:11).

Reaktion nach der Pause

Entsprechend deutlich fiel die Halbzeitansprache von Trainer Peter aus. Sowohl im Angriff als auch in der Defensive fehlte die nötige Konsequenz. «Sobald wir aktiv nach vorne arbeiten, zwingen wir sie zu Fehlern. Das müssen wir konsequent durchziehen», lautete die Devise. Vor allem sei aber im eigenen Angriff zu feilen: «Wir müssen mit all unserer Kraft auf das Tor werfen. Wir zeigen im Training genug, dass wir das können. Das müssen wir nun hier abliefern. Alles andere reicht nicht.»

Die Willisauerinnen nahmen sich diese Worte zu Herzen. Nach dem Seitenwechsel traten sie sicherer auf und fanden besser ins Spiel. Gleichzeitig unterliefen den Gastgeberinnen in den ersten Minuten mehrere technische Fehler, was den Gästen in die Karten spielte. Bis zur 40. Spielminute kämpfte sich Willisau auf vier Tore heran und brachte die Partie nochmals ins Wanken.

Auf und Ab in der Aufholjagd – schliesslich unbelohnt

Doch die Konstanz fehlte weiterhin. Unpräzise Pässe und überhastete Abschlüsse verhinderten, dass die Gastgeberinnen den Rückstand weiter vergrössern konnten. Zwar gelang es immer wieder, den Abstand zu reduzieren, doch GC Amicitia fand jeweils die passende Antwort und hielt Willisau auf Distanz.

Als die Zürcherinnen in der 50. Minute beim Stand von 31:26 ein Timeout nahmen und ebenfalls auf eine siebte Feldspielerin setzten, bot sich den Willisauerinnen nochmals eine Chance. Tatsächlich konnten sie den Rückstand nochmals verkürzen und blieben in Schlagdistanz. Die Möglichkeiten, das Spiel doch noch zu drehen, waren vorhanden.

Letztlich fehlte jedoch die Effizienz. Fehlwürfe und technische Fehler häuften sich erneut in der Schlussphase, während die Kräfte nachliessen. Trotz nachlassender Konstanz auf Seiten der Gastgeberinnen liessen sich diese den Sieg nicht mehr nehmen und setzten sich am Ende mit 37:30 durch.

Emotionaler Saisonabschluss

Die Enttäuschung über die Niederlage war klar spürbar. Und doch fand Trainer Peter in seinem letzten Spiel mit diesem Team auch positive Worte: «Die zweite Halbzeit konnten wir für uns entscheiden. Dass wir die Chance hatten, gegen die Aufsteigerinnen gut mitzuhalten, unterstreicht euer Potenzial. Wir wissen alle, dass wir gut genug Handball spielen können, um auch heute die zwei Punkte mit nach Hause zu nehmen. Alles beginnt aber in unseren Köpfen. Nehmt das unbedingt mit.»

Für einige Spielerinnen war es zudem ein emotionaler Abschied, da sie ihre Karriere beenden. Entsprechend wurde es nach dem Schlusspfiff nochmals emotional. Nun gilt es, die Saison nach dem Spiel sowie auch in einem Abschlusstraining gemeinsam ausklingen zu lassen und schliesslich neue Energie zu tanken. Die Pause ist kurz, ehe bereits die nächste Vorbereitungsphase beginnt. Dann in neuer Konstellation und mit frischer Motivation.

 

GC Amicitia Zürich – STV Willisau 37:30 (20:11)

Zürich Saalsporthalle – 135 Zuschauer – SR: Egger Julian, Gisler Basil – Strafen: 1×2 Minuten gegen Zürich, 3×2 Minuten gegen Willisau.

GC Amicitia Zürich: Huwiler (34%/1), Moz (15%), Bosshard (9), Kälin (4), Leupi, Schönenberger (4), Kappeler (1), Gloor, Capkin (4), Holenstein (1), Lipovsky, Thalmann (6), Angst (5), Rupli (2) – Coach: Schudel Thomas, Bienz Christian, Von Rechenberg Felix, Bopp Hannah, Müller Colleen.

STV Willisau: Setz (13%), Roos (8%), Meier (7), Von Rotz (1), Portmann L. (3), Küttel (2), Furrer (4), Portmann K. (4), Marti, Günnel (5), Baumeler (3), Schwer (1) – Coach: Peter Jan, Egli Denise, Cranz Simone.