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Sonntag, 07. Mai 2017

Dem schlechten Wetter mit guten Leistungen getrotzt

Leichtathletik/ Willisauer Meeting

Auch das 45. Willisauer Meeting war von Regen und Wind geprägt. Dennoch überzeugten diverse Athleten mit Topleistungen. Die Hochspringerin Salome Lang und die Diskuswerferin Chantal Tanner erfüllten beide die Limite für die U23-EM.

Petrus war auch in diesem Jahr nicht auf der Seite des Willisauer Meetings. Die ersten Disziplinen konnten zwar noch im Trockenen absolviert werden – doch schon bald waren Regen und Wind die prägenden Wetterkomponenten. Die Athleten liessen sich - genauso wie die bestens vorbereiteten Organisatoren - von den nicht optimalen Bedingungen jedoch nicht beirren und überzeugten mit diversen Topleistungen.

Géraldine Ruckstuhl siegt im Generationenduell

Zu einer Überraschung kam es im Vierkampf der Frauen, bestehend aus den Disziplinen 100 Meter Hürden, Hochsprung, Kugelstossen und 150 Meter. Die deutlich höher eingestufte Ellen Sprunger erwischte keinen guten Tag und musste sich in allen vier Disziplinen unter ihrem Wert geschlagen geben. Besser lief es hingegen ihrer zwölf Jahre jüngeren Widersacherin Géraldine Ruckstuhl. Die Athletin vom STV Altbüron stellte über 100 Meter Hürden mit 14.23 Sekunden trotz mässigem Start eine persönliche Bestleistung (PB) auf. Im Hochsprung kam die 19-Jährige mit übersprungenen 1.75 Meter bis auf drei Zentimeter an ihren Hausrekord heran. Auch im 150-Meter-Lauf stoppten die Uhren mit 18.89 Sekunden nur eine Zehntelssekunde über der persönlichen Bestleistung. Einzig im Kugelstossen lief es der Absolventin des Sport-KVs nicht nach Wunsch. Mit 12.86 Metern blieb sie deutlich hinter ihrer vor Wochenfrist aufgestellten PB von 13.59 Metern zurück. In der Endabrechnung war Géraldine Ruckstuhl mit 3470 Punkten klar die stärkste Mehrkämpferin und siegte mit deutlichem Vorsprung auf Ellen Sprunger, welche sich mit 3321 Punkte begnügen musste.

Jonas Fringeli wird Favoritenrolle gerecht

Bei den Männern war der letztjährige EM-Teilnehmer Jonas Fringeli (LC Turicum) als Favorit in den Fünfkampf gestartet. Dieser Rolle wurde der 29-Jährige auch gerecht. Nach den Disziplinen 110 Meter Hürden, Diskus, Kugelstossen, Hochsprung und 1000 Meter hatte er insgesamt 3931 Punkte gesammelt - fast 200 Punkte mehr als der Zweitplatzierte Raphael Holdener vom ETV Schindellegi. Im Vergleich zum Vorjahr büsste Jonas Fringeli 111 Punkte ein. Einzig im Kugelstossen war er heuer besser. Ein erfolgreicher Auftakt in die Mehrkampfsaison gelang dem Altbüroner Fabian Steffen. Der 18-Jährige konnte den Fünfkampf der Junioren zu seinen Gunsten entscheiden. Überzeugend waren dabei vor allem die neuen persönlichen Bestleistung im Hochsprung (1.81 Meter) und im Kugelstossen (12.12 Meter). Finley Gaio vom SC Liestal erfüllte innerhalb des Fünfkampfes mit 14.13 Sekunden über 100 Meter Hürden die Limite für die U20-EM, welche vom Verband bei 14.50 Sekunden festgelegt wurde.

Schnelle 1000-Meter-Zeiten bei den Männern

Bei widrigen Bedingungen starteten die Mittelstreckenspezialisten zum Rennen über 1000 Meter. Pacemaker Raphael Salm löste seine Aufgabe mit Bravour und führte das Feld dicht gefolgt von Jonas Schöpfer (STV Sempach) und Pascal Furtwängler (TV Längasse Bern) 600 Meter lang an. Eine Runde vor Schluss nahm Jonas Schöpfer das Zepter in die Hand und konnte das Tempo auf den letzten 200 Meter noch einmal steigern. Der Berner Pascal Furtwänger blieb jedoch dicht an seinen Fersen. So kam es auf der Zielgeraden zu einem spannenden Endspurt mit dem knapp besseren Ende für den Sempacher. Jonas Schöpfer siegte mit vier Hundertstelsekunden Vorsprung in 2:24.68 Minuten und durfte sich genauso wie Pascal Furtwängler über eine neue persönliche Bestleistung freuen. Wie gut diese Zeiten sind, zeigt ein Blick in die Ranglisten. Letztmals wurde in Willisau Mario Bächtiger im Jahr 2012 mit 2:24.54 Minuten schneller gestoppt.

Persönliche Bestzeit für Lisa Stöckli

Bei den Frauen war mit der Winterthurerin Lisa Kurmann eine der zurzeit stärksten Schweizer Mittelstreckenläuferinnen gemeldet. Die 27-Jährige hatte sich im Vorfeld eine Zeit unter 2:45 Minuten zum Ziel gesetzt. Doch schon früh zeichnete sich ab, dass es nicht ihr Tag war. Sie hatte Mühe das angeschlagene Tempo von Pacemakerin Stefanie Barmet mitzugehen und brach auf der letzten Runde ein. Die Uhren stoppten für sie nach enttäuschenden 2:52.16 Minuten. Die Grosswangerin Lisa Stöckli von der LR Gettnau war die einzige Athletin, welche das hohe Anfangstempo mitging. Am Ende wurde die Athletin von Josef Vogel für ihr mutiges Rennen mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 2:56.02 Minuten belohnt. Für die 800-Meter-Spezialistin, welche in einer Woche in Pliezhausen über 600 Meter an den Start gehen wird, ein erfolgreicher Auftakt in die Bahnsaison.

Überragende Cornelia Halbheer

Im Sprintcup der Frauen war Cornelia Halbheer von der LV Winterthur die überragende Athletin. Die 24-Jährige konnte sowohl über 100 Meter (11.65 Sekunden) wie auch über 150 Meter (17.60 Sekunden) neue persönliche Bestzeiten aufstellen. Auch über 60 Meter kam die letztjährige EM-Teilnehmerin über 200 Meter mit 7.48 Sekunden bis auf eine Hundertstelsekunde an ihre persönliche Bestleistung heran. Petra Fontanive, letztjährige Olympiateilnehmerin über 400 Meter Hürden, testete erfolgreich auf der Unterdistanz. Die Athletin des LAC TV Unterstrass stieg mit 7.55 Sekunden über 60 Meter, 12.11 Sekunden und persönlicher Bestleistung über 100 Meter und 18.20 Sekunden über 150 Meter erfolgreich in die Saison ein. Die Rothenburgerin Inola Blatty, welche noch der U20-Kategorie angehört, überzeugte dahinter mit einer persönliche Bestzeit von 18.33 Sekunden.

Andreas Haas mit Auftakt nach Mass

Dem Sprintcup der Männer drückte U20-Athlet Damian Salzmann vom LV Thun seinen persönlichen Stempel auf. Sowohl über 100 (11.23 Sekunden) als auch über 150 Meter (17.07 Sekunden) war er der Schnellste. Über 60 Meter stellte der U18-Athlet Eric de Groot vom LC Luzern mit 7.23 Sekunden die beste Zeit innerhalb des Sprintcups auf. Ein Saisoneinstand nach Mass gelang dem Menznauer Andreas Haas. Der 20-Jährige möchte sich heuer für die U23-Europameisterschaften qualifizieren. Dafür ist eine Zeit von 10.60 Sekunden gefordert. Mit 10.76 Sekunden über 100 Meter verpasste er seine persönliche Bestleistung lediglich um eine Hundertstelsekunde. Auch über 150 Meter stellte er sein grosses Potential unter Beweis und konnte seine zwei Jahre alte Bestzeit um 14 Hundertstelsekunden auf 16.28 Sekunden steigern. «Ich bin überglücklich mit diesem Start und hoffe dass es nun so weitergeht», gab Haas zu Protokoll.

Zwei U23-EM Limiten in den technischen Disziplinen

Auch in den technischen Disziplinen wurden tolle Leistungen erbracht. Allen voran die beiden erfüllten U23-EM-Limiten im Hochsprung und im Diskuswurf. Die Baslerin Salome Lang, welche eine persönliche Bestleistung von 1.86 Meter aufweist, übersprang in Willisau 1.80 Meter und erfüllte damit die für die in Bydgoszcz (Polen) stattfindende U23-EM geforderte Limite auf den Zentimeter genau. Sie siegte vor der Sempacherin Livia Odermatt (BTV Aarau Athletics), welche 1.76 Meter übersprang. Für die zweite U23-EM-Limite war Chantal Tanner (LC Zürich) besorgt. Sie warf den ein Kilogramm schweren Diskus auf 48.82 Meter, womit sie den geforderten Wert von 48.50 Meter um 32 Zentimeter übertraf und sich für ihren ersten Nachwuchs-Grossanlass qualifizieren konnte.

Lena Bussmann überspringt 1.53 Meter

Gute Leistungen gab es aber auch in anderen Disziplinen wie im Weitsprung der Männer, wo Zehnkämpfer Jan Deuber (TV Buttikon Schübelbach) eine Weite von 7.19 Meter erzielte. Diverse Nachwuchsathleten aus der Region stiegen in Willisau ebenfalls in die neue Saison ein und konnten das in den Frühlings-Trainingslagern Geübte erstmals im Wettkampf anwenden. Lena Bussmann vom organisierenden STV Willisau gelang dabei im Hochsprung der U16 eine Verbesserung ihrer PB um drei Zentimeter auf tolle 1.53 Meter. In der Kategorie U14 überzeugte die Grosswangerin Ilaria Brun mit drei Disziplinensiegen. Sowohl im Hoch- und Weisprung als auch über 60 Meter war sie nicht zu schlagen. Bei den Mädchen U12 war ihre Vereinskollegin Sophie Lipp mit drei persönlichen Bestleistungen über 60 Meter, im Weitsprung und im Ballwurf ebenfalls erfolgreich.