Aktuell Detail

Freitag, 05. Mai 2017

Start in einen Saison voller Höhepunkte

Leichtathletik/ Willisauer Meeting

Morgen Samstag findet das 45. Willisauer Meeting statt. Unter den Teilnehmenden sind neben regionalen Aushängeschildern wie Géraldine Ruckstuhl, Andreas Haas oder Lisa Stöckli auch Olympia- und EM-Teilnehmer.

Nach Rio ist vor London. Vom 5. bis 13. August finden die Weltmeisterschaften der Leichtathleten in der britischen Hauptstadt statt. Daneben stehen 2017 aber auch diverse Anlässe im Nachwuchsbereich wie die EYOF (European Youth Olympic Games), die U20- und U23-Europameisterschaften sowie die Universiade an. Für all diese Nachwuchs-Grossanlässe hat die Qualifikationsperiode am 1. Mai begonnen. Diverse Athleten aus der Region möchten sich für einen dieser Wettkämpfe qualifizieren und nutzen das Eröffnungsmeeting in Willisau als erste Standortbestimmung.

Vierkampf mit Géraldine Ruckstuhl und Ellen Sprunger

Der Saisoneinstieg der Mehrkämpfer in Willisau hat Tradition. So nimmt das nationale Mehrkampfkader in diesem Jahr bereits zum 36. Mal am Willisauer Meeting teil. Dabei absolvieren die Frauen zum Saisoneinstieg einen Vier- und die Männer einen Fünfkampf. Mit am Start ist auch die Altbüronerin Géraldine Ruckstuhl. Die amtierende U18-Weltmeisterin im Siebenkampf möchte 2017 sowohl im Mehrkampf wie auch im Speerwurf an den Junioren-Europameisterschaften in Italien teilnehmen und hofft auf einen gelungenen Saisoneinstieg. Dabei trifft sie auf der Schlossfeldanlage auf Ellen Sprunger (Cova Nyon), welche im Vorjahr im Siebenkampf an der EM in Amsterdam an den Start ging und an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teil der 4x100-Meter-Staffel war.

Jonas Fringeli ist der Gejagte

Während Ellen Sprunger über die Hürden und über 150 Meter deutlich höher einzustufen ist als die zehn Jahre jüngere Géraldine Ruckstuhl, war die Altbüronerin in den vergangenen Wettkämpfen im Hochsprung und im Kugelstossen stärker als die gebürtige Waadtländerin. Ein spannendes Generationen-Duell ist auf jeden Fall garantiert. Den Fünfkampf der Männer nimmt Vorjahressieger Jonas Fringeli als Favorit in Angriff. Der Athlet des LC Turicum stellte 2016 im Zehnkampf mit 7862 Punkten eine persönliche Bestleistung auf und vertrat die Schweiz in dieser Disziplin an der EM in Amsterdam. Der Vorjahreszweite Raphael Holdener (ETV Schindellegi) sowie der 1996 geborene Überraschungs-Hallen-Schweizermeiste Andri Oberholzer (Amriswil Athletic) sind ebenfalls am Start. Spannend wird auch zu beobachten sein, wie sich der Altbüroner Fabian Steffen gegen die bis zu 11-Jahre ältere Konkurrenz schlägt.

Neuerung bei den Mittelstrecken-Rennen

Anders als in den Vorjahren, wird bei den Aktiven nur noch ein Start über 1000 Meter angeboten. Dies führt dazu, dass die besten gemeldeten Mittelstreckenläufer über die zweieinhalb Bahnrunden aufeinandertreffen. Bei den Frauen dürfte der Sieg bei normalem Rennverlauf über Lisa Kurmann (LV Winterthur) führen, welche eine persönliche Bestzeit von 2:43.39 aufweist und somit klar die stärkste Athletin im Feld ist. Gefordert dürfte die amtierende 800-Meter-Vize-Schweizermeisterin von der aufstrebenden Lara Alemanni (TV Oerlikon) werden. Die erst 19-jährige Zürcherin entschied vor einer Woche das Nachwuchselite-Rennen am Luzerner Stadtlauf trotz Sturz überlegen für sich und lief im Dezember anlässlich der Cross-EM bei den Juniorinnen auf den tollen 15. Rang. Mit dabei ist auch die 800-Meter-Spezialistin Sonja Andenmatten (LV Visp), welche im Vorjahr in Willisau Zweite wurde. Mit grosser Vorfreude wird auch die Grosswangerin Lisa Stöckli (LR Gettnau) in Willisau ihren Saisoneinstieg bestreiten. Die Jus-Studentin möchte möglichst schnell und locker laufen und freut sich auf die vielen bekannten Gesichter entlang ihres Trainingsstadions. Stefanie Barmet vom STV Willisau wird als Pacemakerin im Einsatz stehen und versuchen die Läuferinnen zu guten Zeiten zu ziehen.

Startverzicht von Seline Scherrer und Roland Christen

Auch bei den Männern sind mit Jonas Schöpfer (STV Sempach) sowie dem Basler Michael Curti zwei der zurzeit besten nationalen Mittelstreckenläufer gemeldet. Der Sempacher, der eine persönliche Bestzeit von 2:25.19 aufweist und sich 2017 für die U23-EM in Polen qualifizieren möchte, lief im Vorjahr in Willisau auf Rang zwei. Raphael Salm von der LV Langenthal - im Sommer offiziell von der Bahn zurückgetreten - wird das Feld als erfahrener Pacemaker anführen. Die grossen Abwesenden in den 1000-Meter-Rennen sind die beiden Einheimischen Seline Scherrer und Roland Christen. Die 21-Jährige musste sich kurz vor Ostern einer Operation am Kiefer unterziehen lassen und befindet sich nach einem erfolgreichen Eingriff auf dem Weg zurück in den normalen Trainingsalltag. Ebenfalls gesundheitlich angeschlagen ist ihr Vereinskollege. Roland Christen leidet seit März an Oberschenkelbeschwerden, welche durch ein Sprinttraining hervorgerufen wurden. Trotz Verzicht auf schnelle Einheiten und intensiven Physiomassnahmen zeigten sich keine Verbesserungen, was den 25-Jährigen zu einer mehrwöchigen Laufpause zwang. «Im Hinblick auf die Freiluftsaison will ich den Oberschenkel vollständig ausheilen lassen und muss deshalb schweren Herzens auf einen Start an meinem Heimmeeting verzichten», so Roland Christen.

Sprintrennen mit Haas, Halbheer und Fontanive

Grosser Beliebtheit erfreut sich wiederum der Sprintcup, bestehend aus Läufen über 60, 100 und 150 Meter. Mit der 400-Meter-Hürden-Spezialistin Petra Fontanive (LAC TV Unterstrass Zürich) ist auch im Sprint-Dreikampf eine Olympiateilnehmerin am Start. Gefordert werden dürfte sie dabei insbesondere von Cornelia Halbheer (LV Winterthur). Die 24-Jährige erfüllte im Vorjahr überraschend die EM-Limite über 200 Meter und ist im Hinblick auf den Gesamtsieg im Sprintcup leicht zu favorisieren. Bei den Männern ist der SM-Dritte über 60 Meter in der Halle Andreas Haas mit von der Partie. Da der Menznauer am Morgen noch die Schulbank drücken muss, wird er sicher über 150 Meter und wenn zeitlich möglich auch über 100 Meter an den Start gehen. «Ich freue mich endlich wieder das Wettkampf-Feeling zu spüren und betrachte das Meeting als erste Standortbestimmung auf dem Weg zu meinem grossen Saisonziel der Qualifikation für die U23-EM.»

Grosse Nachwuchsfelder erwartet

In den technischen Disziplinen der Männer gilt ein besonderes Augenmerk dem Kugelstösser und Hallen-Schweizerrekordhalter Gregori Ott (LAS Old Boys Basel). Währenddessen treffen im Hochsprung der Frauen mit der Sempacherin Livia Odermatt (BTV Aarau) und Salome Lang (LAS Old Boys Basel) zwei der zurzeit besten Springerinnen der Schweiz aufeinander. Grosse Teilnehmerfelder werden wie in den Vorjahren im Nachwuchsbereich erwartet. Nach einem erfolgreichen Trainingslager im deutschen Breisach, werden auch die Athleten des organisierenden STV Willisau mit von der Partei sein und versuchen die im Training erzielten Fortschritte auch im Wettkampf umzusetzen. Nachmeldungen vor Ort werden bis jeweils eine Stunde vor Beginn der einzelnen Disziplinen angenommen.