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Mittwoch, 04. Mai 2016

STVW-Duo überzeugend und schnell

Beim 44. Willisauer Meeting überzeugten die Mehrkampfelite und, trotz starken Regens,  die Mittelstreckler. Annik Kälin (TV Landquart) unterbot mit 13.83 Sekunden über 100 Meter Hürden die Limite für die U18-EM in Tiflis.

von Esther Peter-Dossenbach

Das 44. Willisauer Meeting beinhaltete alles, was diese Sportart so faszinierend macht. Mehrkämpferin Ellen Sprunger (COVA Nyon) brachte dank ihrer Teilnahmen an der Universiade 2009 und an den Olympischen Spielen in London 2012 einen internationalen Touch auf die Schlossfeldanlagen. Überzeugende Leistungen gelangen in ihrem Sog aber auch vielen regionalen Athletinnen und Athleten, so unter anderem die einheimischen Andreas Haas und Stefanie Barmet.

Haas entschied den Sprintcup zu seinen Gunsten und Stefanie Barmet das 1000-Meter-Rennen. Organisatorisch lief alles trotz Wetterkapriolen wie am Schnürchen. Nach strahlendem Sonnenschein zu Beginn brachte auch der am späten Nachmittag einsetzende starke Regen keine Verzögerungen im Zeitplan. Ein perfekter Einstieg in die Freiluftsaison 2016.

Sprungers geglückter Einstieg

Einen Start-Ziel-Sieg realisierte Ellen Sprunger im Frauen-Vierkampf. Die 30-Jährige liess nichts anbrennen und legte den Grundstein zu ihrem klaren Erfolg bereits in die Startdisziplin, dem 100-Meter-Hürdenrennen. Als Einzige blieb sie mit 13.95 Sekunden unter der 14-Sekunden-Marke. Ein geglückter Einstieg in die Saison, in welcher mit den Europameisterschaften in Amsterdam und den Olympischen Spielen in Rio gleich zwei Grossanlässe anstehen.

In einer tollen Verfassung präsentierte sich auch Jonas Fringeli vom LC Turicum. Über 110 Meter Hürden, im Diskuswerfen, im Hochsprung und über 1000 Meter realisierte er Topwerte, sodass ihm der Tagessieg nicht zu nehmen war. Er wurde vom 22-jährigen Raphael Holdener vom ETV Schindellegi allerdings stark gefordert, bevor sein Tagessieg feststand.

Die Form von Ellen Sprunger wie auch Jonas Fringeli im Hinblick auf die Sommerevents stimmt also. Immer beliebter wird der Sprintcup. Hier gilt es innert weniger Stunden die Distanzen 60, 100 und 150 Meter zu absolvieren. Am Ende werden alle Zeiten zusammengezählt.

Ein dickes Ausrufezeichen für den weiteren Saisonverlauf setzte hier der einheimische Andreas Haas. Vor vier Wochen beendete er die Rekrutenschule und bereits gelang es ihm, wieder schnelle Zeiten zu realisieren. Über 60 Meter verpasste er mit 7.09 Sekunden die Sechs-Sekunden-Grenze nur ganz knapp. Über 100 Meter realisierte er mit 10.91 Sekunden die persönlich wertvollste Zeit. Keine Frage, der Menznauer befindet sich in einer sehr guten Verfassung und so dürfte er seine diesjährigen Ziele – die Halb- respektive Finalqualifikation über 100 Meter an den Aktiv-Schweizer-Meisterschaften – erreichen.

«Verhinderte» Spitzenzeiten

Mit grosser Spannung wartete das Pub-likum auf die Rennen über 600 und 1000 Meter. Mit Raphael Salm (LV Langenthal), Hugo Santacruz (LC Rapperswil-Jona), den Brüdern Jonas, David und Matthias Schöpfer bei den Männern sowie Stefanie Barmet (STV Willisau), Sandra Pool (LG Benken) und Sonja Andenmatten (LV Visp) bei den Frauen standen bekannte Namen an der Startlinie, welche in der Vergangenheit bereits mehrmals nicht nur national, sondern auch international für Furore sorgten. Lisa Stöckli (LR Gettnau), Seline Scherrer und Roland Christen (STV Willisau) führten die Spitzenfelder als Pacemaker an. Leider verhinderte der just auf diese Rennen hin einsetzende Gewitterregen und die damit sinkenden Temperaturen Topzeiten. Trotzdem durften sich die Gewinner der jeweiligen Serien (Raphael Salm über 600 Meter in 1.22,83 Minuten, Hugo Santacruz in 2.27,03 Minuten über 1000 Meter, Sandro Pool über 600 Meter in 1.38.21 Minuten und Stefanie Barmet über 1000 Meter in 2.54.32 Minuten) angesichts der äusseren Temperaturen über einen geglückten Saisoneinstieg freuen.

U18-EM-Limite für Annik Kälin

Grosse Felder verzeichneten die Organisatoren auch in diesem Jahr in den Nachwuchskategorien. Und hier gab es einige vielversprechende Resultate. Annik Kälin (AJ TV Landquart) unterbot mit 13.83 Sekunden über 100-Meter-Hürden die Limite für die U18-Europameisterschaften in Tiflis. Über 100 Meter gelang Julia Niederberger von der LA Nidwalden mit 12.43 eine Spitzenzeit. Silas Zurfluh (15-jährig, TSV Steinen) legte die 600 Meter im Alleingang und im strömenden Regen in hervorragenden 1.28,04 Minuten zurück.

Ganz stark auch der Auftritt des gleichaltrigen Yirga Nahom vom TV Kloten über 100 Meter Hürden. Die Uhren stoppten für ihn bereits nach 14.20 Sekunden. Noah Rühli (TS Rothenburg) warf den Diskus in der Kategorie U16 auf 50,28 Meter.

Bei den Knaben mit den Jahrgängen 2003 und 2004 überquerte Sven Matti von der LV Thun die Hochsprunglatte bei 1.50 Meter, landete im Weitsprung erst nach 4,96 Metern und stiess die Kugel auf über 10 Meter. Céline Schwarzentruber (STV Willisau) sicherte sich im Weitsprung mit 5,46 den Tagessieg bei den Frauen. Für Nadja-Marie Pasternack (LAC TV Unterstrass Zürich) mussten die Kampfrichter das Messband beim Speerwerfen weit ausrollen. Auf 50,31 Meter warf sie das 600 Gramm schwere Gerät.

Sieg für junge Roggliswilerin

Technisch bereits sehr ausgereift und vor allem schnell überquerte Lea Grüter vom STV Roggliswil die 80 Meter Hürden bei den U16-Mädchen. Mit 12.53 Sekunden überquerte sie die Ziellinie der ersten Serie als Siegerin.

Ein gewaltiger Satz gelang Ilaria Brun vom TV Grosswangen in die Weitsprunggrube. Mit 4.90 Metern verpasste sie die 5-Meter-Marke nur ganz knapp. Ihre Vereinskollegin Mia Emmenegger lief über 1000 Meter bei den U12-Mädchen ein einsames Rennen an der Spitze. In 3.38,45 Minuten distanzierte sie die zweitplatzierte Athletin um zwölf Sekunden.

OK-Präsident Beat Frei zog am Ende des langen Wettkampftages ein positives Fazit. 500 Athletinnen und Athleten sorgten mit 1257 Disziplinenstarts dafür, dass auf dem Schlossfeld während sieben Stunden Hochbetrieb herrschte.

Gesamte Rangliste: www.stvwillisau.ch

 
Andreas Haas

 
Sandro Wanner


Stefanie Barmet