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Dienstag, 23. September 2014

Zum Rücktritt der Hürdenspezialistin Marlen Affentranger

Marlen Affentranger (STV Willisau) gab ihren Rücktritt vom Spitzensport bekannt, nachdem eine Operation im Beckenbereich keinen Erfolg brachte. Als grössten Erfolg bezeichnet sie das Unterbieten der Limite für die EM 2012 sowie die Teilnahme an der Universiade 2011.

von Esther Peter-Dossenbach

Nach einer mehr als zweijährigen Verletzungszeit entschied sich Hürdenspezialistin Marlen Affentranger vom STV Willisau, die Nagelschuhe an den berühmten Nagel zu hängen. Dies teilte sie in der vergangenen Woche dem Schweizerischen Leichtathletikverband sowie dem Trainerstab des STV Willisau mit. «Der Entscheid fiel mir nicht leicht. Doch so macht es keinen Sinn und der Rücktritt ist deshalb vernünftig. Die Operation an der rechten Hüfte brachte nicht die erhoffte Besserung», so die Dagmersellerin im Dress des STV Willisau.

Highlights und Tiefschläge

Die 27-Jährige blickt auf eine Karriere mit vielen Highlights, aber auch einigen Tiefschlägen zurück. Nach positiven Resultaten wie beispielsweise dem Unterbieten der Limite für die Europameisterschaften in Helsinki 2012, die sie dann allerdings in allerletzter Minute aufgrund einer Fussverletzung verpasste, folgten aber auch immer wieder gesundheitliche Rückschläge. Aufgeben kam für die Leistungssportlerin aber nie in Frage. Sie glaubte stets an eine Rückkehr auf die Tartanbahn. Mit viel Geduld und unzähligen Physiotherapien sowie Alternativtrainings glaubte sie stets daran, in Zukunft wieder erfolgreich Wettkämpfe bestreiten zu können.

«Die Operation war meine letzte Hoffnung und diese hat sich nun nicht erfüllt», so Marlen Affentranger zu ihrem Rücktritt.

Die Dagmersellerin hat sich ihren Abschied von der nationalen respektive internationalen Leichtathletikbühne etwas anders vorgestellt. Zu gerne hätte sie nochmals mit Noemi Zbären, Lisa Urech und Co. über die zehn Hürden um jede Hundertstelsekunde gekämpft. Doch die Gesundheit geht nun vor.

Positive Einstellung

Die nächsten Grossanlässe wie Weltmeisterschaften 2015 und Olympische Spiele 2016 stehen unmittelbar vor der Türe. Es entspricht ihrem Naturell, ihrer positiven Einstellung, dass sie bis zuletzt um eine Genesung gekämpft hat, um nochmals Rennen bestreiten zu können.

Es hat nicht sollen sein. In weiser Voraussicht hat sie in den vergangenen Jahren ihre berufliche Zukunft vorangetrieben und sich zur eidg. dipl. Technikerin für Medienwirtschaft und -management ausbilden lassen.

Dank des Rücktritts vom Spitzensport kann sie sich nun genügend Zeit nehmen, um vollständig gesund zu werden.