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Dienstag, 26. August 2014

Mehrkampf-SM vom 23./24. August 2014 in Winterthur

Mit drei Top-Ten-Klassierungen gelang dem STV-Willisau-Trio an den Mehrkampf-SM eine starker Auftritt. Géraldine Ruckstuhl (STV Altbüron) war in der U18-Kategorie eine Klasse für sich und holte sich souverän SM-Gold im Siebenkampf.

von Esther Peter-Dossenbach

Im vergangenen Jahr gewann Roman Häfliger den Schweizer-Meister-Titel in der U23-Kategorie. Diese Leistung wollte er heuer bestätigen. Der Willisauer war sich bewusst, dass dieses Unterfangen nicht einfach zu realisieren ist. Dazu mussten ihm die zehn Disziplinen optimal gelingen. Die Vorbereitungen auf diese nationalen Meisterschaften verliefen vielversprechend, so dass der Titelverteidiger zuversichtlich nach Winterthur reiste. Mit dem ersten Wettkampftag zeigte er sich sehr zufrieden. Er verlor auf die stärksten Konkurrenten nicht allzu viele Zähler, so dass er im Kampf um die Medaillen immer noch ein Wörtchen mitreden konnte.

Doch der Auftakt über 100 Meter Hürden am frühen Sonntagmorgen gelang ihm ganz und gar nicht nach Wunsch. Nachdem er bei der siebten Hürde beinahe gestürzt wäre, verlor er nicht nur einiges an Zeit, sondern auch wertvolle Punkte. Diese konnte er in der Folge nicht mehr aufholen, vor allem weil die nun deutlich vor ihm liegende Konkurrenz keine Schwäche mehr zeigte.

Auch wenn nun die Medaille ausser Reichweite lag, aufgeben kam für den 22-Jährigen nicht infrage. Und das Kämpfen lohnte sich. Mit dem fünften Schlussrang gelang ihm die Bestätigung seiner letztjährigen Goldmedaille. Trotz nicht optimalem Wettkampf realisierte er mit 6314 Zählern eine neue persönliche Zehnkampfbestleistung.

PBs trotz Trainingsrückstand

Unmittelbar hinter Roman Häfliger klassierte sich Sandro Wanner. Er verzeichnete zwei Wettkampftage mit vielen Höhen, aber auch einigen Tiefen, wie dies im Zehnkampf immer wieder vorkommt. Insbesondere in den Disziplinen Kugelstossen, Diskus- und Speerwerfen sowie im Stabhochsprung verliert der 20-Jährige momentan noch zu viele Zähler, um am Ende ganz an der Spitze ein Wörtchen mitreden zu können. Doch der eingeschlagene Weg für eine erfolgreiche Zehnkampfkarriere stimmt.

In der nächsten Saison wird das primäre Ziel von Sandro Wanner sein, die 6000-Punkte-Marke zu übertreffen. Verletzungsbedingt musste Mario Limacher auf die erste Saisonhälfte verzichten. Erst seit zwei Wochen ist wieder an ein geregeltes Training im gewohnten Mehrkampfumfang zu denken. So galt dieser Anlass für den 19-Jährigen mehr als Standortbestimmung. Gesamtpunktzahl und Rangierung rückten für dieses Mal in den Hintergrund. Aufgrund dieser Umstände kann der Nebiker diesen Wettkampf als geglückt ad acta legen, sind einige Resultate doch trotz des enormen Trainingsrückstandes bereits wieder auf einem hohen Niveau. Im Stabhochsprung gelang es ihm, mit 3,20 Metern die persönliche Bestleistung zu egalisieren, im Speerwerfen konnte er diese gar steigern.

Géraldine Ruckstuhl, die Nummer 1

Einen gewohnt starken Auftritt zeigte Géraldine Ruckstuhl vom STV Altbüron. Sie ist auf schweizerischer Ebene die klare Nummer 1 im Siebenkampf und trat somit als grosse Favoritin in der U18-Kategorie an. Dass sie diese Rolle nicht belastet, sondern zusätzlich motiviert, bewies sie auf den Sportanlagen Deutweg in Winterthur eindrücklich. Sie liess während des gesamten Wettkampfes keinen Zweifel über den Ausgang aufkommen und realisierte in jeder Disziplin die Tagesbestleistung. Beeindruckend war ihre Überlegenheit insbesondere über die 100 Meter Hürden (14,81 Sekunden), im Speerwerfen (54,33 Meter), im Kugelstossen (12,94 Meter) sowie im Hochsprung (1,68 Meter). Hier nahm sie ihren stärksten Kontrahentinnen mehr als Hundert Punkte ab. Am Ende betrug der Vorsprung stolze 700 Zähler und sie durfte sich eine weitere Schweizer-Meisterschafts-Goldmedaille umhängen lassen.

Fabian Steffens Freude

Teamkollege Fabian Steffen startete im Sechskampf bei den U16-Männern. Ihm gelang ein sehr ausgeglichener Wettkampf. Er verzeichnete keine Schwächen und sammelte insbesondere im Hochsprung, über die Hürden, im Diskuswerfen und im abschliessenden 1000-Meter-Lauf viele Punkte. Die Freude über den hervorragenden siebten Schlussrang in diesem starken Teilnehmerfeld war mehr als verdient.

Überzeugendes Roggliswiler Trio

Überzeugt hat auch das Roggliswiler Trio im Zehnkampf der Männer. Jonas und David Luternauer sowie Marco Glauser konnten den Wettkampf ohne Patzer durchziehen und glänzten in mehreren Disziplinen (unter anderem im Stabhochsprung, Speerwerfen und im Hochsprung). Am Ende verpasste Jonas Luternauer die 6000-Punkte-Marke um knapp 180 Zähler. David Luternauer lag schlussendlich mit 5645 Punkten nur gerade einen Platz hinter seinem Bruder.

5262 Punkte hatte Marco Glauser auf seinem Konto. Dieses Gesamttotal brachte den Athleten des STV Roggliswil auf den 16. Rang.



Roman Häfliger beim Stabhochsprung. Mit dem fünften Schlussrang bestätigte er seine letztjährige U23-Goldmedaille.