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Mittwoch, 06. August 2014

«24sten Memorial Rasschaft» vom Samstag, 2. August 2014 in Brüssel (B)

Roland Christen verpasste die EM-Limite über 800 Meter. Trotzdem blickt er auf eine starke Saison zurück, dessen bisheriger Höhepunkt der Gewinn der Silbermedaille an den Aktiven-Schweizer-Meisterschaften war.

von Esther Peter-Dossenbach

Roland Christen hat nicht nur am letzten Samstag, sondern bereits die gesamte Saison über vieles richtig gemacht. Doch am Ende reichte es ihm nicht ganz für die Teilnahme an den Europameisterschaften. Zeitlich liegt er zwar etwas mehr als einer Sekunde über der Limite, doch in Metern ausgedrückt, fehlten dem Willisauer am vergangenen Samstag beim «24sten Memorial Rasschaft» im belgischen Brüssel «nur» knapp 50 Meter, um sein grosses Saisonziel zu erreichen. Und dies ist definitiv nicht allzu viel. Bis zu diesem Zeitpunkt lief der 23-Jährige ein perfektes Rennen und es machte den Anschein, dass er im allerletzten Moment die EM-Fahrkarte lösen könnte. Die vorgenommene Taktik ging vollends auf und auch die Durchgangszeiten stimmten perfekt.

Der «Hammermann»

Doch auf den Schlussmetern folgte der «Hammermann». «Meine Beine wurden immer schwerer. Hier verlor ich die entscheidenden Zehntel für die EM-Norm», analysiert der Grafenstädter das wichtigste Rennen seiner bisherigen Karrieren. In 1:49,12 Minuten realisierte Roland Christen dennoch eine starke Zeit über die beiden Bahnrunden, seine bislang zweitbeste. Die Enttäuschung über die verpasste Limite hält sich beim Elektroplaner also in Grenzen. Er war sich stets bewusst, dass die Mission Europameisterschaften für ihn nicht so einfach zu realisieren sein wird. Er hätte einen Exploit gebraucht, um in Zürich am 12. August, 19.12 Uhr, an der Startlinie stehen zu können.

«Ich war trotzdem optimistisch»

War der Druck nach der letztjährigen ausgezeichneten Saison doch zu gross? «Nein. Es ist ja nicht so, dass ich einer Zeit hinterhergerannt bin, welche ich bereits einmal geschafft habe. Ich hätte mich ziemlich steigern müssen, war aber trotzdem optimistisch, dass ich die Limite in den Beinen habe», so der Willisauer und er ergänzt: «Ich blicke auf eine tolle Saison zurück. Gefehlt hat lediglich das i-Tüpfelchen.»

Nach der zweijährigen Verletzungspause seien diese Meisterschaften für mich wohl etwas zu früh gekommen.

Mit dem Rennen am Samstag ist die Bahnsaison für Roland Christen beendet. Bevor er sich aber ein paar Tage in wärmeren Gefilden erholt, erfolgt eine sorgfältige und akribische Analyse des Trainingsaufbaus sowie der Rennen mit Trainer Josef Vogel. «Die Vorbereitungen liefen perfekt, so dass wir nicht allzu viel ändern, sondern nur gezielt Anpassungen vornehmen werden. Die Trainingszeiten stimmten ebenfalls. Doch leider konnte ich diese in den Rennen nicht abrufen», sagt Roland Christen.

Und dann folgt ja auch noch die EM im Zürcher Letzigrund. Diese beginnt heute in einer Woche. Obwohl er nicht aktiv mit dabei ist, wird Roland Christen live vor Ort sein und vor allem seinen Mittelstreckenkollegen Jan Hochstrasser und Hugo Santacruz, welche die EM-Limite über 1500 respektive 800 Meter schafften, kräftig die Daumen drücken. Er hofft, dass diese mindestens eine Runde weiterkommen.

Spätestens in zwei Jahren, 2016 an den Europameisterschaften in Amsterdam, will auch Roland Christen die Limite unterbieten. Die aus dieser Saison gemachten Erfahrungen werden dem Läufer des STV Willisau dabei bestimmt helfen.



Roland Christen (rechts, hier am Willisauer LA-Meeting) will in zwei Jahren für die EM in Amsterdam einen erneuten Anlauf nehmen).