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Freitag, 09. September 2022

Damen 1, 1. Liga Hauptrunde, Handball Emmen - STV Willisau
am Samstag, um 16:00 Uhr, Roosmoss Emmen
**Vorbericht des Willisauer Boten, Ausgabe vom 09.09.2022, Autor: Patrik Birrer**

Wenn das Frauen-Fanionteam des STV Willisau morgen Samstag in Emmen in die neue 1.-Liga-Saison startet, tut es das unter Anleitung eines neuen Trainers. Der Einheimische Luca Peter hat die Nachfolge von Peter Joller angetreten. Für den 26-Jährigen ist es die erste Trainer-station bei den Aktiven.

von Patrik Birrer

Während fünf Jahren hat Peter Joller die sportlichen Geschicke des Frauen-Fanionteams des STV Willisau geleitet. In dieser Zeit haben sich die Hinterländerinnen sukzessive gesteigert und sich den Status eines 1.-Liga-Spitzenteams erarbeitet. Ende der letzten Saison ist die erfolgreiche Zusammenarbeit zu Ende gegangen. Der neue Trainer der Willisauer Handballerinnen heisst Luca Peter. Der erst 26-jährige Versicherungs- und Vorsorgeberater hat in den vergangenen Jahren selber im Fanionteam der Männer gespielt und die U18-Juniorinnen des STV Willisau trainiert. Mit ihnen stieg er in der vergangenen Saison in die Inter-Kategorie, die zweithöchste Spielklasse im Juniorinnen-Handball, auf.

Auf Bewährtem aufbauen und Neues entwickeln

Die gute Arbeit des Jungtrainers aus den eigenen Reihen blieb den Verantwortlichen der Handballleitung beim STV Willisau natürlich nicht verborgen. Und als der Entscheid gefallen war, den Vertrag mit Peter Joller nicht zu verlängern, traten sie mit Luca Peter in Kontakt. «Ich hatte ohnehin vor, im Hinblick auf die neue Saison ein neues Team zu übernehmen», erklärt Peter. Bereits vor der Kontaktaufnahme seitens Vorstand hatte er die Trainerausbildung für das 1.-Liga-Diplom in Angriff genommen. Er habe sich über die Anfrage gefreut und nicht lange überlegen müssen, ehe er zusagte. «Der STV Willisau ist mein Stammverein und ich schätze es sehr, dass die Verantwortlichen mir das Vertrauen entgegenbringen, das Frauen-Fanionteam in die Zukunft zu führen.»

Peter hat von seinem Vorgänger ein funktionierendes Team mit sensationellem Zusammenhalt übernommen. Und auch sportlich kann er auf Bestehendem aufbauen. «In Bezug auf die Verteidigungsarbeit befindet sich das Team auf einem hervorragenden Niveau. Das ist ein grosses Verdienst von Peter Joller», erklärt Luca Peter. Überhaupt funktioniere der Austausch mit seinem Vorgänger prächtig. «Wenn ich irgendetwas wissen möchte, nimmt sich Peter stets die Zeit, mir weiterzuhelfen. Das ist sehr wertvoll.» Luft nach oben hat der neue Trainer im Angriffsspiel der Willisauerinnen ausgemacht. Entsprechend hat er während der Vorbereitung in diesem Bereich den Hebel angesetzt. «In einer ersten Phase haben wir viel im individuellen Bereich und in Kleingruppen gearbeitet. Seit Mitte August widmen wir uns verstärkt einzelnen Spielzügen und versuchen, die zuvor erarbeiteten Grundlagen im Mannschaftstraining anzuwenden und zu vertiefen.»

Juniorinnen sind nachgerückt

Höhepunkt der Vorbereitung war eine sogenannte Intensivwoche mit einem Trainingslager in Göppingen/Deutschland. Dazu sind einige Testspiele gekommen. Die Eindrücke, die Luca Peter dabei von seinem Team erhalten hat, stimmen ihn grundsätzlich positiv. «Es war noch längst nicht alles optimal. Aber wir haben ansprechende Leistungen gezeigt und Fortschritte erzielt.» Besonders gefallen habe ihm neben der erwähnt guten Defensivarbeit auch das Tempospiel. Verbesserungspotenzial hat Peter dagegen im Angriffsspiel bei 6 gegen 6 geortet.

In personeller Hinsicht hat es beim Frauen-Fanionteam des STV Willisau nur wenige Veränderungen gegeben. Dank des Zuzugs der bisherigen U18-Juniorinnen Salome Küttel, Anja Morgenthaler (fällt mit einem Kreuzbandriss vorerst aus), Livia Portmann, Sofia Schacher und Svenja Wyss konnte das Kader verbreitert werden. Ausserdem stösst Torhüterin Linda Bieri mit einer Talentförderungslizenz vom U18-Team der Spono Eagles zu den Willisauerinnen. Sie wird mit Claudia Schoch und Lena Borer das Goalie-Trio bilden. Den STV Willisau verlassen hat Rückraumspielerin Toska Ferati. Sie wechselte zur 2. Mannschaft der Spono Eagles in die Spar Premium League 2.

Finalrunden-Qualifikation als oberstes Ziel

Ein gefestigtes und eingespieltes Team sowie kaum Mutationen: Unter diesen Umständen müsste die neuerliche Qualifikation für die Finalrunde das logische Ziel sein, oder? «Ja, das ist so», bestätigt Luca Peter. «Aber wir alle wissen, dass es in der Hauptrunde keine Ausrutscher verträgt, wenn man einen der ersten beiden Plätze erobern will.» Die Finalrunden-Qualifikation und damit verbunden der vorzeitige Klassenerhalt erachtet der neue Willisauer Trainer auch deshalb als zentral, um Druck vom Team zu nehmen. «Die Teilnahme an der Finalrunde wäre für die Entwicklung der ganz jungen Spielerinnen sehr wichtig», weiss Peter.

Doch das ist Zukunftsmusik. Zuerst müssen die Willisauerinnen die Herausforderungen der Hauptrunde gegen weitgehend bekannte und durchaus ambitionierte Teams meistern. Los geht es morgen Samstag mit dem Auswärtsspiel gegen Handball Emmen. «Wir brauchen eine Topleistung, um dort zu bestehen», sagt Luca Peter. Das dürfte für das erste Spiel und für die gesamte Hauptrunde in diesem Herbst gelten.

Mit dieser Equipe geht's für Cheftrainer Luca Peter (mittlere Reihe, zweiter von rechts) in die neue Meisterschaft 2022/23 (Foto: Andrea Arnold-Schmidiger).