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Montag, 14. September 2020

Damen 1, 1. Liga, STV Willisau – HC Kriens 18:24 (13:14)

Vergangenen Samstag begrüsste das Damen-Fanionteam zum ersten Mal in dieser Saison einen Gegner in der Hallenbadhalle Willisau. Im Vorhinein schien klar: Kriens als Gegner sollte den Willisauerinnen mit ihren hohen Zielen und Ambitionen nicht im Wege stehen können. Doch der Schein trügte: Die Grafenstädterinnen mussten sich nach 60 Minuten Spielzeit mit einem 18:24 geschlagen geben.

von Stina Glover

Bereits in den Startminuten der Partie war die Mühe in den Gesichtern der Willisauerinnen zu erkennen. Nichts schien aufzugehen: Vorne war man sich nicht einig, was gespielt wird, und warf die Bälle den Gegnerinnen teilweise geradezu leichtsinnig in die Hände. Und in der Verteidigung agierte das Fanionteam zu passiv, zu unentschlossen, zu wenig kompakt. So kam es, dass sich Trainer Peter Joller bereits nach zehn Minuten Spielzeit gezwungen sah, ein Team-Time-Out zu nehmen. Er appellierte an sein Team, präsenter zu sein und vor allem konsequenter aufzutreten. Es sei arrogant, was gespielt werde, und man müsse sich am Riemen reissen, um diesen Match zu kippen. Schritt für Schritt gelang es, die Anweisungen durchzusetzen. Die Willisauerinnen traten nun vermehrt als Einheit auf. Es gelang ihnen, bis zur Pause den Vorsprung der Krienserinnen beinahe wettzumachen und bis auf ein Tor an sie heranzukommen. Mit dem Zwischenstand von 13:14 ging es in die Garderobe. Wehrmutstropfen nebst der unzufrieden stellenden Leistung der ersten Hälfte war zudem Selin Muri, die nach einer knappen Viertelstunde verletzt ausgewechselt werden musste und anschliessend nicht mehr mittun konnte.

Verunsicherung, technische Fehler und «Querlaufen» in Halbzeit Zwei

In der Pause setzte Joller an zuvor Erwähntem an. Man müsse selbstsicherer auftreten und sich auf Eins-gegen-Eins-Situationen einlassen, zumal die Gegnerinnen grosse Lücken in ihrer Verteidigungskette aufwiesen. Eine Angewohnheit, die viele der Willisauerinnen haben, ist das ewige Querlaufen im Angriff. Zu wenig wird der direkte Weg aufs Tor angepeilt. Man entscheidet sich stattdessen oft für die weniger schmerzhafte Variante des «Querlaufens» und «Ball-Weitertragens».

So traten die Willisauerinnen für die zweite Halbzeit aufs Feld. Verunsicherung machte sich breit und Ungläubigkeit darüber, was noch in der ersten Halbzeit vor sich gegangen war. So waren es wiederum die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit, in denen die Willisauerinnen die zwei Punkte vergaben. Es gelang dem Team nicht mehr, auf Hochtouren zu kommen, und was anfänglich der ersten Halbzeit schon nicht klappte, zog sich nun weiter: Ballverluste, technische Fehler, unpräzise Schüsse, Lücken in der Verteidigung – all dies spielte sich in einer endlosen Schlaufe ab und nahm den Willisauerinnen auch noch den letzten Funken Hoffnung und Selbstvertrauen. Wurde der Ball in der Verteidigung ergattert, verlor man ihn im Angriff wieder. Noch immer wurde quergelaufen, und den Flügelspielerinennen wie auch dem Kreis schenkte man schon bald keine Beachtung mehr. So kam es also durch viele selbstverschuldete Fehler zum Endresultat von 18:24.

«Wir sind auf die Schnauze gefallen, doch lieber einmal richtig, als mehrere Male beinahe.»

Fassungslos und wütend über sich selbst kamen die Grafenstädterinnen nach dem Spiel zusammen. «Wir sind auf die Schnauze gefallen, doch lieber einmal richtig, als mehrere Male beinahe» waren die Worte Jollers. Diese Niederlage muss das Team nun wachrütteln. Vielleicht war es sogar, was es brauchte, um von nun an für jeden einzelnen Punkt alles zu geben. So schnell werden die Willisauerinnen nichts mehr auf die leichte Schulter nehmen.

Schon am kommenden Wochenende (19. September) bietet sich für die Truppe die Möglichkeit, es in Emmen besser zu machen und den zweiten Meisterschaftssieg einzufahren. Natürlich gilt es, sich Gedanken über die Niederlage zu machen und herauszufinden, was das Team so sehr zu verstreuen vermochte. Danach aber muss das Spiel abgehakt werden, damit das Damen Fanionteam in Emmen frisch beginnen kann und abrufen, was in den Trainings so gut klappt.

 

Im Unterschied zur Begegnung in der letzten Saison konnten Svenja Bucheli und Co. am vergangenen Samstag gegen den HC Kriens nicht überzeugen. (Bild vom 23.11.2019; Fotograf Mathias Bühler)