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Dienstag, 07. Juli 2020

Dienstag, 7. Juli 2020: Laslo Irmes und das Burgerspektakel

Da Kinder natürlich morgens unglaublich gerne Vollmilch verzehren, sind unsere Kühlschränke natürlich voll Milch. Immer wieder erstaunlich, welche Hektoliter des weissen Goldes da die kleinen Kehlen runterdonnern. Die ausgewogene Ernährung ist aber natürlich essentiell, wenn wir wieder einen scharfen Blick in das breit abgestützte Sportprogramm des heutigen Tages werfen. Da kann der SRF Sportflash betreffend Breite wahrlich einpacken.

Starten wir mit einer der wohl gelungensten Erfindungen des internationalen Völkisports: dem Burgenvölki. Spass macht diese Abhandlung ja eigentlich immer, schliesslich kann man dabei einen vollgepackten Geräteraum rigoros chaotisch ausräumen und in bester Tetris-Manier wild zu einem wahrlichen Schloss zusammenzimmern. Wenn man aber bedenkt, dass die Rosenburg zu Herisau sogar vom 1998 zum Ehrenpräsidenten des Schweizerischen Burgenvereins ernannten Werner Meyer in seinem jedem Kind bekannten Strassenfegerliteraturwerk «Laslo Irmes: Burgen der Schweiz – Band 6» eine Schlüsselposition einnahm, erhält der Völkiburgenbau auf solch historischen Boden natürlich nochmal eine ganz andere Dimension. So waren die Polysportkids beim Bau natürlich mit Elan und Andacht am Werk und gaben sich auch beim gegenseitigen Abschiessen absolut keine Blösse.

Neben den bereits in den Vortagen aktiven Handballern, Geräteturnerinnen und Leichtathletinnen griffen heute auch die Schwinger ein erstes Mal zusammen. Für dieses Sagmehlschach auf mindestens nationalem Niveau wurde natürlich auch der einzig wirklich passende Sportmoderator Beni (National)thurnheer aufgeboten, um die Nationalturner beim Aufeinandertreffen zu kommentieren. Leider hatte Beni sich für die Fahrt nach Herisau in seinem Navi den lokal Kantonsdialekt als Standard hinterlegt, weshalb ihn die charmante Appenzeller Stimme mit diversen Missverständnissen direkt an die Costa Brava zitierte. Somit fand der Hosenlupf ohne Beni (National)thurnheer, aber dafür mit doppelt so hohem Einsatz seitens der Natifugerkids statt.

Nach einer weiteren Älplermagronen-Glanzleistung des Küchenteams stand am Nachmittag ein würziges Spielturnier bestehend aus Basketball und verschiedenen Spielen des Leuenspektakels auf dem Programm. Das Jugilager des STVW ist ja bekanntlich populär für seinen weltweiten Ikonenplatz in Sachen Völkivarianten. Auch im heutigen Nachmittagsprogramm wurde weiter an dieser Führungsstatistik gefeilt, indem beim Hindernis-Völki der berüchtigte Pieps-Buzzer mit Extra-Elektrifizierbarkeits-Effekt zum Einsatz kam. Gemessen an den elektrifizierten Mädchenfrisuren, dank denen selbst die kleinsten Kids die 1,50-Meter-Grenze knackten, funktionierte der Buzzer einwandfrei. Selbstredend standen zur Anti-Elektrifizierbarkeits-Behandlung die Holzkämme, die Kosmetiktücher und «ein bisserl Creme» bereit – ganz wie es im E-Frauen-Lehrbuch steht: https://www.woman.at/a/tipps-haare-elektrisch.

Dass diese Spielvarianten nicht nur für STV Willisauler fesselnd waren, zeigte sich im Fakt, dass unser Eishockeyinternationale Timo Meier (ob verwandt mit dem schon erwähnten Werner «Burgenikone» Meyer ist uns nicht bekannt) von seinem in der gleichen Anlage stattfindenden Hockeycamp immer wieder gedankenversunken und «Petra Sturzenegger» säuselnd hinter einer Tribünenecke hervorblinzelte und sich wünschte, dass Eishockey ebenfalls eine STVW-Riege wäre.

Dass das Jugilager nichts dem Zufall überlassen wird, zeigt sich daran, dass sich das Burgenthema auch bis ins Nachtessen hineinzog. Da gab es die Mehrzahl einer Burg: nämlich Burger. Dass die Fassstrasse der Leckerei kurzfristig in eine kleine Perkussionseinlage umfunktioniert wurde, gefiel wohl am meisten den Trommlern selber. Vor dem Abendprogramm konnten sich die Kids am hauseigenen Kiosk noch kräftig mit auserwählten Leckereien eindecken. Aufgrund des vollgepackten Tagesprogramms ist aber eher damit zu rechnen, dass den Lagerteilnehmern aller Stufen vor der Degustation die Augen zufallen werden.
    
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