Sportlager 2017

Tagesberichte des 32. Sportlagers 2017 in Küssnacht am Rigi

Samstag, 08.07.17: Vo Willisou gäge Küssnacht zue…

Mit einer beachtlichen Schar von 110 Lagerteilnehmer und 26 Leitern ging es um 14.00 Uhr direkt ab Willisau mit dem Zug nach Küssnacht am Rigi. Nach der reibungslosen Zugfahrt und dem erfolgreichen Bezug der Unterkunft Kreuzmatt, setzte die Küche ein erstes positives Ausrufezeichen aus den kulinarischen Katakomben mit feinem Salat und Spaghetti Bolognese. Frisch gestärkt nahmen alle zusammen im Anschluss das Abendprogramm bei einer kleinen Wanderung durch Küssnacht in Angriff, um die verschiedenen Wirkungsstätten für die kommenden Lagertage zu besichtigen. Nach einem leckeren Dessert war der erste Lagertag auch schon wieder zu Ende. Alle freuen sich auf die folgenden!

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Sonntag, 09.07.2017: Jede i sinere Paradedisziplin

Nachdem die erste Lagernacht für die Kinder wie gewohnt eher eine kurze war, ging es nach dem Frühstück zu den ersten Trainingsblöcken der verschiedenen Riegen. Dabei wurden die Kids in die von ihnen ausgewählten Disziplinen Handball, Leichtathletik, Polysport, Gymnastik, Nationalturnen und Geräteturnen durch das höchst professionell agierende Leiterteam gefördert und gefordert.

Die 12 Leichtathletinnen starteten mit einem gemeinsamen Aufwärmen mit den Nationalturnern, wo sie die Frisbeescheibe gekonnt von Endzone zu Endzone buxierten. Unter der Leitung von Petra Häfliger und Jonas Barmettler widmeten sie sich anschliessend dem, was sie am besten können: Seckle! In verschiedenen Gruppen wurde intensiv beim 4x100 Meter Training an Ausdauer und Technik gefeilt. Unterstützung erhielten die Läuferinnen dabei zusätzlich vom extra angereisten Christoph Roggi Rogger, der mit seinem erfahrenen Laufstylauge punktuell präzise Verbesserungsvorschläge über die Rundbahn verteilte. Jonas Barmettler war mit der Leistung seiner Athletinnen in der ersten Einheit sehr zufrieden und sprach sogar von «traumhaften Stabübergaben, bei welchen sich sogar Usain Bolt ein Scheibe hätte abschneiden können».

Bei den Nationalturnern war die Angelegenheit im ersten Training etwas steiniger. Steine wurden gehoben und gestossen, dass es jedem Zuseher eine wahre Freude war. Damit die Jungs von Oli Heller und Jasmin Bürli auch noch konditionell auf ihre Kosten kamen, wurde im Anschluss an den steinigen Beginn zusätzlich eine schöne Einheit Linienläufe eingebaut. Als ausgewiesener Nationalturnfachmann ordnete Oli Heller die Leistung seiner Schützlinge während der ersten Session sehr positiv ein und identifizierte «diverse kleine Steinstössertalente».

Auch bei den 40 Handballtalenten unter den Fittichen von Michèle Kneubühler, Lars Limacher und Jan Peter gab es bereits am Sonntagmorgen einiges zu bestaunen. Neben ausgeklügelten Schussübungen und intensiven Krafttraining, welches selbst Arnold Schwarzenegger in Bedrängnis gebracht hätte, wurden Finten, Tricks und Täuschungen eingeübt. Mit einem raffinierten Zonentraining wurde das erste Training im Anschluss besiegelt. Der Lageropa, Weltmeister und Confed-Cup Sieger Lars Limacher äusserte sich folgendermassen: «War gut.»

Auch die sehr mädchenlastige Geräteturnerbande, 17 Mädchen, noch kein Junge, startete heute Morgen ins Training. Auf dem Airtrack wurden erste Sprünge ausprobiert, das Trampolin eingeweiht und die ersten graziösen Ringfiguren geprobt. Jaqueline Hodel, Isabelle Christen, Daniela Kneubühler und Alina Bossart gaben von Beginn weg ihre langjährige Erfahrung weiter und sorgen damit von Beginn an für ein super Turnerklima!

Die Kids beim Polysport kamen dank Sara Wiprächtiger, Lea Sägesser und Luca Peter in den Genuss von einer Palette an Spielformen wie etwa «König der Löwen» oder «Shoppen bis zum Umfallen». Die 10 Jungs und 7 Mädels konnten sich so in kreativer Art ins konditionelle Elend befördern. Keine Sorge, soweit kam es natürlich nicht. Die Kinder wie auch das Leiterteam verliess mit einem sonnigen Lächeln die Halle.

Apropos Halle, in einer solchen waren auch die Mädchen der Gymnastikriege unter Leitung von Nicole Schalt und Elena Burkard mit vollen Einsatz bei der Sache. Zu Charthits wie «Uptown Funk» oder «Despacito» studierten die eifrigen Lagerteilnehmerinnen Schritt für Schritt neue Choreografien ein.

Nach diesem ereignisreichen Morgen gab es eine wohlverdiente Stärkung – die Philadelphia Pouletbrust mit Gemüsereis am Mittag. Dass diese Mahlzeit wie auch später die Älplermagronen super ankamen, ist für Luca Tolusso, einem erfahrenen Mann an der Schöpfkelle, kein Zufall: «Wir agieren auch dieses Jahr wieder mit flachen Hierarchien im Küchenteam. Dieser Zustand trägt zu einem enorm angenehmen Arbeitsklima bei und spiegelt sich schlussendlich auch in der Qualität des Essens wieder». An dieser Stelle schon ein grosses Dankeschön an Josef Jans, Luca und Carina Tolusso, Kevin Steiner, Mira Sägesser und Peter Greber.

Am Nachmittag konnten alle Kinder bei verschiedenen spannend gestalteten Piratenspielen ihr Geschick und ihre Ausdauer unter Beweis stellen und sich einen begehrten Platz auf dem Piratenthron ergattern. Die Spiele «Scheffliversänke», «betrunkener Pirat» und «Schatzsuche» sorgten für einen kurzweiligen Nachmittag. Am Abschluss dieses gelungenen Lagertages setzten die Lagerkids ihre letzten Energiereserven bei Schoggispielen und Activity ein.

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Montag, 10.07.2017: E ganze Tag vou Wasser

Egal ob Würfelfussball, Mückenzinggi, Steinheben, gekonnte Tanzmoves zu «Uptown Funk», Hürdentechnik, Angriffsüberzahlspiel am Kreis oder Saltotraining auf dem AirTrack – für jeden STV Willisau Geschmack war am Vormittag eine passende Aktivität dabei. Da die zweite Nacht für viele Kids mit mehr Stunden Schlaf geschmückt war als bei der ersten, ergab eine repräsentative Umfrage unter dem Leiterteam durchs Band ein Feedback über die Verfassung der Lagerkids von «motiviert bis in die Zehenspitzen» und «beweglich wie Raphael Häfliger zu seinen besten Flügelzeiten».

Nach dem Weltklasse Cordon-Bleu (hätten wir am Mittag einen Hut angehabt, hätten wir ihn gezogen), machte sich die gesamte Piratenschar auf, Richtung Sportanlage Seematt. Malerisch gelegen, direkt am Vierwaldstättersee, hätte nicht mal Beni Turnherr eine bessere Kulisse für das passende sportliche Nachmittagsprogramm wählen können: Wasserolympiade! Bei zahlreichen Posten konnten sich die Lagerkids wassertechnisch komplett verausgaben. Von einer mit Männer-Shampoo bedeckten Wasserrutsche bis hin zum Apfel-direkt-aus-dem-Wasserbecken-ohne-Hände-essen-Wettlauf blieb nicht mal dem grössten Aquafan ein Wunsch offen. Zusätzlich zu den Wasserspielen kamen zur Freude aller Beteiligten noch ein Tanzposten sowie ein ausgefuchstes Quiz dazu. Nur wenige Minuten hatten die Lagerteilnehmer Zeit für die fachkundige Jury, bestehend aus Elena Burkard und Luca Peter, ein Spektakel an Dancemoves vorzubereiten, um die Bestnote einheimsen zu können. Auch im Quiz kannte Moderator Lars Limacher kein Erbarmen und wollte unter anderem wissen, wieviel die gesamte Leitercrew zusammen wiegt oder welches STV Willisau Jubiläum im Jahr 2019 mit einer grossen Feier ansteht.

Zum Leidwesen aller Lagerteilnehmer entschloss sich Petrus, das Wassermotto leider bis in den Abendhimmel über Küssnacht weiterzuziehen. Deshalb konnte das geplante Aussenprogramm nicht durchgeführt werden. Ein Piratenfilm vermochte jedoch die positive Lagerstimmung aufrecht zu erhalten. Das einte oder anderen Kinderäuglein fiel bereits in den letzten Filmminuten zu – ein wunderschöner 3. Lagertag ging dann auch schon zu Ende.

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Dienstag, 11.07.2017: De Gessler ond sini Piratekids

Wer sich selbst als wahrer Pirat bezeichnen will, muss mindestens einmal in seiner Lagerzeit eine ordentliche Burg eingenommen und den Gegner in feinster Meuterermanier niedergeschossen haben. Mit dieser Absicht betrat der Autor dieser Zeilen gemeinsam mit dem wieselflicken Raphael Häfliger die Turnhalle zu Seefeld und warf sich mitten ins Burgenvölkigetümmel der Polysportgruppe von Sara Wiprächtiger und Lea Sägesser. Mit welchem Elan die Piratenturnerinnen und Piratenturner nach dem ertönten Startpfiff mit denen aus Schaumstoff bestehenden Kanonengugeln aufeinander losstürmten, wäre selbst Jack Sparrow eine grosse Freude gewesen. Diese Seeschlacht zu Küssnacht war ein Bestandteil des letzten Vormittags, an welchem die Lagerkids ihren Kerndisziplinen nachgingen. An zwei weiteren Vormittagen werden sie dann noch die Möglichkeiten erhalten, andere interessante Sportarten auszuprobieren.

Die anderen Lagergruppen nutzten den Morgen, um in der Gymnastik den Feinschliff für ihre Lagerchoreografie einzuüben oder die Diskus- und Hochsprungqualitäten zu verbessern. Die Nationalturner wagten sich neben den etablierten Steinhebeübungen zusätzlich in die Weitsprunggrube. Bei den Handballern wurde treu dem Motto «Kanonenfeuer frei» mit Trampolinunterstützung zünftig auf das Gehäuse geballert. Die Geräteturnerinnen zauberten einmal mehr grazile Figuren auf den Airtrack – manch erfahrener Mäusebussart wäre angesichts dieser Körper- und Luftbeherrschung vor Schamgefühl rot angelaufen.

Piraten-OL – Harr Harr Harr! Am Nachmittag des 4. Lagertags stand für die 110 Piraten und Piratinnen des STV Willisau dann ein kniffliger Postenlauf auf dem Programm. Gespickt mit ausgeklügelten Aufgaben wurden sie bei der Postensuche mächtig gefordert - das alles bei wunderschönen äusseren Bedingungen direkt am Vierwaldstättersee. Beim tagesabschliessenden Abendprogramm spielten die Primarschüler anschliessend ein munteres Lotto mit lebensgrossen Plüschtierpreisen. Die Oberstufenschüler zogen los zur historischen Gessler Ruine ob Küssnacht, um vor einer selbst für den emotionslosesten Erbsenzähler romantischen Abendlichtkulisse mit Rigi- und Pilatusblick gegeneinander im Nummern-Game anzutreten.

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Mittwoch, 12.07.2017: Jasse eis, Handy nou im Tierpark

Der 5. Lagertag stand voll und ganz im Zeichen der Tageswanderung. Die Tagwacht wurde daher früher angesetzt, damit der straffe Zeitplan eingehalten werden konnte. Das gesamte Leiterteam unterstützte die Küche beim Bereitmachen der Lunchsäckchen. Nach einer kurzen Zugfahrt erreichte die Zegi-Schaar top motiviert den Natur und Tierpark in Goldau. Am Eingang wurden dann schon die ersten spannenden Informationen aufgenommen. Wie etwa der Key Fact, dass der in Österreich und Ungarn gezüchtete weisse Barock-Esel, abstammend vom fast ausgestorbenen Somali-Wildesel, zum Erstaunen aller sehr wärmeempfindlich ist und deswegen schon früher nicht für die Kernkompetenz eines Esels – nämlich den Transport – eingesetzt werden konnte und deswegen schon im 17. Jahrhundert nur zur Unterhaltung von Frauen und Kindern diente, was aus der subjektiven Sicht der Redaktion eigentlich Wahnsinn ist, oder? Sorry, abgeschweift. Schon nervös wegen dem Leitermatch…

Back to business. Danach konnten die Kids den gesamten Park in Gruppen oder in Begleitung von den Leitern erkunden. Es wurden viele neue Eindrücke mit wild umherlaufenden Tieren gemacht. Wobei auch schnell klar wurde, dass die Hirsche eher zu den frecheren Lebewesen gehören, ähnlich wie einige Lagerteilnehmer. Nicht geschlossene Rucksäcke oder herumliegende Esswaren wurden geplündert und im Nu verspeist. Das Redaktionsteam möchte an dieser Stelle erwähnen, dass das eingeführte Handyverbot - die Handys werden nur zu bestimmten Zeiten nach dem Mittag- und Nachtessen herausgegeben - sich sehr positiv auf den Lageralltag und den Zusammenhalt ausgewirkt hat. Es gab sogar schon einige positive Rückmeldungen der Lagerteilnehmer über diese Massnahme. An bis zu fünf Tischen wurden gleichzeitig diverse Kartenspiele mit viel Freude zelebriert. Nach der Rückfahrt ging es direkt weiter in Richtung Hohle Gasse. Die Zeitüberbrückung bis zum Nachtessen, es gab Poulet, Lollipop-Fleischstangen, sowie einige Salate, wurde mit diversen Spielen bewältigt. Seien dies das allbekannte Werfwölflen, Jassen, Tanzen oder das gespannte Zuhören der Geschichte von Globi und Willhelm Tell, welche sich in der Hohlen Gasse zu Küssnacht abspielt.


Das Abendprogramm wurde aufgrund von sich selbst schliessenden Augen auf freiwilliger Basis gestaltet. Einige legten sich sofort ins Bett, andere spielten erneut das etablierte Werwölflen, traten im Armdrücken gegeneinander an oder versenkten gegenseitig ihre Schiffe. Die Tagesverantwortlichen konnten sich dann aufgrund des langen Tages auf eine ruhige Nacht freuen, welche sich schliesslich dann auch so bewahrheitete.

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Donnerstag, 13.07.2017: d Stonde vorem Leitermatch...

Nach dem intensiven Vortag konnte es eigentlich keinen besseren Start in den Tag geben, als der kulinarische Glanzeinfall unseres Lagerküchenteams um Josef «JJ» Jans, der Piratenmeute neben dem gewohnten Frühstück zusätzlich noch Spiegelei und Speck auf den Teller zu zaubern. Dazu ein kurzer Schwank zu einer Unterhaltung während diesem frühmorgendlichen Gaumenschmaus: Ein der Redaktion bekanntes Mitglied der Lagerleitercrew antwortete mit einer Coolness wie Harri Hasler in seinem Meistermusikvideo «Saletti» auf die Nachfrage nach dem aktuellen Wohlbefinden: "Weder besser, ech ha eifach no e heisse Körper» - ihr seht, unter solchen Bedingungen müssen wir hier arbeiten…

Apropos Arbeit – diese veränderte sich für die Lagerteilnehmer am heutigen Donnerstag aufgrund des Disziplinenwechsels, welcher das Beschnuppern anderer Riegentrainings ermöglichte und bei den Lagerkids immer wieder sehr beliebt ist. Dadurch kam endlich auch ein Meilenstein für alle angefressenen Korballfanatiker zu Stande – diese Disziplin wurde heute das erste Mal angeboten. Dabei wurden zuerst einerseits diverse Passübungen sowie das Königskorbball praktiziert. Die Handballer besinnten sich zuerst Mal auf die eigenen Stärken und spielten zum Aufwärmen Fussball (kleiner Seitenhieb des Autors). Es folgten mental fordernde Passübungen und Eins gegen Eins Übungen mit Abschluss. Die Gymnastik-Girls übten auf dem Kunstrasen eine Choreo zu «Uptown Funk» und zeigten ihr Können mit Hebefiguren und Kopfstandeinlagen. Die durchgeführten Übungen waren so dynamisch, unserem Starfotografen Cenci Lampart wäre beim Herumschwenken für die Aufnahmen fast das Objektiv in die benachbarte Wohnsiedlung geschleudert worden - eine wahre Freude.

Aufgrund der Anmeldezahlen wurden die Leichtathletik und das Nationalturnen für die heutige Einheit fusioniert. Quizfrage: Was macht man wenn man einerseits mit Lagerkids zu tun hat, welche sehr gut im Hochsprung sind und andererseits Sportler trainieren kann, welche noch besser weit springen können? Gut kombiniert Sherlock: Hochweitsprung. Dazu übten sich die Disziplinenschnupperer ebenfalls im Kugelstossen. Im Geräteturnen wurden neben dem bewährten Airtrack auch wieder die Mini-Trumps hochgefahren. Die Übungen, welche unsere Kids dabei absolvieren durften, waren aber wesentlich sympatischer, als der im Wortspiel versteckte amerikanische Politkollege.

Schliesslich konnten die Lagerpiraten im Polysportblock neben abwechslungsreichen Völkivarianten mit Würfeltschutten auch bereits eine mentale Vorbereitung auf den am Abend anstehenden Leitermatch vollziehen.
Nach einer Mittagsstärkung ging es dann direkt ab in die küssnachter Badi, Badi, um sich Vitamin-D technisch optimal auf den Leitermatch vorzubereiten.

Da der legendäre Leitermatch des Zegilagers 2017 in der Ebnet Turhnalle, akustisch mindestens vergleichbar mit dem Madison Square Garden von New York, natürlich etwas mehr emotionalen Spielraum benötigt, wird dieser natürlich auch redaktionell in einem separaten Artikel behandelt. Eines hier vorweg – es gab dieses Jahr kein Elfmeterschiessen. Die Leiter brachten das Ding mit 6:4 (3:2) nach Hause. Wie bei diesem Sieg aber beispielsweise Sara Wiprächtiger plötzlich mit dem «Absatzseitwärtstraversenschnippler» eine neue Passformära im internationalen Hallenfussball einläutete, werdet ihr in Kürze in einem «Leitermatch Special – powered by FVT-Sportarts» lesen können.

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Let the game begin... de Leitermatsch!

Zuerst vorweg: für allfällige gesundheitliche Auswirkungen des folgenden Textes übernehmen die Autoren keine Haftung. Möglicherweise treten in Form von Kopfschütteln Nackenprobleme auf, weil ihr euch denkt «hey was send das förigi stössle wo so seich schriibed» oder ihr leidet an Bauchmuskelproblemen wegen kurzen aber intensiven Lachkrämpfen. Oder vielleicht geht euch beim Lesen dieser Zeilen so abartig das Kopfkino ab, dass ihr euch glatt eine Popcornallergie einfangen könntet.


So, jetzt zur sportlichen Ausgangslage: Die bis in die Zehennägel motivierten Lagerkids wollten es dieses Jahr richtig wissen. Es gehen sogar Gerüchte um, dass sich die Kids in einem WhatsApp Chat direkt am nächsten Tag nach der letztjährigen Elfmeterschiessenniederlage organisiert und sich anschliessend vier Mal wöchentlich intensiv in der Ohmstaler Einfachturnhalle immer nach dem ortsansässigen Männerchor an ihrer Angriffsauslösung und an der Spritzigkeit gefeilt haben. Dank dieser intensiven einjährigen Vorbereitungszeit stand dem Leiterteam ein schlagfertiges und mit zahlreichen Pferdelungen ausgestattetes Team gegenüber, welches noch keine künstliche Hüftgelenke verbaut und im Vergleich zu manchem handballstämmigen Lagerleiter (will jetzt hier keine Namen nennen, aber Peter Greber fällt sicher in die Kategorie), den Unterschied zwischen einem geforderten Flachpass und einem Nachvorneschwarten bis an die Hallendecke nicht zu unterscheiden wussten. Obwohl seitens Redaktion mehrere Aufklärungsversuche gestartet wurden, gaben sich einige im Leiterteam einfach unbelehrbar – Häschtäg Göschene Airolo. Zudem hatten die Lagerteilnehmer mit Shams Jafar einen langsam aber sicher aufgehenden Stern am Fussballhimmel in ihren Reihen, gesegnet mit einem tollen Ballgefühl - und übrigens bei keinem geringeren Verein als dem hochangesehenen FC Willisau unter Vertrag (Laufzeit bis 2021 mit Option auf vorzeitige Verlängerung, falls er pro Saison nicht mehr als 3 Trainings abwesend ist), welcher dem Spiel noch seinen Stempel aufdrücken sollte. Mehr dazu auf Seite 57 dieses Spielberichts.


Auf Leiterseite gibt es grundsätzlich nur zu erwähnen, dass wieder alle unglaublich gut ausgesehen haben in ihren dunkelblauen FVT-Shirt und perfekt auf die individuellen Schuhgrössen abgestimmten Hallenturnschuhe. Diese hatten sich die Leiter extra schon vor dem Lager besorgt, um sich am Leitermatch nicht eine Grosszehenscheidenentzündung einzufangen. Häschtäg de Kunz Sport fägt. Zudem waren die Leiter im Schnitt älter als die Lagerteilnehmer, welche an diesem ehrwürdigen Donnerstagabend in der Küssnachter Ebnet aufliefen. Leider hat der Autor gerade keinen Rechner zur Hand, um eine präzisere Aussage zur Durchschnittsalterdifferenz machen zu können.


Jetzt zum Spiel der Spiele: Gespielt wurden 2 x 22 Minuten, 5.5 Minuten Halbzeitpause. Gespielt wurde nicht wie bei Sven Epiney 5 gegen 5, sondern mit 8 Feldspielern plus einem Torwart. Es mussten gleichzeitig immer 4 männliche und 4 weibliche Wesen auf dem Spielfeld stehen. Nach einem für viele einzigartigen Einlaufen in die Ebent-Arena mit tosendem Applaus der geschätzten 12'900 angereisten Leitermatchfans (ok, vielleicht um einige hundert übertrieben) pfiff Christoph «Pierluigi Collina» Roggi Rogger das Ding an (ohne vorher einen fairen Münzwurf für das Anspiel zu machen – eigentlich ein Skandal bei einem Spiel auf diesem Niveau, aber was willst du, wir mussten halt aufs Schiribudget schauen).


Der Beginn dieses Jahrhundertspiels war verdammt bescheiden. Sorry für den Ausdruck, aber die ersten 2 Minuten war vielen glaube ich nicht bewusst, was hier eigentlich auf dem Spiel steht. Captain Lars Limacher verteilte dann einige Todesblicke in Richtung seiner Teamkameraden, welche wie ein Amorpfeil direkt ins Herz schossen und das Spiel der Leiter sofort beflügelte. So war es dann bezeichnenderweise auch der Capitano Limi 007 Limacher welcher nach 4 Minuten einen öffnenden Zuckerpass über das gesamte Mittelfeld des etwas überbevölkerten Hallenspielfeldes auf den Neuzuzug des Leiterteams und der Redaktion Raphael Bättig spielte. Dieser hatte vor 12 Jahren mit seiner Familie zwei Wochen am Meer nahe Rimini einige Fussballversuche hinter sich und brachte deshalb etwas Fussballerfahrung mit in diese Partie. Weil dieser Herr Bättig mit dem Pass von Limacher nicht wirklich viel anzufangen wusste, klöpfte er einmal mit seiner etwas besseren rechten Klebe – links braucht der ja wirklich nur zum Stehen – Richtung Tor. Da der Torhüter der gerade in diesem Moment von einem Schwarm äthiopischer Muskelfliegen angefallen wurde, liess er den Ball passieren. Die Menge tobte, zumindest die Leitercrew…


Weil es in den Folgeminuten enorm schwierig war auf dem etwas überbevölkerten Geläuf ein championsleague würdiges Niveau hinzukriegen, möchte ich kurz auf ein für die ausführende Spielerin besonderes Highlight in ihrer Fussballkarriere eingehen – die Geburt des «Absatzseitwärtstraversenschnipplers» von Sara Stächueggholzerin Wiprächtiger. Sie hatte es ehrlich gesagt schwer ins Spiel zu finden. Doch dann kam sie in eben dieser besagten Spielsituation wie die Jungfrau zur Fussballtechnik, stolperte gewollt über das Spielgerät, erwischte den Ball da wo andere sich das Aussenband im Fuss brechen, schnippelte den Ball von der linken Aussenbahn vorbei am Gegner in den freien Raum Richtung Spielmitte und erreichte mit diesen Absatzseitwärtstraversenschnippler einen sagenhaften Raumgewinn von 38 Centimeter: Chapeau, Tubino, Zombrero! Das Copyright für diesen Move hat sich FVT-Sportarts auf Lebzeiten gesichert.


Nur wenige Zeigerumdrehungen später kam die Sternstunde einer anderen Korballerin – Jasmin Burj Kalifa Bürli. Einen missglückten hohen Flugball, wahrscheinlich wieder von Peter Greber, konnte sie gekonnt mit einem wunderschön angesetzten Doppelmeterkopfball versenken. Jubel again, 2:0 für die Leiter.


Dann gehörte die Bühne für kurze Zeit wieder dem Teilnehmertopscorer Shams Jafar. Er reüssierte einmal alleinstehend vor Torhüter Luca Tolusso und knatterte von der Mittellinie einen Roberto Carlos Strich in die Maschen. Die Souveränität bei den Leitern drohte zu kippen. Darauf hatte eigentlich niemand wirklich Lust, deshalb fasste sich Kevin Steiner, sonst bekannt durch eine gefühlvolle Kochkelle, ein Herz. Bachelor Vujo organisiert bekanntlich im richtigen Moment romantische Sonneruntergänge. Freunde der Sonne, Kevin hat in der perfekten Situation vor der Pause mit der gleichen Leidenschaft wie auf 3+ einen Volley aus 15 Meter aufs Teilnehmergehäuse in Form eines Zidane-Championsleague-Final-Leverkusen-Knallers-2001/2002 gehauen und hat das Ding versenkt. Hätte er die Veloprüfung nicht schon in der Tasche, wir hätten im den Wimpel sofort ausgestellt.


Da es beim Pausentee keinen Pausentee gab, können wir diese Passage schnell wie Roadrunner über «Mimi»pen.


Nach dem Pausentee der keiner war, fasste sich wieder Shams Jafar ein Herz und setzte wieder einen Doppelpack in die Halle, einmal ebenfalls via Traumvolley. Es stand 4:3 für die Lagerteilnehmer, auf der Leiterbank waren diverse leere Gesichter zu sehen, Rücktrittsgedanken beim eint oder anderen schon breit, sogar einzelne Tränchen waren schon zu sehen. Doch dann entschieden alle im Leiterkollektiv, dass das Leiterteam seit über 10 Jahren nicht mehr einen Leitermatch verloren hatte und sich dies auch nicht ändern sollte. Der mit Schwarzgeld eingekaufte Fussballer im Leiterteam schoss deswegen 3 Tore, die Leiter verwalteten im Anschluss souverän die Führung. Das Spiel endete mit 6:4 – die erleichterten Leiter lagen sich in den Armen, die Welt war in Ordnung geblieben. Bereits wenige Minuten nach dem Abpfiff gingen wiederum die Gerüchte umher, die Teilnehmer sollen bei der Gemeinde Schötz, welcher die Verwaltung der Ohmstaler Einfachturnhalle obliegt, ein Baugesuch eingereicht haben. Dieses soll den Ausbau zu einer Dreifachturnhalle mit Wellnessoase inklusive  Eisbad beinhalten, um noch effizientere Trainingsbedingungen vorzufinden. Ebenfalls soll von einer 5. und 6. Trainingseinheit pro Woche die Rede sein… Ob sich diese Massnahmen auszahlen, werden wir im nächsten Zegilager 2018 sehn. Bis dahin Servus liebe Leitermatchfreunde und eine gute Zeit.

Freitag, 14.07.17: Vous Programm zom ändi

Der Freitag als letzter Volltag des diesjährigen Zegilagers hatte wieder einiges zu bieten. Doch für viele Lagerteilnehmer war die Stimmung direkt nach dem Aufstehen natürlich etwas getrübt, denn wann bekommt man schon die Chance, vor so einer Kulisse gegen das Leiterteam anzutreten, für wenige Minuten sogar am Sieg zu schnuppern und dann doch deutlich in die Schranken gewiesen zu werden. Wir wollen hier aber nicht länger in den Wunden bohren – das haben wir in der Randnotiz zum Leitermatch ja schon kurz gemacht.


Die einzelnen Disziplinen hatten sich für die letzte Einheit wieder einiges vorgenommen. Im Polysport wurde beim Burgenvölki ein zweites Schloss Wyher errichtet, die Korballer feilten an ihrer Wurfgenauigkeit und im Geräteturnen wurde der Airtrack ein letztes Mal so richtig malträtiert. In der Gymnastik standen die letzten Feinschliffe an der am bunten Abend zu präsentierenden Choreos auf dem Plan, die Leichtathletikgruppe kam super aus den Startblöcken und über die Hochsprungstange und die Nationalturner übten sich wieder im Hochweitsprung.


Anschliessend ging es ab zum Fajitaplausch -  was soll man sagen, einmal mehr ein Gaumenschmaus. Das traditionelle Chrüsi Müsi mit 36 Posten mit 11 Teams bildete dann den krönenden sportlichen Abschluss dieser tollen Lagerwoche. Am bunten Abend erarbeiteten die Kids tolle einstudierte Nummern und dann noch dies: Was ist weiss und stört im Wohnzimmer? Genau, eine Lawine. Welche Überleitung zum Lawinentanz. Auch dieser erfüllte dieses Jahr wieder alle Erwartungen.

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Samstag, 15.07.17: D Pirate öbernänd Willisou

Es gibt wahrlich erquickendere Dinge im Leben, als den Putzbesen zu schwingen, um das Lagerhaus wieder in Topzustand abgebeben zu können. Doch gerade in dieser eigentlich ziemlich emotionslosen Situation, half es sicherlich mit, dass der eint oder andere ältere Lagerteilnehmer noch in Lawinentanzerinnerungen schwelgte. Freunde, das waren wieder Bilder! Da sah man Kids, welche mit einem Wischmopp noch halbverliebt vom vorabendlichen Lawinentanz durch die Gänge schwebten und dabei mit einer leicht angeheiserten Stimme von der Zegidisco "wind of change" vor sich hin säuselten. Eine wahre Freude. So erstaunte es auch nicht, dass alle Kinder super bei den Putzarbeiten mitgeholfen haben. Nach der pünktlichen Abgabe des Lagerhauses machte sich dann der gesamte Piratentross wieder auf den Weg mit dem Zug Richtung Willisau. Pünktlich um 12.30 Uhr traf die Meute dann begleitet vom diesjährigen Lagerlied "Piratentanz" am Bahnhof Willisau ein. Wunderschöne Bilder, die glücklichen Kids wieder in ihre Familien gesund und munter zurückbringen zu können. 

An dieser Stelle möchte sich das gesamte Leiterteam unter der Hauptleitung von Caroline Hodel und Raphael Häfliger bei allen Unterstützern bedanken, welche dieses Lager in dieser tollen Form ermöglicht haben. Und natürlich auch ein grosses Dankeschön an die Piratenkids, welche durch ihren tollen Einsatz für viele schöne Momente und Erinnerungen gesorgt haben. 

WICHTIG: Das Zegilager 2018 findet nächstes Jahr in der 2. Ferienwoche vom 14. - 21. Juli statt.

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Für die Redaktion: Christian "Cenci" Lampart und Raphael Bättig