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Der kleine grosse Kämpfer des STVW


Handball, STV Willisau, 1. Liga der Männer

STV Willisau - TV Wohlen, Sonntag, 23. Oktober 2005, 17 Uhr, Sporthalle BBZ, Willisau

von Monika Wüest

170 Zentimeter gross ist er. Oder besser gesagt: «klein». Denn Thomas Metz, Kreisspieler beim STV Willisau, besitzt nicht gerade Gardemasse für einen Handballer. Zumindest was die Grösse betrifft. Mit seinen 82 Kilogramm dagegen besitzt er die nötige Kraft, um sich am Kreis auch gegen um einiges grössere gegnerische Abwehrspieler durchzusetzen.

Der Vorteil

Thomas Metz fühlt sich denn auch keineswegs benachteiligt durch seine Körpergrösse. «Einen Vorteil habe ich als kleiner Spieler zum Beispiel bei den Schiedsrichtern. Die pfeifen im Zweifelsfall eher für mich», sagt er. «Klar, als grosser Kreisspieler ist es einfacher, Pässe zu bekommen oder zu sperren. Aber ich habe gelernt, anders zu spielen. Ich habe meine Technik meinen Möglichkeiten angepasst.» Das heisst für den bald 26-Jährigen, die Lücken unten zu suchen und dort durchzukommen. Und das schafft er immer
wieder.

Der Publikumsliebling

Mit seiner Spielweise und seiner Treffsicherheit erstaunt er auch die Zuschauer immer wieder. Und begeistert sie. Nicht umsonst wurde Thomas Metz letzte Saison von den Zuschauern zum Spieler des Jahres gewählt. Dass ihn das Publikum mag, merkt er immer wieder. Er glaubt, den Grund dafür zu kennen: «Die Leute wollen Spieler sehen die kämpfen und alles geben», sagt er. «Das gilt aber nicht nur für mich, sondern für alle Spieler.»

Der Vorwurf

Die bisherige Saisonleistung seiner Mannschaft bezeichnet Thomas Metz als «durchzogen». «Uns fehlt die Konstanz. Wir hatten sehr gute Halbzeiten. Aber leider noch keinen guten Match über die volle Länge.» Nicht gelten lassen will er den oft gehörten Vorwurf, die Mannschaft werde nach einer relativ klaren Führung zu selbstsicher. Thomas Metz erklärt sich die Leistungsschwankungen des STV Willisau vielmehr durch fehlende Routine und Abgeklärtheit.

Das Pech

Neben der fehlenden Konstanz hat der STV Willisau momentan vor allem ein Problem: das Verletzungspech. «Obwohl das dank der sehr guten Zusammenarbeit mit der zweiten Mannschaft etwas abgeschwächt wird», so Metz. Neben Thomas Büchli, Patrick Felber und Raphael Fischer fällt nun auch Mirco Stadelmann für einige Wochen aus. Er hat sich im Cup-Spiel gegen Frick den Mittelfinger der linken Hand gebrochen. «Er wird uns vor allem in der Verteidigung sehr fehlen, sagt Thomas Metz. «Dort geht uns ein sicherer Wert verloren.» Fehlen wird der Kreisspieler auch im Angriff. Auch Thomas Metz, der ihn nicht als Konkurrenten auf seiner Position betrachtet: «Mirco und ich ergänzen uns optimal. Wir sind zwei ganz unterschiedliche Spielertypen. Je nach Gegner kann sich einer von uns besser durchsetzen», sagt er. Dass wegen Mirco Stadelmanns Ausfall zu viel Verantwortung auf ihm lastet, glaubt Thomas Metz nicht. Denn mit dem 21-jährigen Marco Peter steht der Mannschaft ein weiterer talentierter Kreisspieler zur Verfügung.

Der Trainer

Sehr zufrieden ist Thomas Metz mit Albi Gurtner, dem neuen Trainer des STV Willisau. «Er hat eine sehr herzliche Art, ist aber trotzdem recht streng mit uns», sagt die Nummer 13 des STVW. Entscheidend für den weiteren Saisonverlauf wird sein, ob es die junge Mannschaft in den kommenden Wochen schafft, konstante Leistungen zu zeigen. Eine Prognose zu stellen fällt Thomas Metz nicht leicht. «Zwischen sehr guten und sehr schlechten Leistungen traue ich uns eigentlich alles zu», sagt er und schmunzelt. «doch wenn es uns gelingt, über 60 Minuten eine einigermassen gute Leistung zu bringen, liegen wir am Ende der Saison auf einem guten Platz im Mittelfeld.»