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Einen Punkt verloren oder gewonnen?
Derby-Stimmen
von Monika Wüest
Auf dem Spielfeld war nach dem Schlusspfiff vor allem eines zu sehen: ratlose
Gesichter. Sowohl Spieler als auch Trainer beider Mannschaften wussten nicht so
recht, ob sie sich über das Unentschieden freuen sollten oder nicht.
Stellvertretend für alle stellte sich STV-Willisau-Trainer Albi Gurtner die
entscheidende Frage: «Haben wir nun einen Punkt gewonnen oder verloren?»
Albi Gurtner: «Wir haben alles gegeben» Obwohl seine Mannschaft bis kurz vor
Schluss geführt hatte und es lange Zeit nach einem Sieg für den STVW ausgesehen
hatte, war Albi Gurtner mit der Leistung seiner Mannschaft mehrheitlich
zufrieden. «Wir sind sehr gut in das Spiel gestartet. Danach hatten wir leider
einige Tiefs. Aber die Spieler haben hart gekämpft und alles gegeben.» Als
Wendepunkt im Spiel sah der neue STVW-Trainer die doppelte Überzahlsituation,
als seine Mannschaft mit zwei Spielern mehr auf dem Feld kein Tor erzielte,
jedoch eines einstecken musste. «In diesem Moment haben wir das Spiel aus der
Hand gegeben.» Aber Albi Gurtner sieht das Positive im Spielausgang: «Ein Punkt
zum Saisonstart ist sehr wertvoll. Darauf können wir aufbauen.»
Thomas Graber: «Wir haben einen Punkt gewonnen»
Dagmersellens Ko-Trainer Thomas Graber hatte sich schon fast mit einer
Niederlage abgefunden. «Lange Zeit hatte es für uns nicht gut ausgesehen. Für
den TVD ist es bestimmt ein gewonnener Punkt.» Aber Thomas Graber musste
zugeben, dass er trotzdem ein wenig enttäuscht war: «Am Schluss wäre mehr drin
gelegen. Der späte Ausgleich ärgert mich schon ein wenig.» Auch Thomas Graber
war mit seiner Mannschaft mehrheitlich zufrieden. «Das Spiel hat mir gezeigt,
dass wir zu Chancen kommen. Der Kampf und der Einsatz der Spieler waren gut.»
Dass der TV Dagmersellen trotzdem so lange hinten gelegen hatte, war für ihn die
Auswirkung des Derby-Charakters des Spiels. «Wenn wir einen anderen Gegner
gehabt hätten, wäre es einfacher gewesen. Aber die Spieler hatten zu Beginn
regelrecht Angst vor den Willisauern. Darunter litt vor allem die Genauigkeit
beim Torschuss.» «Zusammen wären wir stark» Zu einer Besonderheit des Derbys
Willisau Dagmersellen wird immer mehr, dass sich die Spieler sehr gut kennen.
Nicht wenige von ihnen haben als Junioren in einer Spielgemeinschaft der beiden
Vereine zusammen gespielt. Für Thomas Graber wäre das auch der richtige Weg für
die Aktivmannschaften. «Wenn man diese beiden Mannschaften zusammenlegen würde,
entstünde eine sehr starke Mannschaft. Für mich ist das die Zukunft des
Handballs in dieser Region.»