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Das Schlüsselspiel vor dem Derby


Handball, 1. Liga der Männer - Willisaus Nachwuchs-Internationaler Philipp Mehr

SG Wollishofen ­ STV Willisau, Samstag, 12. Februar 2005,  20 Uhr, Sporthalle Utogrund Zürich


Seit drei Jahren spielt der 19-jährige Philipp Mehr vom STV Willisau in den Schweizer Nachwuchs-Nationalmannschaften. In der nächsten Saison soll es mit ihm weiter aufwärts gehen.

von Patrik Birrer

Morgen Samstag trifft das Fanionteam des STV Willisau auswärts auf den Tabellenvorletzten Wollishofen/Kilchberg. Eine sehr wichtige Begegnung für die Willisauer. «Das ist ein Schlüsselspiel für uns. Entscheiden wir die Partie zu unseren Gunsten, müssen wir uns gegen hinten kaum noch Sorgen machen. Zudem wäre ein Sieg genau der richtige Motivationsschub für das Derby gegen Dagmersellen eine Woche später», sagt Philipp Mehr. Im Hinspiel mussten sich die Willisauer mit einer Punkteteilung zufrieden geben. Mit einem konzentrierten und engagierten Auftritt wollen die Willisauer in Zürich beide Punkte für sich beanspruchen. Dabei will man sich auf die eigenen Stärken konzentrieren. «Wir sind stark genug, um ihnen unser Spiel aufzuzwingen», sagt Philipp Mehr.

«Ich will in die Nationalliga B»

Nachdem der agile Linkshänder die beiden letzten Saisons zum Kader der U17-Nationalmannschaft gehört hatte, spielt er seit dieser Spielzeit im U19-Nationalteam. Vier Tage monatlich verbringt er im Kreise der Nationalmannschaft und im letzten Sommer nahm der enorm talentierte Willisauer an der EM in Serbien teil. «Die EM-Qualifikation war eine riesige Sache für unser Team. Vor uns hat das noch gar nie eine Schweizer U19-Nationalmannschaft geschafft», beschreibt Mehr seinen bisher grössten sportlichen Erfolg.

Dass Philipp Mehr von der U21-Elite-Mannschaft des BSV Borba Luzern Anfang dieser Saison zu Willisau wechselte, hatte vor allem berufliche Gründe. «Ich absolviere meine Lehre als Sanitärmonteur in Willisau. Im Frühling steht mein Lehrabschluss auf dem Programm und es kommt einiges auf mich zu. Es ist das Beste für mich, hier in Willisau zu spielen. Ich kann an allen Trainings teilnehmen und trotzdem gezielt auf meinen Abschluss hin arbeiten.» Die dreifache Belastung mit Nationalmannschaft, Klub und Ausbildung steckt Philipp Mehr erstaunlich locker weg. «Damit komme ich ganz gut zurecht. Ich muss die Termine gut koordinieren und jeden Tag genau durchplanen. Dann gibt es keine Probleme.»

Für die nächste Saison hat sich Philipp Mehr den persönlichen Aufstieg in die Nationalliga B zum Ziel gesteckt. «Es haben bereits Gespräche mit Teams aus der zweithöchsten Spielklasse stattgefunden. Wohin mein Weg genau führt, kann ich aber noch nicht definitiv sagen. Sicher ist, dass ich Willisau am Ende dieser Saison verlassen werde, um eine Stufe höher zu spielen», so Mehr.

«Wir sind zu wenig konstant»

Die Willisauer haben in dieser Saison nicht immer überzeugen können. In der Tabelle belegt man derzeit den neunten Platz, wobei noch zwei Nachtragsspiele auszutragen sind. Angesichts der engen Tabellenkonstellation könnten sich die Willisauer noch bis ins vordere Mittelfeld verbessern. Philipp Mehr weiss, was es dazu braucht: «Uns fehlt es an Konstanz. Auf eine gute Leistung folgt oft eine schlechte. Oder dann haben wir während einer Partie plötzlich einen Durchhänger, der uns den Sieg kostet. Wir müssen weiter hart an uns arbeiten und versuchen, dieses Manko zu beheben», sagt Mehr. Eine stichhaltige Erklärung, weshalb die Mannschaft nicht auf einem konstant hohen Niveau spielt, hat der Nachwuchs-Internationale zwar nicht parat. Aber einige Gründe glaubt er zu kennen. «Unsere Vorbereitung war nicht optimal. Wir hatten zu viele Absenzen. Der gute Saisonstart täuschte darüber hinweg. Als dann noch Thomas Büchli ausfiel, wurde schnell klar, dass wir uns alle steigern müssen, um diese Lücke zu schliessen», erklärt Philipp Mehr, der bei den Willisauern jeweils am rechten Flügel oder im rechten Aufbau eingesetzt wird.

Im Spiel gegen Wollishofen gilt es für die Willisauer, mit letzter Konsequenz ans Werk zu gehen. Ein Erfolgserlebnis, genau eine Woche vor dem Derby gegen Dagmersellen, gäbe zusätzliches Selbstvertrauen. Und davon kann man bekanntlich nie genug haben.