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«Das Positive überwiegt klar»


Handball - Die Bilanz von STV-Willisau-Cheftrainer Robi Walthert

Mit einem guten Gefühl blicke er auf die letzten drei Jahre zurück, sagt Robi Walthert. Wir haben mit dem Cheftrainer des STV Willisau über mehr als bloss seine Gefühle gesprochen.

von Renato Cavoli

Robi Walthert, wie fällt ihr Fazit nach drei Jahren Cheftrainertätigkeit beim STV Willisau aus?
Robi Walthert: Auf die gesamten drei Jahre bezogen fällt mein Fazit sehr positiv aus. Willisau bietet eine hervorragende Infrastruktur und der Handball ist in unserem Städtchen mittlerweile sehr populär, was sich in den erfreulichen Zuschauerzahlen niederschlägt. Wenn ich zurückblicke, dann mache ich das mit einem guten Gefühl. Auch was meine Arbeit und die meines Ko-Trainers Ruedi Wyss angeht.

Bleibt Ihr Gefühl auch «gut», wenn Sie an die letzte Saison denken?
Rangmässig sicher nicht. Platz sieben war zu wenig. Das war enttäuschend. Da gibt es keine Diskussion. Was das individuelle Potenzial unseres Kaders anbetrifft, hätten wir zu den klar besten Teams gehören müssen.

Was, wie nachgerade bekannt ist, nicht der Fall war. Woran lags?
Darf ich daran erinnern, dass ich schon vor der Saison auf unsere ganz und gar ungenügende Vorbereitung mit zu vielen wochenlangen Absenzen wegen Ferien, Schule, Beruf, RS oder Verletzungen hingewiesen habe? Wenn gleich mehrere Leistungsträger praktisch keine Vorbereitung auf eine 1.-Liga-Saison absolvieren können, dann macht sich das früher oder später bemerkbar. Auch bei uns.

Und dann fiel Anfang November auch noch der Kopf des Teams bis Ende Saison aus.
Ich bin kein Trainer, der Verletzungen vorschiebt, um eine nicht ganz den Erwartungen entsprechende Saison zu rechtfertigen. Aber es ist klar: Thomas Büchlis Ausfall wog schwer. Zu schwer.

Was waren vor drei Jahren Ihre Beweggründe, dieses zeitintensive Amt anzunehmen?
Ich bin ein Willisauer und wurde von Willisauern angefragt. Ich wollte etwas für meine Gemeinde und für diesen Verein tun. Und zudem ist der Handball mein Sport. Und Willisau ist eine sehr gute Handball- dresse. Ich war motiviert, nach einer längeren Pause wieder auf dieser Stufe in meinen Sport zurückzukehren. Es war der richtige Entscheid zum richtigen Zeitpunkt.

In welchen Bereichen haben Sie Ihr Team in diesen drei Jahren weitergebracht?
Ich denke, dass es uns gelungen ist, junge und neue Spieler in die Mannschaft zu integrieren. Und die Etablierten, also die gut 25-jährigen Spieler, konnten sich sicher ebenfalls einen Schritt weiterentwickeln.

Wo liegt allenfalls am meisten Potenzial brach? Oder anders gefragt: Wo kann und muss sich dieses Team verbessern?
In der allgemeinen Physis, also in der Kraft und in der Ausdauer. Da liegt das grösste Defizit. Und die nötige Physis holt man sich in erster Linie mit einer soliden Vorbereitung im Sommer. Da wird die wichtige Basis für eine gute Saison gelegt.

Was war, rückblickend betrachtet, das grösste Highlight aus Ihrer Sicht in den vergangenen drei Jahren?
Wir hatten sehr viele gute Spiele und entsprechend auch viele Highlights. Aber das grösste Highlight? (überlegt) Vielleicht das Spiel in der vergangenen Saison gegen Luzern/Stans II. Da lagen wir auswärts mit acht Toren zurück und holten gegen den klar favorisierten Gegner noch ein Unentschieden. Solche Spiele bleiben in der Erinnerung haften. Aber wie gesagt: Wir hatten klar mehr gute als weniger gute Spiele in diesen drei Jahren.

Welches Spiel blieb negativ im Gedächtnis haften?
Da muss ich weniger lang überlegen. Das Auswärtsspiel in der eben erst abgelaufenen Saison gegen Olten. Wir haben in der ersten Halbzeit nur gerade fünf Tore geschossen. Wir spielten wirklich sehr, sehr schlecht. Nach einem solchen Spiel fragst du dich, ob ein Abend zu Hause nicht mehr gebracht hätte. Aber soche Matches gibt es nun mal. Gegen so etwas ist keine Mannschaft gefeit.