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Vorzeitiges Saisonende für Simone Cranz


Handball, 1. Liga der Frauen - STV Willisau

Mit Bänderrissen am linken Fuss schied STVW-Torhüterin Simone Cranz im  Spitzenkampf gegen den GTV Basel schon nach etwa 15 Minuten aus. Damit ist die Saison für die talentierte Keeperin vorzeitig zu Ende.

von Renato Cavoli

Das genaue medizinische Bulletin gleich vorweg: Es sind zwei vordere Aussenbänder am linken Fuss, die bei Simone Cranz rissen. Und das nach knapp einer Viertelstunde im Spitzenkampf vom vergangenen Samstag gegen den GTV Basel. «Ich bin nach einer Abwehraktion seitwärts auf dem linken Fuss gelandet» erinnert sich Simone Cranz. Vermutlich sei dabei der Druck auf die Aussenbänder zu gross gewesen.

«Ausgerechnet gegen Basel, ausgerechnet im Spitzenkampf», sagt die im Juli dieses Jahres erst 18 Jahre alt werdende Torhüterin. «Es lief mir in der Startphase gut und ich war, wie meine Kolleginnen, heiss auf dieses Spiel und auf diesen Gegner, gegen den wir bisher zweimal verloren hatten. Ich hätte natürlich gerne meinen Beitrag zum ersten Sieg über den Spitzenreiter geleistet.» Nun, auch wenn sich der «Beitrag» der KV-Lehrtochter nur gerade auf dieStartviertelstunde beschränkte: Simone Cranz hat zweifellos auch ihren Anteil am 25:20-Sieg der Willisauerinnen gehabt. Dass die grosse Freude über diesen mit viel Kampfgeist und Herzblut erarbeiteten und erspielten Erfolg von der eingangs geschilderten Verletzung geschmälert wurde, versteht sich.

Aber Simone Cranz mag sich nicht lange darüber aufhalten, was am Samstag passiert ist. «Ich kann es jetzt auch nicht mehr ändern. Laut meiner Ärztin muss nicht operiert werden. Das sei nur nötig, wenn drei Bänder gerissen seien. Bei mir», sagt Simone Cranz und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, «sind es ja nur zwei»

Vier Wochen Ruhe

Natürlich: Eine rechte Portion Galgenhumor ist bei dieser Aussage schon dabei. Aber Simone Cranz rechnet mit etwa vier Wochen handballerischem und sportlichen Nichtstun. «Und dann», sagt sie, «kann ich mich meiner Schienen wieder entledigen und hoffentlich bereits mit einem leichten Krafttraining beginnen.»

Keine Frage: Simone Cranz denkt bereits wieder an ihr Comeback, auch wenn das erst in der nächsten Saison über die Bühne gehen wird. Die 18-Jährige gilt als enorm talentiert und hat in ihrer ersten 1.-Liga-Saison bereits einige tolle Partien gespielt und dabei vor allem mit ihrer Ruhe und einer für ihr Alter erstaunlichen Abgeklärtheit beeindruckt. Beim STV Willisau ist man auf der Goalie-Position hervorragend bestückt. Neben Simone Cranz zeigt auch die ebenfalls erst 18-jährige Tamara Koch bei der zweiten Mannschaft Leistungen, die den jeweiligen Trainern Freude bereiten.

Von Sandra Aebi lernen

Doch da ist vor allem auch Sandra Aebi zu erwähnen. Die 32-jährige «Legende» teilt sich den Job des Fanionteam-Goalies in der laufenden Saison mit Simone Cranz.«Ihr verdanke ich sehr viel», sagt Simone Cranz. «Ich kann von ihrer jahrelangen Erfahrung und ihrer Gabe, ein Spiel zu lesen, sehr viel lernen.» Gleichzeitig erwähnt die bei der Kronospan AG das erste von drei KV-Lehrjahren absolvierende Simone Cranz aber auch das Trainerduo Ernesto Piazza/Heinz Flückiger. «Mit Heinz habe ich viel gearbeitet und von Ernesto kommen immer wieder wertvolle Tipps», sagt sie.

Simone Cranz macht trotz ihrer Verletzung nicht auf Weltuntergangsstimmung. Sie blickt nach vorne. «Handball», sagt sie, «bedeutet mir sehr viel. Ich freue mich schon jetzt auf den Moment, wo ich wieder im Tor stehen darf.»