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Die Jungen wollen kein Alibi sein


Handball, STV Willisau 1. Liga der Männer, Gruppe 2

HV Olten - STV Willisau, Samstag, 3. Dezember 2005, 16 Uhr, MZA Paradiesli, Aarburg


Der STV Willisau spielt in dieser Saison mit einer sehr jungen Mannschaft. Deshalb ist eine Prise Verständnis angebracht, wenn dem Team bisweilen die Konstanz und die Routine abgehen. Einer dieser hoffnungsvollen Jungen ist Beat Greber.

von Renato Cavoli

Die Frage «wieviel Junge verträgt es in der 1. Liga» stellt zwar so direkt niemand, der sich zur Anhängerschar des STV Willisau zählt. Aber unterschwellig scheint man diese oder zumindest eine ähnlich tönende Frage auf den Gesichtszügen der zuletzt doch eher enttäuschten Fans ablesen zu können. Denn der STV Willisau verlor ein halbes Dutzend seiner Partien mit nur gerade einem Tor Differenz. Zuletzt zweimal nacheinander gegen den HC Malters. Da liegt die Vermutung nahe, dass es dem Team an Routine gebricht. «Das kann man so sehen», sagt auch Beat Greber. Er ist 20 Jahre alt und gehört zusammen mit seinem jüngeren Bruder Urs Greber, Adi Felber, Raphael Fischer, Philipp Mehr, Michael Meyer, Marco Peter, Andi Schmidli und Fabian Stöckli zu jenen Spielern, die erst zwischen 18 und 21 Jahre alt sind.

Fehlende Cleverness

Doch Beat Greber mag seine «Alterskategorie» nicht kategorisch als Alibi für die bisher ertragsmässig wenig erbaulichen Leistungen seiner Mannschaft sehenb. «Wer so oft mit nur einem Tor Differenz verliert», sagt er, «dem fehlt zweifellos ein Schuss Cleverness oder kühles Blut. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Auf der anderen Seiten können wir Junge nicht ständig monieren, man müsse uns fördern und fordern und uns dann verstecken, wenn es gilt, Verantwortung zu übernehmen. Ich denke, dass wir trotz der unglücklichen Niederlagen auf einem guten Weg sind. Ich habe auf jeden Fall noch gar nie einen Gedanken an einen möglichen Abstieg verschwendet.» Das ist lobenswert und zeigt auch, dass die junge Garde des STVW sehr wohl genügend Mumm und Selbstvertrauen hat, um aus der aktuellen resultatmässigen Krise herauszufinden. Beat Greber auf jeden Fall freut sich, dass Trainer Albi Gurtner den Jungen konstant die Chance gibt, sich zu zeigen. «Verbessern», sagt Beat Greber, «kannst du dich nur, wenn du auch spielst. Mit Training allein geht das nicht.»

Doch der Sport ­ und der Mannschaftssport zumal ­ kennt immer mindestens zwei Wahrheiten. Und die «andere» Wahrheit liest sich aus der Tabelle. Die gibt aus Willisauer Sicht derzeit kein gefreutes Bild ab. Die Grafenstädter sind auf den zweitletzten Rang abgerutscht. «Die folgenden Partie bestreiten wir nun gegen Teams, die in der Rangliste in unserer Reichweite liegen. Das heisst, dass wir jetzt dringend punkten müssen», sagt Beat Greber. «Am besten schon morgen in Aarburg gegen Olten.» Greber, der die Wirtschaftsmittelschule besucht und derzeit bei der GIS AG in Schötz einen Temporärjob gefunden hat, glaubt, dass das Feuer im Team nach wie vor brennt. Auch bei ihm. «Es hat», gibt er ehrlich zu, «Spiele gegeben, wo die Motivation auch bei mir nicht so war, wie sie sein sollte. Aber das ist vorbei. Jetzt geht es ums Ganze und jetzt wollen wir auch unserem Trainer etwas zurückgeben.» Kein Kleinmut Was Beat Greber selber dazu beitragen kann, weiss er genau. «Ich muss mit Engagement spielen und sowohl auf dem Feld als auch ausserhalb anspornen und bereit sein. Ich bin grundsätzlich ein positiv denkender Mensch. Aus diesem Grund gehe ich nicht kleinmütig ins Spiel gegen Olten, sondern habe vor, dieses mit dem STV Willisau siegreich zu gestalten. Und ich weiss und spüre, dass meine Teamkollegen da genau gleich denken und fühlen wie ich.» Der 183 cm grosse und 75 kg schwere Modellathlet Beat Greber gehört nun das zweite Jahr dem Kader des Fanionteams an. Er ist, wie viele seiner Teamkollegen, ein Eigengewächs des STV Willisau.

Wie man aus einem Tief findet, kann er vor dem Olten-Match übrigens bei seiner Freundin Helen Lipp nachfragen. Die ist Mitglied des Frauen-Fanionteams des STVW, das vor einer Woche gegen Malters/Menznau wie Phönix aus der Asche stieg und siegte. Klar siegte, notabene.


1. Liga, Gruppe 2. Spiel unter der Woche:

Kriens ­ Rothrist/SGAO 27:27


Tabelle:

1. Malters 10/15
2. Borba 9/14
3. Kriens 10/13
4. Muri 9/12
5. Rothrist/SGAO 10/11
6. Dagmersellen 9/10
7. Frick 9/9
8. Olten 9/9
9. Zofingen 9/7
10. Wohlen 9/5
11. Willisau 10/5
12. Lägern-Endingen 9/2