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Das Derby ist nicht nur eine Frage der Ehre
Handball, 1. Liga der Frauen
TV Willisau - SG Malters/Menznau, Samstag, 31. Januar 2004, 20 Uhr,
Sporthalle BBZ
Wenn heute Abend in der BBZ-Halle zum zweiten Mal das 1.-Liga-Frauenderby
zwischen Willisau und Malters/Menznau angepfiffen wird, gehts, wie immer in
Nachbarduell, auch um die Ehre. Aber nicht nurS und nicht in erster Linie.
rec. Den TVW-Trainer erreichte der WB via HandyS in Leipzig, wo Ernesto Piazza
in beruflicher Mission unterwegs war. Heute Samstag wird er aber rechtzeitig
wieder in Willisau sein, um sein Team von der Seitenlinie aus ins zweite Derby
der laufenden Saison gegen die SG Malters/Menznau zu führen. Das erste
Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften sah die MaMes, ebenfalls in der
BBZ-Halle, als ebenso klare wie verdiente Sieger. Doch inzwischen sind mehrere
Wochen ins Land gezogen und haben sich die Kräfteverhältnisse zwar nicht um
einen Quantensprung verschoben, aber doch leicht verändert. Der TV Willisau
fühlt sich im Gewand eines neuen 1.-Ligisten mittlerweile wohl, hat nicht mehr
über Gebühr mit der Nervosität und der Angst vor eigenen Fehlern zu kämpfen.
«Wir haben unsere mentale Blockade gelöst», sagt Piazza, «gehen mit mehr
Selbstbewusstsein in die Matches und trauen uns entsprechend mehr zu.» Der Blick
auf die Tabelle zeigt, dass sich Willisau, auch dank dem wichtigen Sieg über
Frick, gegen hinten abgesichert hat.
«Und doch», so Ernesto Piazza, «auch wenn wir nun stärker aufspielen bleibt
Malters/Menznau Favorit. Wir können also in der Aussenseiterposition in dieses
Derby steigen. Wir nehmen uns vor, gegenüber der ersten Partie gegen den
gleichen Gegner, besser auszusehen und das Spiel länger offen zu halten, um dann
in der entscheidenden Phase möglicherweise den Coup zu landen.»
Ein Fragezeichen
Bei den Willisauerinnen ist die Torhüterinnen-Frage noch nicht geklärt (siehe
auch unseren Artikel in der Donnerstag-Ausgabe). Sandra Aebi ist erst von einer
weiteren Kieferoperation genesen und wird heute beim Einlaufen entscheiden, ob
ein Einsatz Sinn macht. Urbana Biotti, Torhüterin Nummer 2 beim TVW, ist bereit,
in die Lücke zu springen. Nicht dabei ist auch Sarah Pürro (beruflich abwesend),
die zuletzt einen deutlichen Formanstieg erkennen liess. Ansonsten kann Piazza
personell aus dem Vollen schöpfen. «Ich freue mich auf dieses Derby, das
hoffentlich auch zahlreiche Fans von beiden Mannschaften mobilisieren wird»,
sagt der Trainer.
Darauf hofft natürlich auch Markus Lustenberger, Headcoach der SG Malters/Menznau.
«Unser aktuelles Problem ist das personell sehr dünn besetzte Kader. Unsere
talentierten U19-Spielerinnen sind diesmal nicht dabei. Es hat ja keinen Sinn,
dieses im Meisterschaftsbetrieb eingespielte Team auseinanderzureissen, nur um
mit der bestmöglichen Formation gegen Willisau antreten zu können», sagt
Lustenberger. «Wir werden aber dennoch mit viel Herzblut in dieses Spiel
steigen. Dass es schwieriger wird als im ersten Aufeinandertreffen, das steht
für mich aber ausser Frage.»
Svenja Wey fehlt
Wenn schon von Abwesenden die Rede ist, so gilt es bei Malters/Menznau
insbesondere Svenja Wey, eine der jungen U19-Spielerinnen, zu erwähnen. Sie war
im ersten Derby eine der herausragenden Figuren im Team der MaMes. «Und ist
trotz ihres jugendlichen Alters für uns auf Stufe 1. Liga bereits eine echte
Teamstütze», wie Lustenberger sagt.
Die Voraussetzungen zu einem spannenden Spiel sind auf jeden Fall gegeben. Die
Frage der (Derby-)Ehre steht zwar auch auf dem Spiel. Aber in erster Linie
wollen beide Teams dem Publikum guten 1.-Liga-Handball zeigen.