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Sandra Aebi: Das «Derby» vor dem Derby
Handball: TV Willisau
rec. Die 31-jährige Sandra Aebi, Torhüterin des TVW-Frauenfanionteams, gilt als
eine der besten 1.-Liga-Torhüterinnen überhaupt. Dank einer nunmehr schon
19-jährigen (!) Karriere bringt sie jene Erfahrung und jene Ausstrahlung mit,
welche ein Team stärker machen. Man kann Sandra Aebi ohne zu kokettieren als «game-winning-Goalie»
bezeichnen. Als eine Torhüterin also, welche an einem guten Tag Spiele mit ihren
Paraden entscheidet. Logisch, dass die frühere NLB-Spielerin (Solothurn,
Herzogenbuchsee) auch vor dem Derby am kommenden Samstag (20 Uhr, BBZ-Halle)
gegen die Spielgemeinschaft Malters/Menznau ein ganz wichtiges Mosaiksteinchen
im mannschaftlichen «Puzzle» von TVW-Trainer Ernesto Piazza wäre.
7. Kiefer-Operation
Wäre, denn noch weiss Sandra Aebi nicht, ob sie am Samstag zwischen den Pfosten
stehen kann. Vor 14 Tagen wurde sie einer Kieferoperation unterzogen. «Es ist
dies bereits die siebente dieser Art», sagt sie. «Der Arzt gibt mir am Freitag
sein O. K., oder er rät mir vom Spiel ab.» Doch selbst die Zustimmung des Arztes
wäre noch keine Gewähr, dass die Heimbetreuerin tatsächlich aktiv ins
Derby-Geschehen eingreifen könnte. «Ich werde wohl erst beim Einspielen vor dem
Match spüren, ob es wirklich geht», erklärt sie.
Urbana Biotti steht bereit
Wenn nicht, wird Urbana Biotti, die zweite Torhüterin des TVW, von Beginn weg
Gelegenheit erhalten, ihr Können unter Beweis zu stellen. «Urbana wird vom Team
die genau gleiche Unterstützung erhalten müssen, wie ich sie mir jeweils
wünsche», sagt Sandra Aebi. «Dann wird meine Goalie-Kollegin uns auch im Spiel
halten», ist Sandra Aebi überzeugt. Nun, noch ist die Entscheidung über eine
allfällige aktive Derby-Präsenz von Sandra Aebi nicht gefallen. «Die Chancen,
dass ich spielen kann, stehen derzeit 50 zu 50», sagt sie.
Sicher ist Sandra Aebei hingegen, dass man für die Vorrunden-Niederlage gegen
die MaMes Revanche will. «Wir können die SG Malters/Menznau schlagen», sagt sie.
«Aber dafür benötigen wir ein optimales Spiel. In der Vorrunde wirkten wir noch
blockiert, hatten zu viel Angst, Fehler zu machen. Jetzt ist die Blockade dank
unseren letzten erfolgreichen Partien aber gelöst und wir könnten eigentlich
befreit aufspielen.» Logisch, dass man auf Willisauer Seite dem Derby ganz
speziell entgegenfiebert. Nicht so Sandra Aebi. «Für mich als Bernerin wären
eher die Partien gegen Münsingen ein Derby. Aber es ist natürlich auch für mich
ein wichtiges Spiel, das wir gewinnen wollen.»
Zukunft ungewiss
Noch steht nicht fest, ob Sandra Aebi, die seit zwei Jahren beim TVW spielt,
auch in der kommenden Saison wieder zur Verfügung steht. «Ich habe mich noch
nicht entschieden. Viel hängt einerseits von der personellen Zusammensetzung des
Kaders aus. Mal sehen, wer alles weiter macht», sagt sie. «Auf der anderen Seite
muss ich nun endlich auch auf meine Gesundheit achten. Vielleicht sagen mein
Körper und mein Verstand Ende Saison: Jetzt muss Schluss sein mit Handball auf
dieser Stufe. Ich lasse es auf mich zukommen.» Was fatalistisch tönt, hat seine
Berechtigung. Sandra Aebi hat in diesen Tagen vorerst einmal kurzfristig zu
denken und am Samstag darüber zu befinden, ob ein Einsatz im Derby Sinn macht.
Es ist quasi Sandra Aebis ganz spezielles «Derby» vor dem Derby.