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Den Oktober verstreichen lassen


Handball, 1. Liga der Männer - STV Willisau vor dem Saisonstart

Am kommenden Samstag beginnt die 1.-Liga-Saison der Männer. Der STV Willisau empfängt den HV Olten. Der Versuch einer Bestandesaufnahme kurz vor Inangriffnahme der Meisterschaft.

von Renato Cavoli

Geht es nach einer alten Theaterweisheit, wonach auf eine schlechte Hauptprobe eine tolle Premiere folgt, dann braucht den Fans des STV Willisau vor der neuen Saison nicht bange zu werden. Denn die Cup-Partie gegen das gleichklassige Kriens ging nicht nur klar verloren, sondern war von der erbrachten Leistung her mangelhaft bis sehr schlecht.

Das Trainer-Duo Robi Walthert/Ruedi Wyss nimmt heuer die dritte Saison mit dem Hinterländer Erstligisten in Angriff. Und hätte, auch ohne den Griff in die Kiste abgedroschener Theaterweisheiten, recht viel Grund zur Zuversicht. «Tatsächlich verfügen wir über ein sehr gutes Kader. Wir sind wohl eher ausgeglichener besetzt als in der vergangenen Saison», sagt Robi Walthert. «Natürlich gilt es die Rücktritte der langjährigen Kaderspieler Roli Borer, Raphael Boog und Mario Büchli nicht zu vergessen und auch den Abgang unseres letztjährigen Stammgoalies Christoph Gieranczyk nicht so einfach unter den Teppich zu kehren. Aber», so Walthert weiter, «mit dem Ruswiler Linkshänder Manuel Bühlmann, dem erfahrenen Goalie Thomas Lerch und der Rückkehr von Flügelstürmer und Nachwuchs-Nationalspieler Philipp Mehr haben wir uns gut verstärkt. Dazu werden uns einige unserer Nachwuchsspieler, die nun den Sprung ins Fanionteam vollziehen, Freude bereiten.»

Robi Walthert denkt da an Rückraumspieler Michael Meyer, an Linksaussen Beat Greber, an den sowohl am Kreis, als auch am Flügel einsetzbaren Marco Peter oder an Goalietalent Andi Schmidli.

«Nie komplett»

Rang drei aus der letzten Saison, das ist die Vorgabe, die es zu verteidigen gilt, beziehungsweise den Richtwert für die am kommenden Samstag (BBZ-Halle, 20 Uhr) gegen den HV Olten beginnende Meisterschaft darstellt. «Wir haben bis jetzt 85 Trainingseinheiten absolviert und so weit ich mich erinnern kann, hatten wir noch nie das gesamte Team beisammen», erzählt Robi Walthert. Verletzungen, Abschlussprüfungen, Rekrutenschule und Auslandaufenthalte - das sind die Gründe für die zahlreichen Absenzen. Walthert hat darob die Zuversicht zwar nicht verloren, bittet aber doch um Geduld. «Wir müssen wohl den Oktober verstreichen lassen und ihn trainingsmässig intensiv nützen, ehe wir leistungsmässig dort sind, wo wir hin wollen.»

Um es klar zu sagen: Walthert verzweifelt nicht ob der zugegebenermasse wenig erfreulichen Vorgeschichte zur neuen Saison. «Aber ich bin nun doch schon etliche Jahre im Trainermetier tätig. Doch so etwas wie in dieser Vorbereitung habe ich wirklich noch nie erlebt.»

Robi Walthert weiss, dass das Willisauer Umfeld als eines der eher kritischeren gilt. Und er weiss, dass ausbleibende Resultate sofort auch negativ auf die Stimmung schlagen. «Aber ich nehme diese spezielle Herausforderung an. Und ich freue mich darauf, wenn wir wirklich einmal komplett antreten können, wenn alle da sind, die auch auf der Kaderliste einen Platz haben. Vorerst gilt es einfach möglichst gut über die Runden zu kommen und das Kriens-Spiel nicht als Massstab zu nehmen.»

«Das ist die Zukunft»

Bezüglich Zukunft denkt Walthert zum Beispiel an sein Duo am rechten Flügel. «Wir haben Jan Peter und Philipp Mehr. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein anderes Team auf Rechtsaussen über gleich zwei Spieler dieser Klasse verfügt.» Der Cheftrainer denkt aber auch an die bisherigen Leistungsträger wie Thomas Büchli (er ist zwar wieder ein Jahr älter geworden, aber wir werden erneut sehr viel Freude an ihm haben), Ramon Schärli, Thomas Metz, Mirco Stadelmann, Dani Schneider, Marco Hansen usw. Und er erwähnt immer wieder die Jungen, die ihm Freude bereiten. «Das», sagt er, «ist die Zukunft des STV Willisau.»

Die Zukunft beginnt am kommenden Samstag. Und vielleicht Ende Oktober ein zweites Mal.