| Handball | |
Der TVD mit «kochendem Herzblut»
Handball - 1. Liga der Männer, Gruppe 2
TV Dagmersellen STV Willisau 37:25 (19:15)
Das wohl prestigeträchtigste Derby in der 1. Liga sah am vergangenen Samstag
einen ebenso deutlichen wie auch in dieser Höhe verdienten Sieger, den TV
Dagmersellen.
k./rec. 470 Zuschauerinnen und Zuschauer ersehnten geradezu den Anpfiff zu
diesem Derby und hofften auf einen spannenden, intensiven Handballabend. Und
nach 60 effektiven Spielminuten durfte man festhalten, dass diese Erwartungen
auf eindrückliche Weise ganz und gar erfüllt wurden. Und zwar insbesondere vom
Heimteam, dem TV Dagmersellen.
Die Partie begann tempostark, wobei sich der STV Willisau vorerst einen
Vorsprung von zwei Toren erspielen konnte. In den ersten zehn Minuten war die
Nervosität in beiden Mannschaften zu spüren. Die Dagmerseller spielten wieder in
der gewohnten 6-0-Deckung, die jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ganz so
sattelfest wie Anfang Saison zu sein schien. Kleine Abstimmungsschwierigkeiten
ermöglichten es den Willisauern, in Führung zu gehen. Doch der TVD setzte nun
alles daran, seine Fehlerquote zu minimieren und machte im Angriff Druck. Die
Geduld und Disziplin der Wiggertaler wurde dann auch bald belohnt. Nach 15
Minuten waren die Dagmerseller resultatmässig wieder dran. Jetzt schlichen sich
plötzlich bei den Willisauern Ungenauigkeiten ein, die der TVD erstaunlich
kaltblütig ausnützte. Bis zur Pause konnte Dagmersellen sogar einen
4-Tore-Vorsprung herausholen und durfte zufrieden in die Kabine gehen.
TVD war engagierter
Die zweite Halbzeit begann mehr oder weniger so, wie die letzten zehn Minuten
der ersten Hälfte. Insgesamt war der TVD engagierter und hatte mehr Anteil am
Spielgeschehen. Die Willisauer Defensive konnte mit einfachen Elementen
ausgespielt werden und die daraus resultierenden Chancen wurden auch ausgenützt.
So vermochten die Dagmerseller ihren Vorsprung kontinuierlich auszubauen. Der
mit zunehmender Spieldauer immer ratloser wirkende Gast biss sich an der kompakt
stehenden Deckung der Dagmerseller oftmals die Zähne aus.
Bald lag der TVD gar mit zehn Toren in Führung. Auch das Time-out von Willisau
Mitte der zweiten Halbzeit hatte keinen grossen Einfluss auf das Spielgeschehen.
Der TVD liess nicht locker und spielte munter drauf los, ohne jeglichen Zweifel
aufkommen zu lassen. Die Heimmannschaft war spielbestimmend und selbst nach 55
Minuten vermochten sie dem Gegner ein hohes Tempo aufzuzwingen. Auch wenn der
STVW personell geschwächt war (Dani Schneider und Mirco Stadelmann fehlten) und
sicherlich nicht den besten Tag erwischt hatte, präsentierte sich der TVD als
eingespielte, kämpferisch starke Mannschaft, der den Sieg absolut verdiente.
Beim TV Dagmersellen wurde mit «kochendem Herzblut» gespielt. Dies machte
schliesslich die Differenz zwischen den beiden Teams aus und ermöglichte den
Dagmersellern einen verdienten Sieg von 37:25.
Verständlich, dass nach dem Spiel das «Gnagi-Essen» den Dagmersellern deutlich
besser mundete als den Willisauern. Was natürlich nichts mit dem Gnagi selbst zu
tun hatte. «Wir hatten heute auch spielerisch praktisch nie die passende
Antwort auf das Dagmerseller Spiel», meinte etwas STVW-Präsident Beat Mehr.
TVD-Sportchef Ivo Häller hatte nach dem Spiel Grund zum Schmunzeln: «Heute waren
wohl alle TVD-Fans zufrieden. Auch jener Hardcore-Ecken unter dem Garagentor.
Dort stehen nämlich die kritischsten Anhänger. Aber ich denke, nach diesem Spiel
durfte sich jeder freuen.» Zumindest, wenn er TVD-Fan war. Der STV Willisau
hingegen zog einen schwarzen Tag ein. Im Rückspiel soll die Korrektur erfolgen.
Dagmersellen Chrüzmatt. 470 Zuschauer. Strafen: 9 x 2 Minuten gegen
Dagmersellen; 5 x 2 Minuten gegen Willisau. TV Dagmersellen: Willimann, Lüthy;
Müller (4), Wermelinger (3), Theiler (7), Kurmann (8), Graf (5), Sutter (5),
Vogel, Staub (4), Meier Reto (1). Coaches: Lorenz Mühlemann, Thomas Graber.
STV Willisau: Lerch, M. Mehr; Bühlmann, Peter (1), Ph. Mehr (9), Hansen (4),
Schärli (1), Felber (1), Metz (3), Meyer, Büchli (6). Coaches: Robert
Walthert, Ruedi Wyss. Bemerkungen: Willisau ohne Schneider (verletzt) und
Stadelmann (rekonvaleszent), Dagmersellen ohne Stöckli (verletzt)