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Wenn eine Regierungsrätin zum TVW-Fan mutiert…


Podiumsdiskussion in der BBZ-Halle

rec. Nach dem diskussionslosen Sieg gegen Dietikon-Urdorf II wurde in der BBZ-Halle das traditionelle TVW-Saisonschlussfest in Angriff genommen. Und erneut konnten für die traditionelle Podiums-Diskussion vier interessante Gesprächspartner engagiert werden. Die ehemalige OL-Nationaltrainerin Irène Müller, Regierungsrätin Yvonne Schärli, RCW-Willisau-TK-Chef Felix Arnold und TVW-Headcoach Robi Walthert standen WB-Redaktor Renato Cavoli Red und Antwort. Dass sich dabei Yvonne Schärli als TVW-Fan outete, hat natürlich seinen Grund. Ihr Sohn Ramon spielt seit einem Jahr in Willisau. Zwar habe ihr Sohn, so Yvonne Schärli, das Handballtalent eher vom Vater geerbt, «aber dieser Sport hat auch mich schon als junges Mädchen fasziniert.» Auch wenn die amtierende Vorsteherin des Justiz- und Sicherheitsdepartementes möglicherweise nur temporär für den TVW «fant» (…Sohn Ramon wird immerhin auch für die nächste Saison beim TVW bleiben…), steht den Verantwortlichen der Willisauer Handballer der Stolz doch ins Gesicht geschrieben. Wer hat schon eine Regierungsrätin als Anhängerin in seinen Reihen?

Bekannt wurde sie als erfolgreiche Orientierungslauf-Nationaltrainerin. Unter Irène Müller wurde zum Beispiel Simone Niggli-Luder vor einem Jahr gleich vierfache Weltmeistern. «Aber jetzt gehört mein Herz wieder dem Handball», so die aktuelle LK-Zug-Assistenztrainerin, die gleich ein flammendes Plädoyer für diesen Sport abgab. «Handball ist auch für Frauen ein idealer Sport, wenn man entsprechend trainiert und vorbereitet in die Spiele steigt.»

Logisch, dass gerade punkto Training auch Felix Arnold kompetent Auskunft geben konnte. Der Technische Leiter der Willisauer Meisterringer steht einer Mannschaft vor, die sehr hart und zielgerichtet trainieren muss, wenn sie die grossartigen Erfolge der vergangenen Jahre bestätigen will. «Und das wollen wir natürlich», so Felix Arnold. «Im Luzerner Hinterland boomt unser Sport. Und das wollen wir weiter ausnützen. Aber», so Felix Arnold weiter, «wir müssen auf der Hut sein. Alle wollen Willisau schlagen, das ist klar.»

Einen Boom erlebt in unserer Region zweifellos auch der Handballsport. Gleich zwei 1.-Liga-Equipen besitzt der TV Willisau. Die Männer sind zum Spitzenteam dieser Klasse gereift – die Frauen haben sich als Neuling ausgezeichnet gehalten und den Ligaerhalt frühzeitig souverän gesichert.
Robi Walthert, der Headcoach der Willisauer Männer, zog denn auch sehr zufrieden Bilanz. «Nimmt man unseren eigentlich unverzeihlichen und vor allem unverständlichen Flop gegen Dagmersellen aus, dann haben wir eine tolle Saison hingelegt. Es gilt nun, die nachrückenden jungen, eigenen Spieler an die 1. Liga heranzuführen. Zusammen mit meinem Trainerkollegen Ruedi Wyss und meinen Spielern, werde ich alles versuchen, um den Willisauer Handballfans auch in der kommenden Spielzeit viel Freude zu bereiten.» Vereinzelte «Buhrufe» gabs an dieser angeregten Diskussion nur einmal. Als Robi Walthert Deutschland als neuen Fussball-Europameister prognostizierte. Aber Buhrufe dieser Art haben ja fast schon Tradition