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Die «Gefahr» könnte hausgemacht sein
Handball, 1. Liga der Männer: TV Willisau
TV Willisau - Mythen-Shooters, Samstag, 14. Februar 2004, 20 Uhr, BBZ-Halle,
Willisau
Wenn der Tabellenzweite (Willisau) zu Hause auf den Tabellendrittletzten (Mythen-Shooters)
trifft, dann erübrigt sich normalerweise jegliche Deutung der Ausgangslage. Die
Karten sind verteilt. Doch so ganz ohne «Gefahr» ist diese Partie von heute
Abend für den TVW nicht. Vor allem, weil die «Gefahren» nur in zweiter Linie vom
Gegner kommenS Renato Cavoli Ruedi Wyss, Co-Trainer des TV Willisau, vernahm vor
einer Woche mit einigem Erstaunen vom Sieg der Mythen-Shooters im «Keller-Duell»
gegen den TV Dagmersellen. «Das», sagt er, «habe ich nicht erwartet. Ich ging
davon aus, dass sich der TVD in diesem wichtigen Match durchsetzen wird.» Dass
dem nicht der Fall war, kann für den TV Willisau und die heutige Partie gegen
die Schwyzer eine Warnung und ein Vorteil sein. «Eigentlich müssten wir jetzt
auf der Hut sein», sagt Ruedi Wyss. «Die Mythen-Shooters sind sehr kampfstark
und können sich während einer Partie gewaltig steigern, wenn sie spüren, dass
mehr als bloss eine Ehrenmeldung in Form einer achtbaren Niederlage drinliegt.
Dazu sind sie auch spielerisch sicher stärker geworden, seit mit Laszlo Szabo
ein neuer Trainer die Geschicke des Teams in die Hände genommen hat.» «Sind
individuel überlegen» Ruedi Wyss ist überzeugt davon, dass der TV Willisau von
der individuellen Substanz her dem heutigen Gegner aber nach wie vor überlegen
ist. «Sagen wir es so: Wenn wir spielen, was wir können und jeder seine Aufgabe
ernst nimmt, dann gewinnen wir. Aber wir müssen alles geben, sonst wirds eng.
Auch und vor allem gegen die Mythen-Shooters.» Die Willisauer rechnen heute in
der BBZ-Halle mit einem Gegner, der seine Haut sehr teuer zu Markte tragen wird.
«Möglicherweise spielen sie mit einer doppelten Manndeckung auf unsere stärksten
Schützen», so Ruedi Wyss. «Dann liegt es eben an anderen Spielern, sich zu
profilieren und Verantwortung zu übernehmen.»
Zum Beispiel auch an Dani Schneider, den bals 22-Jährigen Informatiker.
«Dani verfügt über einen ausgezeichneten Wurf. Und er ist zweifellos ein
Spieler, der einen Match kehren oder sogar mitentscheiden kann», sagt Ruedi Wyss.
«Noch hat er aber sein Potenzial nicht ganz ausgeschöpft. Er kann noch besser
werden.» In die Bresche springen Zuletzt, zum Beispiel in den Partien gegen
Emmen United und Luzern/Stans, zeigte Dani Schneider im Abschluss jenes
Verantwortungsbewusstsein, das Co-Trainer Ruedi Wyss angesprochen hat. Spieler
wie er, aber auch Marco Hansen, sind dann gefragt, um in die Bresche zu
springen. Dani Schneider selber spürt, dass er nach seiner langwierigen
Verletzung wieder in Fahrt kommt. «Es geht aufwärts», sagt er. «Wir sind als
Team reifer geworden. Natürlich dürfen wir die Mythen-Shooters nicht
unterschätzen. Wir müssen diesem Gegner den nötigen Respekt entgegenbringen.
Aber Angst brauchen wir nicht zu haben.» Der TVW, der zuletzt «in einem der
schwächsten Spiele der laufenden Saison» (Ruedi Wyss) gegen Luzern/Stans einen
7-Tore-Rückstand aufholte und im Finish noch ein Remis erkämpfte, ist definitiv
zu einem 1.-Liga-Spitzenteam avanciert. Die Furcht, dass die in Bälde
hereinbrechenden närrischen Tage für eine «laisser-aller-Stimmung» sorgen
werden, scheint unbegründet. «Ich wäre riesig enttäuscht, wenn wir gegen die
Mythen-Shooters nicht zu unserer Leistung finden», sagt Dani Schneider. «Die
Einstellung von uns wird stimmen, davon gehe ich aus.»