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«Von den Jungen darf man auch Geduld erwarten»
Handball: die Bilanz von TVW-Cheftrainer Robi Walthert
Auf Rang drei beendete das Fanionteam der Männer des TV Willisau die
1.-Liga-Saison. Cheftrainer Robi Walthert zieht im folgenden WB-Gespräch Bilanz.
Sagt, mit was er zufrieden war und wo er allenfalls für die nächste Spielzeit
Verbesserungen für möglich hält.
Renato Cavoli
Robi Walthert, wer am Schluss einer langen Saison auf einem Podestplatz liegt,
der wird wohl mit einiger Zufriedenheit auf die vergangenen Wochen und Monate
zurückblicken
Robi Walthert: Das ist so. Auch wenn viele in unserem Umfeld, und natürlich auch
die Spieler sowie mein Trainerkollege Ruedi Wyss und ich, nach der
beeindruckenden Serie von 12 Partien ohne Niederlage auch noch mit Rang zwei und
den entsprechenden NLB-Aufstiegsspielen geliebäugelt haben. Aber die Statistik
spricht eine deutliche Sprache. Wir haben 23 Partien ausgetragen und 19-mal
nicht verloren. Meine Mannschaft verdient ein grosses Kompliment.
Ganz ohne Stolperer gings dann aber nicht. Das Heimderby gegen Dagmersellen
Das war der «Tolggen» im ansonsten recht sauberen Reinheft. Wer zur Pause mit
acht Treffern führt. Aber lassen wir das. Dagmersellen hat damals verdient
gewonnen und wir haben einen schlechten Tag, beziehungswiese eine schlechte
Halbzeit eingezogen. Schwach war sicher auch unser Auswärtsspiel gegen
Luzern/Stans II und ärgerlich war, dass wir trotz 35 erzielten Treffern gegen
Kriens nicht gewannen. Aber Sie haben recht - so ganz ohne Stolperer kommt fast
kein Team durch diese lange Saison.
Wo sehen Sie am ehesten Verbesserungen in Ihrer Mannschaft im Hinblick auf die
nächste Saison?
Nicht unbedingt punkte- oder ranglistenmässig. Aber wir sind in der Lage, das
Spiel ohne Ball zu optimieren, können und müssen noch beweglicher werden. Und
vielleicht können wir in der nächsten Spielzeit eine noch grössere Stabilität
erzielen. Allerdings dürfen wir eines nicht vergessen: Wir haben in der eben
erst abgelaufenen Saison viel Glück gehabt und mussten praktisch keine
Verletzten beklagen. Wir können nur hoffen, dass wir diesbezüglich auch in
Zukunft verschont bleiben. Wenn ich da an die Saison 2002/2003 zurückdenke.
Roli Borer, Raphael Boog und Mario Büchli werden in der kommenden Spielzeit
nicht mehr im Kader sein. Dafür rücken eigene Nachwuchskräfte wie Michi Meyer,
Philipe Mehr, Beat Greber und Andi Schmidlin nach und mit Marcel Mehr kehrt ein
weiterer eigener Torhüter von Ruswil nach Willisau zurück. Sie werden erneut ein
grosses Kader zur Verfügung haben.
Ich weiss was jetzt kommt. Viele werden vielleicht denken, die Jungen erhalten
bei diesem grossen Kader kaum Einsatzmöglichkeiten.
Die Frage hätte zwar leicht anders gelautet, aber die Antwort bleibt
interessant.
Gerade auf Stufe 1. Liga ist ein grosses und ausgeglichenes Kader unabdingbar
wichtig. Und es ist klar, dass die Jungen sich zuerst an den höheren Rhythmus
gewöhnen müssen. Sie werden aber ihre Chance erhalten. Wichtig ist die
Kommunikation. Die Spieler müssen wissen, was die Trainer vorhaben, warum sie so
oder so entscheiden. Und man vergisst leicht, dass man von einem knapp
20-Jährigen auch Geduld erwarten kann. Er kann auch im Training viel lernen, und
sich an unseren Routiniers, wie etwa Thomas Büchli, orientieren.
Es ist immerhin erfreulich, dass ein Verein wie der TV Willisau überhaupt so
viele eigene Talente ins Kader der 1.-Liga-Mannschaft einbauen kann. Richtig.
Das spricht auch für die sehr gute Arbeit unserer Juniorentrainer.
Auf die letzte Saison verpflichtete man mit Christoph Gieranczyk, Ramon Schärli
und Mirco Stadelmann drei neue Spieler. Wie siehts heuer mit
«Fremdverstärkungen» aus?
In diese Richtung ist nichts geplant. Aber wenn sich einer anbietet, und er für
uns eine Verstärkung darstellen würde, gäbe es von unserer Seite aus sicher kein
Nein.
Nun gehts aber erst einmal in die verdiente Sommerpause. Wann beginnt der TVW
wieder mit dem Training für die nächste Saison?
Wir machen jetzt sechs Wochen Pause. Das reicht, um die Batterien wieder
aufzuladen. Die Saison war sehr lang und Spieler und Trainer haben eine Erholung
verdient. Ende Mai beginnen wir wieder mit der Vorbereitung, die allerdings
durch die Sommerferien unterbrochen wird. Und Anfang Oktober beginnt die neue
Saison.
Mmit einem TVW, der Rang drei zu verteidigen hat.
Rangmässig habe ich noch kein Ziel im Kopf. Aber wir wollen wieder mit Lust
Handball spielen und unseren Fans attraktive Spiele bieten.