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Verhaltene Zuversicht in Willisau und Dagmersellen


Handball: Heute Abend wird die 1.-Liga-Meisterschaft der Männer gestartet

Von Euphorie ist nicht zu spüren. Aber so etwas wie verhaltene Zuversicht ist vor dem 1.-Liga-Start sowohl in Willisau als auch in Dagmersellen, spürbar. Beiden Teams ist zuzutrauen, nichts mit den Abstiegsplätzen zu tun zu haben. Und beide sind in der Lage, da und dort für positive Überraschungen zu sorgen. Oder sogar für mehr?

Renato Cavoli

Robi Walthert, der Chefttrainer des TV Willisau, ist in diesen Tagen in aufgeräumter Stimmung. Er hat das Gefühl, mit seiner Mannschaft auf gutem Weg zu sein. Die Zuversicht liegt in der ausgezeichneten Vorbereitung begründet. «Das Trainingslager in Deutschland war sehr gut, die Cup-Partie gegen Länggasse in Bern, die eigentliche Hauptprobe auf die Meisterschaft, haben wir knapp gewonnen. Und am letzten Mittwoch haben wir im letzten Testspiel gegen Köniz ein wirklich gutes Spiel gezeigt», sagtWalthert.

Die Willisauer, das schleckt keine «Geiss» weg, haben, trotz eines ansprechenden sechsten Schlussranges, keine Top-Saison hinter sich. Zu unkonstant hat die Mnanschaf gespielt. Einer der Gründe lag dabei sicher bei den zahlreichen Verletzten, welche das Trainer-Duo Walthert/Wyss immer wieder zu beklagen hatte. «Wenn wir diesmal von einer gröberen Verletzungsserie verschont bleiben, dann werden wir eine gute Saison hinlegen», sagt Robi Walthert.

Der Handball-Kenner ist aber weit davon entfernt, sein Team bereits in ganz hohen 1.-Liga-Sphären ansiedeln zu wollen. «Zofingen, Endingen II und die SG Stans/Luzern sind die Titelfavoriten», sagt er. «Und dahinter wollen wir eine gute Position erreichen und dem einen oder anderen Grossen ein Bein stellen.»
Wesentlich wird sein, dass es dem TVW gelingt, vor allem vor eigenem Publikum, mitreissenden Handball zu spielen. Die Zuschauer in Willisau akzeptieren Niederlagen, aber sie wollen ihr Team leidenschaftlich kämpfen und spielen sehen. «Und genau das haben wir vor», sagt Walthert.

Echte Verstärkungen

Der TVW hat auf diese Saison Leistungsträger wie Sascha Portmann, Ivo Marti, Paul Erni und Pirmin Schöpfer verloren. Doch die Zuzüge berechtigen zur Hoffnung, dass das Team sicher nicht schwächer sein wird. Die Trainer sind sowohl mit Goalie Christoph Gieranczyk (von Emmenbrücke), als auch mit Ramon Schärli (Emmenbrücke) und Mirco Stadelmann (Emmenstrand) sehr zufrieden. Und ein junger Mann wie Adi Felber hat die Trainer in der Vorbereitung ebefalls überzeugt. «Die Neuen sind Verstärkungen» sagt Robi Walthert. «Aber wir brauchten diese Spieler, denn unsere Abgänge waren doch recht schwerwiegend.»

Doch halt? Vergessen wir nicht, dass der TVW noch immer auch seine etablierten «Crack»s hat. Dani Schneider, Jan Peter, Marco Hansen, Thomas Metz, Thomas Büchli oder Roli Borer bilden nach wie vor so etwas wie das Rückgrat des Teams. Viel wird wohl vom Start abhängen. Kommt der TVW gut aus den Startpflöcken, dann ist mit ihm zu rechnen. Dann dürfen sich die Fans auf eine gute Saison freuen.

Der Start ist morgen in Endingen. «Wenn wir ans Köniz-Spiel anknüpfen, dann ist mir um uns nicht bange» sagt Walthert. «Auch wenn wir glich bei einem der Titelfavoriten antreten müssen.»


TV Dagmersellen:

«Bronze ist keine Hypothek»

Aus Sicht des TV Dagmersellen blickt man auf eine missglückte Hauptprobe zurück: Im Cup-Spiel gegen Kriens musste man sich knapp geschlagen geben. Doch liess diese Hauptprobe zwei interessante und aufmunternde Schlüsse zu: Physisch braucht man sich nicht zu verstecken und wenn die Chancenauswertung sich wieder auf einem normalen Niveau einpendelt, liegt vieles drin. Trainer Ivo Häller, ein absoluter Fachmann und ein Einheimischer, der seine «Pappenheimer» sehr gut kennt, hat im Vorfeld dieser Saison nicht bewusst auf «understatement» gemacht. Das hat einer wie er nicht nötig. Also ist aufschlussreich, wenn er sagt, «dass ich mit der Vorbereitung auf die neue Saison nur bedingt zufrieden war. Wir haben auch im Trainingslager in Deutschland unsere Ziele nicht ganz erreichen können. Vor allem das Integrieren der vielen jungen Spieler gestaltete sich doch recht schwierig. Möglicherweise sind wir zum Saisonstart noch nicht dort, wo wir eigentlich sein wollen.»

Zur Erinnerung: Der TV Dagmersellen hat eine ausgezeichnete letzte Saison hinter sich. Rang drei war eine bemerkenswerte Endplatzierung. «Der Bronzeplatz ist keine Hypothek für uns», sagt Ivo Häller. «Alles beginnt wieder von vorne und wir sind mit dieser recht unerfahrenen Mannschaft auch zufrieden, wenn wir uns schliesslich im Mittelfeld platzieren. Aber lassen wir doch die Saison erst einmal beginnen. Man wird schon bald sehen, wo die verschiedene Teams leistungsmässig einzustufen sind.»

Der neue Modus

Die 1. Liga wurde neu von 40 auf 36 Teams reduziert. Es wird neu in drei 12er-Gruppen (bisher vier 10er-Gruppen) gespielt. Damit dürfte das Rennen an der Spitze noch spannender werden und man erwartet allgemein ein höheres und vor allem ausgeglicheneres Niveau. Die drei Gruppenersten spielen nach einer Doppelrunde um den Aufstieg in die Nationalliga B.
Die Ränge 11 und 12 in den jeweiligen Gruppen «verdammen» die Teams zum Abstieg. Die Teams auf Rang 10 spielen in einer Abstiegsrunde um einen weiteren Relegationsplatz.

Die Kader

TV Willisau. Tor: Roli Borer, Christoph Gieranczyk, Marcel Mehr. - Spieler: Raphael Boog, Mario Büchli, Thomas Büchli, Adrian Felber, Patrick Felber, Marco Hansen, Thomas Metz, Jan Peter, Marco Peter, Ramon Schärli, Daniel Schneider, Mirco Stadelmann. - Zuzüge: A. Felber, M. Peter (eigene Junioren), Gieranczyk, Schärli (beide Emmenbrücke), Stadelmann (Emmenstand). - Abgänge: Sascha Portmann, Ivo Marti, Michael Schärli (alle 2. Mannschaft), Paul Erni, Pirmin Schöpfer (beide Fides Ruswil). Trainer: Robert Walthert, Ruedi Wyss (beide bisher).

TV Dagmersellen. Tor: Nicolas Baumgartner, Pascal Fries, Thomas Lerch, Urs Marti. - Spieler: Michael Afentranger, Pascal Felder, Ronald Graf, Hansjörg Häller, Lukas Kurmann, Reto Meier, Thomas Merki, Michael Schär, Simon Scholl, Raphael Stöckli, Marcel Sutter, Patrick Theiler, Andreas Vogel, Stefan Vogel, Roger Wermelinger. - Zuzüge: Felder, Häller, Kurmann, Sutter (alle eigene Junioren), Stöckli, Vogel (beide 2. Mannschaft), Merki (Sursee). - Abgänge: Beat Häller, Christian Troxler, Heinz Nayer, Marc Zanella (alle 2. Mannschaft), Roger Müller (HV Surental). Trainer: Ivo Häller (bisher).

Die Teams der 1.-Liga-Gruppe 2: Stans/Luzern, Mythen-Shooters, Emmen United, Zofingen, Kriens, Endingen, Urdorf-Dietikon,Baden, Wohlen, Schweiz U19, Willisau, Dagmersellen.


Schweizer Cup: TVW - Worb
rec. Nach dem Sieg in der 1. Runde des Schweizer Cups auswärts gegen Länggasse Bern bekommt es der TV Willisau in Runde zwei wieder mit einem Berner Erstligisten zu tun. Am kommenden Mittwoch, 17. September (20 Uhr, BBZ-Halle), empfängt man den HBC Worb.

Am gleichen Tag und zu gleicher Uhrzeit, ebenfalls in der BBZ-Halle, findet die Info-Veranstaltung des TV Willisau statt. Die Matchbesucher werden gebeten, den unteren Halleneingang zu benützen.