«Die Spielerinnen wollen etwas erreichen, das spüre
ich»
Handball, TV Willisau: Ernesto Piazza, Trainer des 2.-Liga-Frauen-Fanionteams
Seit Beginn dieser Saison trainiert Ernesto Piazza die Frauenmannschaft des TV Willisau.
Nach einem eher mühsamen Start in die Saison mischt das Team nun in den vordersten
Rängen mit. Der routinierte Trainer nimmt Stellung zum bisherigen Meisterschaftsverlauf
und seinen Eindrücken des Willisauer (Frauen-) Handballs.
Christian Walthert
Ernesto Piazza, nach einem eher harzigen Start realisierten die Frauen in den letzten drei
Spielen drei Siege. Wie sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?
Ernesto Piazza: Ich bin nicht vollumfänglich zufrieden. Zwar haben wir uns nach dem etwas
unglücklichen Saisonstart nun aufgefangen, doch besonders von der Leistung gegen
Sarnen/Littau und im Cup-Match gegen Ruswil bin ich enttäuscht. Ich denke aber auch, dass
die miserable Partie in Ruswil einiges zur positiven Wende beigetragen hat.
Entsprechen die bisherigen Leistungen in etwa Ihren Erwartungen?
Das ist schwierig einzuschätzen. Ich bin auf diese Saison neu zum Team gestossen und
kannte die Mannschaft vorher kaum. Natürlich bin ich mit einer gewissen Erwartungshaltung
von Sursee nach Willisau gekommen. Vor der Saison haben wir uns das Ziel gesetzt, vorne
mitzuspielen. Doch plagten uns in der Vorbereitung Verletzungen von einigen Spielerinnen.
Deshalb verlief der Start etwas zögerlich. Doch die Leistung, die wir momentan zeigen,
entsprechen sicherlich meinen Erwartungen.
Was ist Ihnen am Willisauer Team positiv aufgefallen?
Sehr erfreulich ist, dass meine Mannschaft gewillt ist, etwas zu erreichen. Der Einsatz
der Spielerinnen ist vorbildlich. Sie treten als Einheit auf und kämpfen für den Erfolg.
So macht das Traineramt Spass.
Wo hat Ihre Mannschaft noch Defizite?
Es gibt immer Dinge, die verbessert werden können. Bis jetzt kann ich jedoch nicht viel
Negatives sagen. Sicher ist das Team entwicklungsfähig. Wir haben noch nicht das volle
Potenzial ausgeschöpft. Enttäuscht bin ich wie gesagt von der Cup-Partie gegen Ruswil
und vom Spiel gegen Sarnen/Littau. Dort hätten wir mehr herausholen müssen.
Wie schätzen Sie die Gruppe ein, in der Ihre Mannschaft spielt?
Emmenbrücke und die Mythen-Shooters sind sicherlich die stärksten Gegner. Die rote
Laterne wird wohl bei Kaufleute Luzern bleiben. Auf den Plätzen drei bis sieben ist alles
möglich. Die Gruppe ist sehr ausgeglichen. Ich denke jedoch, dass wir uns mit der
erreichten Punktebasis von den Abstiegsplätzen definitiv entfernt haben. Läuft alles
optimal, können wir unsere Blicke nach vorne richten. Wenn wir die zwei Punkte gegen
Sarnen/Littau geholt hätten, wären wir sogar ganz vorne mit dabei.
Wie erleben Sie das Umfeld im Willisauer Handball?
Das Umfeld ist nicht zu vergleichen mit letzter Saison in Sursee. Man wird vom Vorstand
unterstützt, sobald man ein Problem hat. Ich habe auch sofort den Draht zu den
Spielerinnen gefunden und mich gar nie als Fremder gefühlt. Auch die Präsenz der
Zuschauer ist sehr erfreulich. Natürlich steht das Männer-Fanionteam an erster Stelle,
doch ich bin überrascht, wie viele Leute jeweils den Weg zu unseren Spielen finden. Das
motiviert uns natürlich besonders.
Frauenhandball gibt es beim TV Willisau erst seit vier Jahren. Wie schätzen Sie die
Perspektiven für die kommenden Jahre ein?
Was ich bisher erlebt habe, stimmt mich sehr zuversichtlich. Bereits jetzt kann das erste
Frauenteam vom Nachwuchs profitieren. Zurzeit ist in Willisau ein wahrer Boom zu
verzeichnen. Es ist erstaunlich, was in vier Jahren alles auf die Beine gestellt wurde.
Trotzdem braucht die Frauenhandball-Bewegung in Willisau noch etwas Zeit, um sich richtig
zu etablieren.
Heute Samstag (19 Uhr, BBZ-Halle) empfängt Willisaus Frauenteam die Mythen-Shooters.