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Step by step dem grossen Ziel entgegen


Handball: Der Willisauer Philipp Mehr schafft den Sprung in die U-17-Handballnationalmannschaft

Die Handballabteilung des TV Willisau schenkt der Nachwuchsförderung seit Jahren grosse Beachtung. Lorbeeren dieser Anstrengungen konnten bereits im vergangenen Jahr - einerseits mit dem Gewinn des U-17-Schweizer-Meister-Titels sowie den Nominationen von Andi Schmidlin und Philipp Mehr ins erweiterte U-17-Nationalteam geerntet werden. Nun hat Philipp Mehr definitiv Aufnahme in die U-17-Mannschaft gefunden.

Esther Peter-Dossenbach

Philipp Mehr tanzt momentan auf drei Hochzeiten. Er bestreitet mit der U-19-Equipe des TV Dagmersellen die Inter-Elite-Meisterschaft. Dazu trainiert er mit der 1.-Liga-Mannschaft des einheimischen STV Willisau und er kommt regelmässig in der U-17-Nationalmannschaft zum Einsatz. So spielte er auch um die Weihnachtstage beim Vierländerkampf in Luxemburg. Es geht beim Sanitärmonteur-Lehrling «step by step» vorwärts.

1.-Liga-Luft geschnuppert

Aufgund der langen Verletztenliste beim STV Willisau kam Philipp Mehr eigentlich schneller als erwartet zu ersten Einsätzen in der 1. Liga. «Der grosse Unterschied zwischen der U-19-Inter-Elite-Meisterschaft und der 1.-Liga- sind vor allem das Tempo und die körperlichen Differenzen», resümiert er seine ersten Auftritte im Fanionteam. Genau dort gilt es in naher Zukunft auch anzusetzen. War bisher sinnvollerweise einzig Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht angsagt, «arbeitet» Philipp Mehr seit kurzer Zeit auch mit Hanteln oder im Kraftraum. Doch genauso wichtig wie die momentan drei bis vier Handballtrainingseinheiten pro Woche, ist die Erholungsphase. Diese verbringt der ausgebildete rechte Flügelspieler am liebsten mit seinen Freunden entweder als Zuschauer von Handballmatches oder im Ausgang.

Verzicht auf Freizeit

Logisch jedoch, dass Philipp Mehr bei solch einem Wochenprogramm auf vieles verzichten muss. So ist zum Beispiel der Wochenendausgang vor einem Meisterschaftsspiel tabu. «Das Verständnis hierfür ist bei meinen Kollegen absolut da, spielen doch die meisten selber Handball.»
Philipp Mehr kann aber auch auf ein Umfeld zählen, das ihn tatkräftig in der Verwirklichung seiner Handballziele unterstützt. Nebst den Eltern, die stets wertvolle Fahrdienste leisten, ist auch der Arbeitgeber - die Sanitärfirma Firma Gut in Willisau - äusserst positiv auf das zeitintensive Hobby eingestellt und gibt ihm den nötigen Freiraum. «Momentan läuft es einfach perfekt. Doch dies kann sich schnell ändern», ist sich Philipp Mehr bewusst. Eine Verletzung beispielsweise, könnte das Ende bedeuten, bevor das Abenteuer Handball so richtig begonnen hat. Darüber will sich der 16-Jährige aber nicht den Kopf zerbrechen.

Lob vom Trainer

Dagmersellens U-19-Trainer Thomas Graber gibt seinem Schützling viel Kredit für eine grosse Handballkarriere. Er bezeichnet den 182 m grossen und 72 kg leichten Willisauer als zielstrebig, aber nicht verbissen; talentiert, athletisch, trainigsfleissig und sehr lernfähig. «Was Philipp noch lernen muss, ist das Spielverständnis, das so genannte Vorausschauen, damit der Gegner allenfalls getäuscht werden kann.» Philipp Mehr braucht also in Zukunft viel Spielpraxis um die verschiedensten Situationen nicht nur theoretisch sondern auch praktisch zu erleben. Und ganz wichtig, (noch) muss in erster Linie der Spass, die Freude am Handballspielen im Vordergrund stehen. Thomas Graber ist aber überzeugt, «falls Philipp weiter solche Fortschritte macht, wie in jüngster Zeit, darf man auf den weiteren Verlauf seiner handballerischen Laufbahn gespannt sein.» Eines streben alle Seiten an: Keine steile Karriere, sondern eine «step by step».