Dagmerseller Triumph im BBZ-«Hexenkessel»
Handball, 1. Liga, TV Willisau - TV Dagmersellen 19:23 (9:8)
Vor 1000 (!) Zuschauern konnte der TV Dagmersellen das prestigeträchtige Derby gegen den
TV Willisau für sich entscheiden. Das zur Halleneröffnung ausgetragene Spiel dominierte
aber zuerst der einheimische TVW. Dagmersellen liess sich aber nie entscheidend
distanzieren und vermochte das Spiel in der letzten Viertelstunde zu wenden.
im. Schon im Vorfeld hatte das Spiel hohe Wellen geworfen. Trafen doch im Derby das
erstplatzierte Dagmersellen auf den Tabellenzweiten Willisau und zugleich war offizielle
Halleneröffnung der Sporthalle BBZ angesagt. Entsprechend viele Zuschauer fanden sich
dann auch auf der Tribüne der neuen Halle ein und sorgten für einen lautstarken
Hintergrund. Willisau zu Beginn konzentrierter
Der Start gelang für die Willisauer klar besser. Für einmal waren sie von Beginn weg
konzentriert und wach. Mit druckvollem Spiel bezwangen die Gastgeber die Abwehr der
Dagmerseller. Und da diese im Gegenzug beim Abschluss patzerten, zog Willisau gleich Tor
um Tor davon. Nach einer Viertelstunde hiess es schon 6:1. Aber wer Dagmersellen kennt,
weiss dass sie sich so leicht nicht abschütteln lassen. Mit erhöhtem Druck im Angriff,
vielfach über den Kreis, kehrte ihre Sicherheit zurück. In dieser Phase sündigte
Willisau dagegen im Abschluss. Bis zur Halbzeit konnten die Gäste so ihren Rückstand auf
ein Tor reduzieren und mit 9:8 ging es in die Pause.Nach Wiederanpfiff war es wiederum der
TVW, der besser startete. Nach fünf Minuten war der alte Vorsprung wieder hergestellt und
es hiess 14:10. Das war aber noch längst nicht die Vorentscheidung.
Umstellen der Verteidigung
Es war der TVD-Torhüter Urs Marti, der seine Mannschaft zurück ins Spiel brachte. Mit
zahlreichen Paraden und drei gehaltenen Penalties brachte er die Willisauer Schützen zur
Verzweiflung. Unterstützung erhielt er zudem noch von der umgestellten Verteidigung.
Dagmersellen stand jetzt sehr offensiv und nahm so dem TVW den Raum zum Agieren. Diese
vermochten darauf nicht zu reagieren und schienen richtiggehend blockiert. Eine
Viertelstunde vor Schluss glich der TVD erstmals im Spiel zum 16:16 aus. Dagmersellen
konnte den Druck aber weiter aufrecht erhalten und zog mit 16:18 in Führung.
Dagmersellen am Schluss konsequenter
In dieser spannenden Schlussphase bäumte sich Willisau nochmals auf und schoss den
Anschlusstreffer. Das Spiel wogte hin und her und auch die Zuschauer machten so viel
Stimmung, dass man das eigene Wort fast nicht mehr verstand.
Beim Stand von 18:19 für die Gäste kassierte der TVW dann aber eine entscheidende
2-Minuten-Strafe. Dagmersellen nutzte dies kaltblütig aus und erhöhte auf 18:21.
Willisau versuchte nun eine Minute vor Schluss noch alles und deckte offensiv 1:1. Der
Wille schien aber gebrochen und der TVD kam noch zu zwei weiteren, sehr einfachen Toren.
Verdienter Sieger im fairen Spiel
Mit Dagmersellen hat das Derby sicher einen verdienten Sieger. Vor der imposanten und
lautstarken Kulisse von 1000 Zuschauerinnen und Zuschauern wurde aber beidseitig schöner
Handball geboten. Willisau startete für einmal sehr gut ins Spiel und dominierte über
lange Strecken. Dagmersellen blieb aber immer gefährlich und liess sich nicht
abschütteln. Sie behielten vor allem in der Schlussphase die Nerven. In dieser Phase
spürte man auch, dass bei Willisau aufgrund der verletzungsbedingten Ausfälle die Last
derzeit auf (zu) wenig Schultern lastet. Nächsten Samstag spielt Willisau auswärts gegen
ATV Basel, Dagmersellen dagegen trifft zu Hause auf Magden.
Sporthalle BBZ Willisau. - 1000 Zuschauer. - SR: Würzer/Zwahlen. - Strafen: 4-mal 2
Minuten gegen Willisau, 3-mal 2 Minuten gegen Dagmersellen. - Willisau: Roli Borer, Marcel
Mehr, Andy Schmidli; Thomas Büchli (6), Raphael Boog (4/4), Paul Erni, Patrick Felber,
Raphael Fischer, Marco Hansen (2), Ivo Marti, Thomas Metz (3), Sascha Portmann (1),
Michael Schärli, Daniel Schneider (3). - Coach: Robi Walthert / Ruedi Wyss. -
Dagmersellen: Pascal Fries, Urs Marti; Ronald Graf, Beat Häller (9/4), Reto Meier (2),
Roger Müller (4), Heinz Nayer, Michael Schär, Remo Steiner, Patrick Theiler, Christian
Troxler, Roger Wermelinger (6), Andreas Vogel, Marc Zanella (2). - Bemerkung: Urs Marti
hält zwei Penalties von Büchli und einen von Boog. Willisau ohne M. Büchli, Peter und
Schöpfer (alle verletzt).