zurück Handball


«Man soll doch die Feste feiern wie sie fallen»


Handball: Thomas Büchli (TV Willisau) vor dem Cup-Spiel gegen B-Klub BSV Bern

Sonntag, 13. Oktober, 16.30 Uhr, BBW-Halle, Willisau: TV Willisau - BSV Bern

Renato Cavoli

Grosse Feste kündigen sich in aller Regel zumindest einige Tage zuvor mit einer Art «Polterabend» oder dergleichen an. Das gewonnene Spiel des TV Willisau am vergangenen Sonntag gegen den BSV RW Sursee von der Intensität her mit einem «Polterabend» zu vergleichen, wäre dann aber doch etwas übertrieben. Aber von einer resultatmässig gelungenen Hauptprobe im Hinblick auf das sonntägliche Cup-Spektakel gegen den BSV Bern kann durchaus gesprochen werden. Und das ist doch auch etwas. Zumal Trainer und Spieler des TV Willisau nach eben jener Partie gegen die Surentaler davon sprachen, dass noch einiges an Steigerungspotenzial im Team vorhanden sei.

-was, mit Verlaub seis gesagt, am Sonntag gegen den BSV Bern auch abgerufen werden muss, wenn es denn mit dem Coup klappen soll. Oder um es mit den Worten des 33-jährigen Routiniers und «Shooters» Thomas Büchli zu sagen: «Realistischerweise müssen wir zugeben, dass schon sehr, sehr viel zusammen passen muss, um dieses Team in Schwierigkeiten zu bringen, geschweige denn zu schlagen. Aber», so Willisaus Nummer 17 weiter, «wir stehen vor einem ganz grossen Handball-Fest in dieser wunderbaren neuen Halle, vor hoffentlich prall gefüllten Rängen und entsprechender Stimmung. Und Feste soll man bekanntlich feiern, wie sie fallen. Ich gehe davon aus, dass die Berner von uns nicht allzu viel wissen. Vielleicht können wir sie ja überraschen, oder aus der Ruhe bringen. Und wenn wir lange genug resultatmässig dran bleiben können, dann steigt auch unsere Chance, Cup-Geschichte zu schreiben.»

Thomas Büchli kennt den BSV Bern, oder zumindest dessen Protagonisten, gut. Er spricht von Trainer Zlatko Portner, der als knapp 40-jähriger beim TV Zofingen noch in der NLA mitspielte und Akzente der besonderen Art setzte. «Er ist auch als Profi-Trainer eine Grösse», sagt Büchli, der aber auch die beiden Profispieler Baran und Milicic erwähnt und Leistungsträger wie Staudenmann, Krebs oder Sörensen nicht vergisst. «Das sind alles Namen, welche selbst in der NLB einen sehr guten Klang haben.»

Wenn Willisaus ebenso erfahrener wie erfolgreicher Rückraumschütze vom BSV Bern spricht, dann tut er das mit hörbarem Respekt. «Die haben aus den ersten fünf Spielen acht Punkte geholt. Und in den ersten drei gewonnenen Partien jeweils über 40 Tore erzielt.» Dass die Berner aber am vergangenen Wochenende gegen Altdorf verloren und dabei doch etwas überraschend die erste Saisonniederlage kassierten, gehört zwar ebenso zur gegnerischen Analyse, hat aber für Büchli nur zweitrangige Bedeutung. «Der BSV Bern ist eine Spitzenmannschaft der zweithöchsten Spielkasse. Die wollen wieder nach oben und müssten dies auch schaffen. Doch Meisterschaft und Cup sind auch im Handball oft zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Und daraus dürfen wir als Unterklassiger durchaus gewisse Hoffnungen schöpfen.

Rückblende: Es ist erst drei Wochen her, als der TV Willisau nach einem hartumkämpften Cup-Spiel den B-Verein BTV Aarau mit 32:30 in die Knie zwang und aus dem Wettbewerb warf. Die Mannschaft von Cheftrainer Robi Walthert lag dabei in der ersten Halbzeit phasenweise mit sechs Treffern hinten, bog das Spiel aber mit einer unerhörten Willensleistung und einem nach dem Seitenwechsel phantastisch haltenden Goalie Marcel Mehr noch um. «Warum», fragt Thomas Büchli, «soll uns dies nicht nochmals gelingen? Wir wissen, dass Aarau von der spielerischen Substanz her nicht mit dem BSV Bern zu vergleichen ist. Unser sonntäglicher Gegner ist um einiges stärker. Aber jedes Spiel muss zuerst gespielt werden. Und wenn unser Publikum mithilft, wenn es uns über die zu erwartenden schwierigen Phasen in diesem Match hinweghilft, dann haben wir unsere Chance. Und dass wir eine solche auch packen können, haben wir ja schon des Öftern bewiesen.»

Der Aufruf ist gemacht. Der TVW braucht am Sonntag seine Fans. Sie können gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner das berühmte Zünglein an der Waage spielen. Schliesslich wähnte sich vor kurzem auch Aarau schon als Sieger über den vermeintlich «Kleinen» aus Willisau-